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Antonio Brown: Vom Skandal-Profi zum Super-Bowl-Champ?

08.09.2019 11:28
Antonio Brown wechselt zu den Pats
© Christian Petersen, getty
Antonio Brown wechselt zu den Pats

Antonio Brown saß triumphierend auf einem gigantischen Haufen mintgrüner Dollar-Bündel, auf den Schultern trug er das Trikot der New England Patriots. Und während es von oben weiter Geldscheine regnete, prangte ein breites Gewinnerlächeln unauslöschlich im Gesicht des rebellischen Football-Stars. Jene Comiczeichnung, die Brown in der Nacht zum Sonntag bei Instagram postete, markierte den Höhepunkt einer unwürdigen Inszenierung, die für das Enfant Terrible der NFL paradoxerweise mit einen Super-Bowl-Ring enden könnte.

Denn nachdem ihn sein bisheriger Klub Oakland Raiders am Samstag nach elend langem Theater entließ, soll Brown - wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichteten - beim amtierenden Super-Bowl-Champion aus New England einen Einjahresvertrag erhalten, der mit 15 Millionen Dollar (zehn davon garantiert) dotiert ist. Obendrauf kommt noch ein Bonus über neun Millionen für die Vertragsunterzeichnung. Kein Wunder also, dass Brown seitdem Bilder seines grinsenden Selbst in Patriots-Kluft postet.

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The Patriot Way

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Irgendwie hat er es trotz seiner Eskapaden geschafft, sich sogar noch zu verbessern. Denn einen Super Bowl hat Brown in seiner Karriere noch nicht gewonnen - und die Patriots haben in dieser Saison wieder beste Chancen. Wegen Brown, aber auch wegen der übrigen Receiver Julian Edelmann, Josh Gordon, Phillip Dorsett und Demaryius Thomas.

Mit ihnen hat Quarterback-Superstar Tom Brady so viele erstklassige Anspielstationen wie nur selten in seiner 19 Jahre langen Karriere. Und dank der kurzen Vertragslaufzeit ist selbst der unberechenbare Brown erst einmal ein kalkulierbares Risiko.

Drohte Brown Raiders-GM mit körperlicher Gewalt?

Wie schief es mit Brown aber laufen kann, haben die Raiders in den vergangenen Wochen zu spüren bekommen. Eigentlich wollte der 31-Jährige mit Oakland in dieser Saison ganz groß aufspielen, dafür war er in der Sommerpause von den Pittsburgh Steelers ins sonnige Kalifornien gewechselt. Daraus wird aber nichts, es dauerte wenige Wochen, ehe die Raiders und ihr neuer Star-Receiver hoffnungslos über Kreuz lagen.

Wegen Erfrierungen am Fuß infolge einer Kältebehandlung und seines Helm-Streiks - Brown wollte unter keinen Umständen mit dem neu von der NFL zertifizierten Helm spielen - hatte er ohnehin nur sporadisch mit dem Team trainiert und kam in keinem Vorbereitungsspiel zum Einsatz.

Das große Drama nahm jedoch erst in der vergangenen Woche seinen Lauf, als die Raiders Brown, der als einer der besten Passempfänger der Liga gilt, für sein Fernbleiben mit einer Geldstrafe belegten. Daraufhin soll Brown General Manager Mike Mayock körperliche Gewalt angedroht haben, was eine Geldbuße über 215.000 Dollar zur Folge hatte, durch die Brown den Anspruch auf die ihm garantierten 30 Millionen Dollar Gehalt verwirkte. Der Spieler forderte anschließend die Vertragsauflösung - mit gewohnt viel Pathos.

Brown äußert sich via Social Media

"Ich habe mein Leben lang daran gearbeitet zu beweisen, dass das System zu blind dafür ist, Talent wie meines zu erkennen. Ich bin auf niemanden wütend, aber ich bitte um die Freiheit, um allen zu beweisen, dass sie falsch liegen", schrieb Brown am Samstag bei Instagram. Kurz darauf stellten die Raiders ihn frei.

Brown, der bei Social Media einen nervösen Finger am Abzug hat, kartete bei Twitter nach. "Ein Kind, das von seinen Dorf nicht umarmt wird, wird es niederbrennen, um seine Wärme zu spüren", postete er. Worte, bei denen auch in New England die Alarmglocken geklingelt haben dürften.

 

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