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Geld ist nicht genug: Wenn NFL-Stars streiken

03.09.2019 10:40
Ezekiel Elliott streikt
© Sean M. Haffey, getty
Ezekiel Elliott streikt

Ezekiel Elliott und Antonio Brown sind nicht wie andere Menschen, wahrscheinlich nicht einmal wie andere Football-Spieler. Star-Runningback Elliott wird bereits seit Jahren als "Generationentalent" gehandelt, während Berufsexzentriker Brown in den Augen vieler Experten als der beste Passempfänger des Planten gilt. Klar, dass solche Spieler im glamourösen US-Sport einen Sonderstatus besitzen und einen Haufen Geld machen. Wie viel Macht sie aber tatsächlich haben, wurde kurz vor dem Start der neuen NFL-Saison in dieser Woche deutlich.

Denn Elliott, der für die traditionsreichen Dallas Cowboys spielt, streikt - und das schon seit Beginn der Saisonvorbereitung. Sein Ziel: Der bestbezahlte Spieler auf seiner Position zu werden. Das ist im Moment Todd Gurley (14 Millionen US-Dollar jährlich) von den LA Rams, was Elliott (knapp vier Millionen in dieser und neun in der kommenden Saison) so sehr stinkt, dass der dem Training der Cowboys fernbleiben will, bis ein neuer Vertrag aufgesetzt ist. Problematisch ist das für Dallas vor allem, weil am Sonntag gegen die New York Giants die neue Spielzeit beginnt.

"Ich gehe so vor, als würde er sicher Spiele der regulären Saison verpassen", sagte Cowboys-Besitzer Jerry Jones: "Ich gehe mit der Erwartung an unsere Mannschaftsvorbereitung, dass er weiter fernbleibt. Ich akzeptiere das." Das gesamte vergangene Wochenende sollen Elliotts Berater mit den Cowboys verhandelt haben, das Ziel des Vereins soll sein, Elliott am Mittwoch beim Mannschaftstraining auf dem Rasen zu haben. Die Anstrengungen, die Dallas im Fall Elliott übernimmt, legen eine gehörige Abhängigkeit vom Starspieler nahe.

Elliott-Streik kein Einzelfall

"Wir werden Zeke brauchen", sagte sogar Jones und versprach, ihm keine Deadline geben zu wollen. Verständlich, denn seit die Cowboys ihn 2016 im Draft auswählten, lief er für 4048 Yards und erzielte 28 Touchdowns in 40 Spielen. Zusätzlich kommt zum Tragen, dass die Cowboys, die in dieser Saison gerne ein Wort um den Super-Bowl-Sieg mitsprechen würden, nur den NFL-Neuling Tony Pollard als ersten Elliott-Ersatz in der Hinterhand haben. Sie sind auf ihren Star also angewiesen.

Ein solches Szenario ist in der NFL keineswegs ein Einzelfall. Aktuell versucht sich auch Elliotts Runningback-Kollege Melvin Gordon bei den Los Angeles Chargers noch bessere Konditionen erwirken. Das Paradebeispiel dafür lieferte im Vorjahr Le'Veon Bell. Er, einer der besten Runningbacks im American Football, bestreikte seinen Arbeitgeber Pittsburgh Steelers, der ihm lediglich einen Einjahresvertrag über 14,5 Millionen Dollar geben wollte. Bell zog den Streik eisern durch, machte für die Steelers kein Spiel und wechselte zur neuen Spielzeit für vier Jahre zu den New York Jets, wo er insgesamt 52,5 Millionen kassiert.

Brown streikt nach Helm-Zoff

Wie ein Streit zwischen Klub und Spieler auch ausgehen kann, zeigten kürzlich Antonio Brown und die Oakland Raiders. Nachdem Brown in der Sommerpause aus Pittsburgh nach Kalifornien gewechselt war, hatte er nur wenige Einheiten mit der Mannschaft absolviert, weil ihm die neuen Helm-Regularien der NFL nicht passten. Der 31 Jahre alte Superstar wollte unbedingt mit seinem alten Kopfschutz spielen, der nach den neuen Regeln nicht mehr sicher ist.

Nach viel Gezeter und einem mehrwöchigen Streik tanzte Brown Mitte August dennoch beim Team an. Weder NFL noch die Raiders gaben nach. Nach seiner Rückkehr gab sich Brown beschwichtigend: "Ich bin einfach froh, wieder hier zu sein."

 

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