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DTB-Ass "natürlich enttäuscht"

Die Nerven! Görges verliert Thriller trotz Matchball

02.09.2019 20:00
Julia Görges ist als letzte Deutsche bei den US Open ausgeschieden
© Al Bello, getty
Julia Görges ist als letzte Deutsche bei den US Open ausgeschieden

Julia Görges hat bei den US Open ihr erstes Viertelfinale auf dramatische Weise verpasst. Der 30-Jährigen verlor trotz eines Matchballs.

Schnell packte Julia Görges ihre Tasche und verließ mit gesenktem Kopf den Court im Louis-Armstrong-Stadium. Dabei hätte alles so einfach sein können: Sie servierte im Achtelfinale der US Open gegen Donna Vekic bärenstark, hatte Matchball bei eigenem Aufschlag - und dann zitterte das Händchen auf einmal. Erst kassierte sie das Break, verlor den Satz und schließlich auf dramatische Weise auch das Match. Mit 7:6 (7:5), 5:7, 3:6 musste sich Görges der Kroatin geschlagen geben und verpasste ihr erstes Viertelfinale bei einem Hartplatz-Grand-Slam.

"Ich bin natürlich enttäuscht, dass ich das Match verloren habe" sagte Görges, die als letzte Deutsche aus dem Turnier ausschied, meinte aber: "Das ist Sport. Mal gewinnt man mit Matchball gegen sich, mal verliert man trotz Matchball." Dennoch sei es ein "Spiel von hoher Qualität" gewesen.

Vekic hingegen spielt nun gegen Belinda Bencic um den Einzug ins Halbfinale. Die Schweizerin hatte überraschend Titelverteidigerin Naomi Osaka aus Japan ausgeschaltet, welche damit auch die Führung in der Weltrangliste wieder an die Australierin Ashleigh Barty verliert.

Da sie bereits in der Auftaktpartie gegen die Russin Natalia Wichljanzewa einen Matchball abwehren musste, sei jedes weitere Spiel in New York für Görges ohnehin ein "Bonus", hatte sie im Vorfeld gesagt. Gegen die Kroatin, die von Angelique Kerbers Ex-Coach Torben Beltz trainiert wird, wendete sich das Blatt.

Wie schon beim überzeugenden Drittrunden-Sieg über die Weltranglisten-Siebte Kiki Bertens begann Görges äußerst aggressiv und servierte stark, Vekic sah kaum Land. Schnell führte sie völlig verdient 4:1, doch dann leistete sie sich mehr Fehler, und Vekic kam wieder heran. Im Tiebreak zeigte sich aber wieder Görges' Klasse: Mit einem herrlichen Passierball erspielte sie sich den Satzball, den sie nach 54 Minuten nutzte.

Break nicht der Knackpunkt

In den vorangegangenen drei Duellen mit Vekic hatte sie nie verloren. "Aber das ist ja keine Garantie", sagte die Deutsche vor der Partie: "Sicher weiß man, was einen dazu gebracht hat, erfolgreich zu sein. Aber sie weiß auch, was sie dazu gebracht hat, nicht erfolgreich zu sein."

Doch am Montag ergab sich zunächst wieder das gewohnte Bild. Görges konnte sich auch im zweiten Satz auf ihren bärenstarken Aufschlag verlassen, servierte insgesamt 21 Asse - alleine vier am Stück zum 2:0. Erst als es bei 5:4 darum ging, das Spiel zu beenden, wackelte sie, schenkte Vekic gleich drei Doppelfehler und gab trotz eines Matchballs ihren Aufschlag ab.

"An diesem Aufschlagspiel hat es nicht gelegen", sagte Görges: "Es passiert einfach, dass man seinen Aufschlag mal abgibt." Vekic breakte Görges danach erneut und rettete sich in den Entscheidungssatz.

Dort entwickelte sich eine wahre Zitterpartie, in der Görges zunächst Nervenstärke bewies: Beim Stand von 2:3 hatte Vekic zwei Breakbälle, Görges befreite sich aber aus der misslichen Lage. Im nächsten Aufschlagspiel hatte sie dann sogar drei Breakbälle gegen sich - zwei konnte sie noch abwehren, den dritten nutzte Vekic nach einem Doppelfehler von Görges. Nach 2:42 Stunden verwandelte die Kroatin ihren ersten Matchball und feierte den Einzug in ihr erstes Viertelfinale bei einem Grand Slam.

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