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Volleyballerinnen wollen "die Kirsche auf der Torte"

02.09.2019 12:47
Das DVV-Team nimmt das Halbfinale ins Visier
© Alexandre Schneider, getty
Das DVV-Team nimmt das Halbfinale ins Visier

Die deutschen Volleyballerinnen hoffen bei der EM auf den nächsten Coup. Gegen Polen muss das Team im Viertelfinale aber erneut über sich hinauswachsen.

Gegen Polen, davon ist Bundestrainer Felix Koslowski überzeugt, brauchen seine Volleyballerinnen "nochmal ein sensationelles Spiel". Der starke Co-Gastgeber hat im EM-Viertelfinale in Lodz am Mittwoch (20:30 Uhr) schließlich 12.000 Zuschauer im Rücken - Deutschland aber das Momentum.

"Das Viertelfinale war unser großes Ziel. Alles was jetzt kommt, ist die Kirsche auf der Torte", sagte Koslowski nach dem souveränen 3:0 im Achtelfinale gegen Slowenien.

Wie die polnische Mannschaft von Trainer Jacek Nawrocki zu schlagen ist, sollte die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes mittlerweile wissen. Bei der EM-Generalprobe ging das noch zweimal schief, Deutschland verlor zu Hause 2:3 und 0:3. Doch nach sechs Siegen in Folge, darunter auch der Sensationserfolg gegen Rekordeuropameister Russland (3:2), strotzen die Volleyballerinnen nur so vor Selbstvertrauen.

"Wir wissen, wir sind clever, auch wenn es mal nicht so läuft. Wir wollen dann nicht mit dem Kopf durch die Wand, sondern wir lassen auch mal den Gegner kommen. Daran beißen sich die anderen anscheinend die Zähne aus", sagte Denise Hanke. Die 30 Jahre alte Zuspielerin gehört zu den Routiniers im jungen Team.

Koslowski liebäugelte schon vor dem Achtelfinale gegen Slowenien mit einem Umzug nach Ankara ("Ich würde es nicht als unmöglich bezeichnen"). Dort finden ab dem Halbfinale alle Spiele statt.

Duell gegen Polen ist "nur" ein Schritt auf dem Weg zu Olympia

Auf dem Papier gehen die Deutschen leicht favorisiert in das Duell, in der europäischen Rangliste liegt die DVV-Auswahl auf dem sechsten Platz, Polen ist Achter. In der Weltrangliste werden die Polinnen, die vor einigen Jahren den Umbruch eingeleitet haben und sich seitdem stetig steigerten, sogar elf Plätze hinter den Deutschen (15.) geführt.

Bei der Heim-EM ließ der zweimalige Europameister mit einem 3:2-Achtungserfolg gegen die starken Italienerinnen aufhorchen, lediglich gegen Belgien leistete sich das Team eine knappe Niederlage. In der Runde der letzten 32 setzte sich Polen locker gegen den deutschen Vorrundengegner Spanien durch, doch nun steigt der Druck.

Vor zehn Jahren holte Polen in Lodz mit Bronze die bislang letzte EM-Medaille - die Erwartungen der Fans sind hoch. Dagegen können die Deutschen befreit aufspielen. "Wir müssen alles reinhauen und dann ist alles möglich", sagt Außenangreiferin Jennifer Geerties selbstbewusst. Jedes Spiel auf Topniveau bringt die Mannschaft ein Stück näher an das große Ziel, das Duell gegen Polen ist "nur" ein weiterer Schritt auf dem Weg zu den Sommerspielen in Tokio.

Was die junge DVV-Auswahl am meisten braucht, sind Erfahrungen auf hohem Niveau, und die sammelt sie bei der EM bislang zu Genüge. Im Januar kämpft Deutschland in der Europa-Qualifikation mit sieben weiteren Teams um das letzte Kontinentalticket - für den Kopf wäre der EM-Halbfinaleinzug Gold wert.

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