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Frauen-Power auf der Bahn: Krause und Klosterhalfen top

30.08.2019 12:23
Gesa Krause brachte sich zuvor schon in Berlin in Form
© Maja Hitij, getty
Gesa Krause brachte sich zuvor schon in Berlin in Form

Frauen-Power auf der Laufbahn: Gesa Felicitas Krause und Konstanze Klosterhalfen überzeugten beim Diamond-League-Finale in Zürich. Die erfolgsverwöhnten Speerwerfer schwächelten hingegen.

Gesa Felicitas Krause fieberte nach ihrem Rekordlauf noch beim Rennen ihrer WG-Freundin Konstanze Klosterhalfen mit, dann richtete das Hindernis-Ass bestens gelaunt eine Kampfansage an die geballte Konkurrenz aus Kenia. "Bei den Weltmeisterschaften", sagte Krause selbstbewusst, "möchte ich vorne mitmischen."

Wie Klosterhalfen steht Krause derzeit für geballte Frauen-Power auf der Laufbahn. Während die erfolgsverwöhnten deutschen Speerwerfer um Olympiasieger Thomas Röhler beim Diamond-League-Finale schwächelten, glänzten die Zimmerkolleginnen von Zürich im legendären Letzigrund-Stadion. Krause verbesserte ihren eigenen deutschen Rekord über 3000 m Hindernis gar auf 9:07,51 Minuten, nur vier Kenianerinnen waren schneller als sie.

"Ich bin sehr offensiv angegangen, am Schluss haben ich mir dann gesagt, Kopf aus und nicht mehr nachdenken", sagte Krause dem SID. Vier Wochen vor Beginn der WM in Doha (27. September bis 6. Oktober) wird die 27-Jährige immer schneller und schneller. "Ich glaube, so ein Rennen habe ich gebraucht. Eigentlich habe ich schon länger mit dem Rekord gerechnet", sagte Krause, die am Sonntag gleich ihren nächsten Härtetest hat: Beim ISTAF in Berlin läuft die Europameisterin die ungewohnten 2000 m Hindernis, um das WM-Programm zu simulieren.

Harte Schinderei im Höhentrainingslager zahlt sich aus

Wie Krause schuftete auch Klosterhalfen zuletzt in einem Höhentrainingslager in der Schweiz. Zwar reichte es für die 22-Jährige über 1500 m in 3:59,02 Minuten diesmal nicht zum deutschen Rekord, aber lediglich 5000-m-Europameisterin Sifan Hassan (Niederlande/3:57,08) war vor Klosterhalfen im Ziel. Und Weltrekordlerin Genzebe Dibaba aus Äthiopien eben nicht.

"Ich weiß nicht, wie ich das geschafft habe", sagte die Leverkusenerin, für die bei der WM auch die 5000 m eine Option sind. Für Krause als auch Klosterhalfen geht es in den nächsten Tagen wieder zurück in die Berge, um weiter an der Form für Doha zu feilen.

Und vielleicht gelingt dem Duo dann in der Wüste ja ein ähnlicher Coup wie Krause bei der WM 2015, als sie überraschend Bronze holte. "Es ist schön, dass wir in Deutschland derzeit zwei so schnelle Mittelstreckenläuferinnen haben", sagte Krause, die für ihren Traum seit vergangenen Oktober keinen freien Tag ohne Training hatte und zusammengerechnet rund sechs Monate in der Höhe schuftete.

Andreas Hofmann verpasst Gesamtsieg

Überhaupt nicht rund lief es hingegen für die DLV-Speerwerfer. Diamond-League-Titelverteidiger Andreas Hofmann (87,49 m) verpasste als Dritter den mit 50.000 Dollar dotierten Gesamtsieg, Weltmeister Johannes Vetter (84,46) kam auf Platz fünf, Olympiasieger und Europameister Röhler (82,91) wurde lediglich Siebter vor Bernhard Seifert (75,88). Der Este Magnus Kirt und Cheng Chao-Tsun (Taiwan) klauten dem Quartett die Show.

Beim Einwerfen habe noch alles gestimmt, "ich weiß nicht, was danach passiert ist", rätselte Hofmann hinterher: "Vielleicht waren meine Füße müde. Ich muss mit meinem Trainer sprechen und mir die Videos ansehen. Etwas lief falsch."

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