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Nach dem Einzug in die Gruppenphase der Europa League

Frankfurt feiert "Willensbiester" - nur Rebic außen vor

30.08.2019 12:21
Ante Rebic flog gegen Racing Strasbourg früh vom Platz
© Alex Grimm, getty
Ante Rebic flog gegen Racing Strasbourg früh vom Platz

An einem chaotischen Europa-League-Abend stand erneut Ante Rebic im Mittelpunkt. Bei der ausgelassenen Feier hielt sich der Stürmer von Eintracht Frankfurt danach aber auffällig zurück.

Als die "Willensbiester" von Eintracht Frankfurt vor den Fans jubelten, stand Ante Rebic in Badelatschen daneben. Seine Mitspieler hüpften wie Kinder auf und ab, schubsten sich freudetrunken hin und her - nur dem wechselwilligen Kroaten fehlte offenbar die große Feierlust. Weil möglicherweise das letzte Spiel für die Hessen hinter ihm lag. Vielleicht aber auch nur, weil ihm die Ereignisse noch immer zu schaffen machten.

Rebic war schließlich nicht weniger als der Auslöser eines völlig chaotischen Europa-League-Abends. "Es gab viele Emotionen auf und neben dem Platz", sagte Frankfurts Trainer Adi Hütter nach dem 3:0 (1:0) im Playoff-Rückspiel gegen Racing Straßburg.

Am Ende überwogen bei der Eintracht die Glücksgefühle, wie im Vorjahr gelang der Einzug in die Gruppenphase, "und das macht mich sehr glücklich und stolz", sagte Hütter.

Der Österreicher umarmte unmittelbar nach dem erlösenden Schlusspfiff deshalb auch Rebic innig - quasi ein Zeichen der Versöhnung. Denn (nicht nur) Hütter hatte den 25-Jährigen für dessen lustlose Auftritte in der jüngeren Vergangenheit kritisiert. Zudem benötigte der launische Vize-Weltmeister angesichts der unglücklichen Aktion augenscheinlich Trost.

Rote Karte gegen Rebic sorgt für Tumulte

Denn Rebic, das war von der ersten Minute erkennbar gewesen, war zwar um Wiedergutmachung bemüht. Er rannte wie zu seinen besten Zeiten, leitete die Führung seiner Mannschaft ein (26.), ging vor der Pause dann aber übermotiviert in einen Zweikampf mit Straßburgs Torhüter Matz Sels (44.). Die Rote Karte war dennoch umstritten.

"Danach sind die Emotionen übergekocht, es ging drunter und drüber", sagte Mittelfeldspieler Sebastian Rode nicht nur wegen der Tumulte beim Gang in die Kabine.

"Es ging sehr emotional in die Pause", sagte Eintracht-Torhüter Kevin Trapp, "wir haben das aber wieder schnell vergessen." Weil die zweite Halbzeit nahezu perfekt verlief.

Zunächst wurde Straßburgs Dimitri Lienhard wegen einer Tätlichkeit (55.) vom Platz geschickt, danach trafen Filip Kostic mit einem traumhaften Freistoß (60.) und Danny da Costa (67.) für die Frankfurter.

SGE kann sich auf ihre Fans verlassen

"Wir mussten clever sein und kühlen Kopf bewahren", sagte Trapp und sprach hochachtungsvoll von seinen Kollegen als "Willensbiester".

Dass das dem Fußball-Bundesligisten in einer extrem hitzigen Atmosphäre dermaßen gut gelang, dürfte Mut für die Gruppenphase machen. Bei den Heimspielen werden die enthusiastischen Zuschauer die eigene Arena ohnehin zum Hexenkessel machen, auswärts zudem wieder in Massen ihr Team begleiten. "Als Einsteiger war das Spiel sehr wichtig", sagte Vorstandsmitglied Axel Hellmann.

Aber nicht nur deshalb. Die Europa League genießt am Main anders als bei vielen Vereinen eine gewaltige Wertschätzung. Durch den beschwerlichen, letztlich aber erfolgreichen Weg in die Gruppenphase ist die Saison zudem schon so gut wie gerettet, was jetzt noch kommt, ist Bonus.

 

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