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Kind holt zum Rundumschlag gegen die DFL aus

27.08.2019 13:04
Martin Kind hat einmal mehr zu einem Rundumschlag ausgeholt
© Oliver Hardt, getty
Martin Kind hat einmal mehr zu einem Rundumschlag ausgeholt

Martin Kind war in seinem Element. Nachdem sich der Unternehmer bei Hannover 96 seine Machtbasis gesichert hatte, holte der Geschäftsführer der Fußball-Profis beim Zweitligisten zum Rundumschlag aus. Gegen die Medien, das Ständige Schiedsgericht der Lizenzligen - vor allem aber attackierte Kind die Deutsche Fußball Liga. Zudem ist sein Kampf gegen die Abschaffung der 50+1-Regel trotz des 96-Deals natürlich noch lange nicht beendet.

Als Kind am Montagabend in Hannover Hof hielt, bezeichnete der 75-Jährige die DFL gar als "Kartell". Vehement forderte er, der DFL das Recht am Lizenzierungsverfahren der 36 Klubs der 1. und 2. Liga zu entziehen. Dieses müsse in die Hände einer "neutralen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft" gelegt werden, sagte Kind. Er "empfehle den Gesellschaftern, offen und ehrlich konstruktiv über eine neutrale Lizenzierung zu diskutieren". Die DFL wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern.

Noch deutlicher wurde Kind bei seiner Kritik am Schiedsgericht unter Vorsitz des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Professor Udo Steiner. "Es ist ein Schiedsgericht der DFL und hat nicht die Kraft, um eigene Entscheidungen zu treffen", sagte Kind und klagte: "Ein Schiedsgericht muss neutral und unparteiisch sein. Das ist nicht der Fall. Es soll Recht sprechen und keine sportpolitischen Entscheidungen treffen."

Kind: 50+1 "ist nicht vom Tisch"

Kind hatte über ein Verfahren beim Schiedsgericht vergeblich um eine Ausnahmegenehmigung von der 50+1-Regel gekämpft, um die Mehrheitsanteile an Hannover 96 übernehmen zu können. Bei der Entscheidungsfindung habe sich das Gericht von sportpolitischen Aspekten "manipulieren" lassen, sagte Kind: "Wir haben das Vertrauen, das sage ich ganz bewusst, in Professor Steiner verloren."

Kind wird nun in den kommenden Monaten als Privatperson weiter gegen 50+1 vorgehen. "Das Thema ist nicht vom Tisch. Es gibt immer noch zivilrechtliche, kartellrechtliche Möglichkeiten", sagte er, nachdem sich der Investor im Ringen um die Macht mit dem Stammverein Hannover 96 e.V. über die weitere Zusammenarbeit geeinigt hatte. Im Gegenzug für eine Finanzspritze in Höhe von sechs Millionen Euro sowie mögliche Darlehen von bis zu knapp drei Millionen Euro durch Kind selbst und drei weitere Investoren aus dem Hannoveraner Raum behält Kind weitreichende Befugnisse.

Doch neuer Ärger scheint trotz des Deals programmiert. Klub-Präsident Sebastian Kramer betonte auf der gemeinsamen Pressekonferenz, dass der Mutterverein den Geschäftsführer der ausgegliederten Profis - also Kind - jederzeit abberufen könnte. "Das ist alles noch möglich", sagte Kramer, was Kind wiederum so nicht stehen lassen konnte: "Da muss ich deutlich widersprechen."

 

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