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U21 vor Neuanfang, Kuntz vor schwierigem Personal-Puzzle

27.08.2019 12:56
Auf Stefan Kuntz wartet in der U21 eine Mammutaufgabe
© Alessandro Sabattini, getty
Auf Stefan Kuntz wartet in der U21 eine Mammutaufgabe

Stefan Kuntz hat schon vorgewarnt. Wenn der DFB-Trainer am Mittwoch die neue U21-Nationalmannschaft vorstellt, werden die ganz großen Namen fehlen. "Es ist kein Geheimnis, dass jetzt die Jahrgänge kommen, die mit ihren Junioren-Nationalmannschaften in der Vergangenheit eher nicht so erfolgreich waren", sagte Kuntz bei "ran.de". Auf dem Weg zur EM 2021, der kommende Woche beginnt, sehe er in der deutschen Gruppe aktuell Belgien im Vorteil.

Bescheidene Worte von Kuntz, der bei seinem Personal-Puzzle nicht zu beneiden ist. Der 56-Jährige darf künftig nur noch Spieler nominieren, die am oder nach dem 1. Januar 1998 geboren sind. Sein Problem: In der Bundesliga sind diese Spieler bislang kaum aufgetaucht. "Wenn man sich das erste Liga-Wochenende anschaut, dann fällt auf, dass nur Johannes Eggestein, Dennis Geiger und Nico Schlotterbeck auf dem Rasen standen", sagt Kuntz. Das war's.

Das genannte Trio dürfte auch zu jenen Namen gehören, die Kuntz für den Test gegen Griechenland am 5. September in Zwickau, vor allem aber für den Beginn der EM-Qualifikation fünf Tage später in Wales nominiert. Aus dem starken Kader der EM, der im Sommer erst im Finale von Spanien gestoppt wurde, sind nur noch Eggestein (Werder Bremen), Torhüter Markus Schubert (Schalke 04), Arne Maier (Hertha BSC) und Lukas Nmecha (VfL Wolfsburg) spielberechtigt.

"Da sind hier und da ehemals gehypte Talente dabei"

Und sonst? In der Liste der bekanntesten Akteure des Jahrgangs 1998 stehen nach Eggestein und Hoffenheims Geiger die Namen Ridle Baku (Mainz 05), Julian Chabot (Sampdoria Genua) und Janni Serra (Holstein Kiel). Andere Nationen protzen da mit Kylian Mbappé, Trent Alexander-Arnold oder Christian Pulisic. Und bei den 1999 geborenen Spielern gibt es zwar Kai Havertz (Bayer Leverkusen), den muss Kuntz aber Joachim Löw überlassen. Und dahinter? Folgen Maier - und dann Linton Mainer (Hannover 96), Luca Itter (SC Freiburg) und David Otto (1. FC Heidenheim).

Ebenfalls spielberechtigt wäre Felix Götze vom FC Augsburg, Bruder von Mario Götze, zuletzt aber mit Hüftproblemen außer Gefecht. Oder Felix Passlack von Borussia Dortmund, der jüngste deutsche Torschütze in der Champions League, der aktuell an Fortuna Sittard ausgeliehen ist. "Da sind hier und da ehemals gehypte Talente dabei, die mittlerweile einsehen mussten, dass ihre sportliche Entwicklung eben kein Selbstläufer ist", sagt Kuntz, ohne Namen zu nennen.

Kuntz wirft die Flinte nicht ins Korn

Doch Kuntz sieht auch nicht alles schwarz. Schon vor zwei Jahren, nach dem Titelgewinn in Polen, standen ihm beim Neustart nur wenige Spieler mit Profierfahrung zur Verfügung. Doch dann nahm sein Team eine rasante Entwicklung, als Beispiel nennt der DFB-Trainer gerne Maximilian Eggestein. Warum also soll das nicht noch einmal gelingen?

"Wir wollen die Spieler gemeinsam in den nächsten Jahren weiterentwickeln", sagt Kuntz. Und dann, im Sommer 2021, vielleicht doch wieder eine starke EM spielen.

 

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