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Olympische Spiele
Olympische Spiele

Traditionsreich, faszinierend, umstritten

Die Olympischen Spiele im Portrait

27.08.2019 08:16
Im Nationalstadion von Tokio werden Teile der Olympischen Sommerspiele 2020 ausgetragen
© Matt Roberts, getty
Im Nationalstadion von Tokio werden Teile der Olympischen Sommerspiele 2020 ausgetragen

Das Nationalstadion, welches den nächsten Olympischen Sommerspielen 2020 in Japan dienen soll, ist beinahe fertiggestellt – so lautete die Schlagzeile Anfang Juli. In diesem Zuge werden aber auch kritische Stimmen laut. Denn Olympia als Institution ist durchaus umstritten und regelmäßige Skandale befeuern Meinungen die Gegner. Es lohnt sich daher ein Rückblick auf die Geschichte der Olympischen Spiele sowie die Fragestellung: Wie geht es in Zukunft weiter?

Alles begann zu Ehren der griechischen Götter

Von Anfang an waren die Olympischen Spiele ein echtes Zuschauerspektakel. Heutzutage nehmen mehr also 200 verschiedene Nationen teil – einst wurden sie jedoch nur in Griechenland abgehalten. Erfunden wurden sie nämlich bereits im 2. Jahrtausend vor Christus zu Ehren der griechischen Götter in dem kleinen Ort namens Olympia, welcher sich auf einer Halbinsel namens Peloponnes befindet.

Das Datum der ersten Spiele kann heutzutage nur noch geschätzt werden. Die ersten Siegerlisten liegen zwar aus dem Jahr 776 vor Christus vor, allerdings waren das vermutlich nicht die ersten Wettkämpfe dieser Art. Überhaupt ranken sich viele Mythen um diese ersten Olympischen Spiele: Angeblich soll der Halbgott Herakles sie ins Leben gerufen haben, um damit seinen Vater, den Gott Zeus, zu ehren. Wie es wirklich ablief, lässt sich heutzutage nicht mehr rekonstruieren.

Die "Olympiade" als Zeitmaß in der Antike

Neben den Olympischen gab es im antiken Griechenland noch die

  • Pythischen,
  • Isthmischen und
  • Nemeischen Spiele.

Dabei handelte es sich um ähnliche Sportwettkämpfe, welche in Delphi, Isthmus von Korinth und Nemea abgehalten wurden. Schon damals galt aber die Austragung in Olympia als der größte und wichtigste Wettkampf dieser Art – kein Wunder also, dass er es war, welcher sich bis heute durchsetzen konnte. Er wurde sogar so wichtig, dass der Begriff "Olympiade" im Griechenland der Antike ein neues Zeitmaß darstellte und somit einen Zeitraum von vier Jahren bezeichnete.

Die Verwendung der Olympiade als Synonym für die Olympischen Spiele, wie sie heute gerne verwendet wird, ist also genau genommen falsch. Dahinter steckt eben der Vier-Jahres-Rhythmus, welchen der Wettkampf bis in die heutige Zeit beibehalten hat.

Von einer zu 18 Disziplinen im Zeitraffer

Unterschiede zu den heutigen Olympischen Spielen gab es aber dennoch zahlreiche. So gab es in der Anfangszeit nur eine einzige Disziplin, die aus einem Wettlauf der Teilnehmer gegeneinander bestand. Dieser wurde über die Distanz des damaligen Stadions ausgetragen, welche genau 192,24 Meter umfasste.

Das sollte bis zum Jahr 724 vor Christus so bleiben, dann begann die Blütezeit der Olympischen Spiele und mit ihr wurden immer mehr Sportarten hinzugefügt. Dabei handelte es sich zuerst nur um weitere Laufwettbewerbe, später aber auch um zahlreiche weitere Disziplinen wie beispielsweise

  • Ringkampf
  • Leichtathletik
  • Pentathlon
  • Reiten

Hinzu kamen früher zudem musische Wettbewerbe, denn zu damaligen Zeiten in Olympia handelte es sich noch nicht per se um einen reinen Sportwettkampf. Für die nächsten Spiele in Tokio kommen nochmals sieben weitere Disziplinen hinzu.

Das religiöse Fest von Olympia

Früher stellten die Olympischen Spiele ein religiöses Fest dar, begleitet von verschiedenen Zeremonien. Geehrt wurde neben dem Göttervater Zeus dabei auch der göttliche Held Pelops. Für die Sportler selbst war es von existenzieller Bedeutung. Denn der Verlierer musste unter Umständen mit dem Tod rechnen – vor allem in den Kampfdisziplinen – oder geschmäht auf Schleichwegen den Heimweg antreten, wo er verspottet wurde. Das galt auch bereits für den Zweitplatzierten.

Der Sieger hingegen erntete Ruhm und Ehre. Er erhielt den Status als ein "von den Göttern begünstigter Mensch" und wurde sogar durch Statuen oder Gedichte verewigt. Einige von ihnen sind daher bis heute bekannt, zum Beispiel Milon von Kroton oder Koroibos. Insgesamt fünf Tage dauerte dieses Spektakel zu jener Zeit an, bis es im Jahr 148 vor Christus ein jähes Ende fand.

Veränderungen und Pausen für die Wettkämpfe

Zu jenem Zeitpunkt kamen nämlich die Römer nach Griechenland und verbaten alle heidnischen Bräuche und Zeremonien. Die Olympischen Spiele wurden zwar nicht vollständig abgeschafft, jedoch auf einen reinen Sportwettkampf reduziert und auch für nichtgriechische Athleten geöffnet. Erstmalig in der Geschichte, nahmen sie also einen Charakter an, welcher dem heutigen internationalen Sportevent glich.

Nach dieser Veränderung kam aber erst einmal eine Pause für Olympia. Wann genau diese begonnen hat, darüber wird allerdings spekuliert: Einerseits hatte der Kaiser Theodosius I. im Jahr 393 alle heidnischen Feste verboten, wobei unklar ist, ob das auch die Olympischen Spiele betraf. Spätestens ab 426 nach Christus konnten diese aber definitiv nicht mehr abgehalten werden, denn zu jener Zeit wurden in Olympia alle griechischen Tempel sowie Anlagen zerstört – teilweise durch den Kaiser Theodosius II., aber auch durch Erdbeben, Überschwemmungen sowie Erdrutsche.

Ein Blick auf die ersten Sportler und Skandale

Wer an den Olympischen Spielen teilnehmen durfte, war von Beginn an strikt geregelt. Die Vorgaben durchliefen im Zuge der Geschichte jedoch einige Veränderungen:

  • Zu Anfang konnten ausschließlich junge griechische Männer aus Athen teilnehmen.
  • Später wurden die Bestimmungen liberaler, sodass auch Sportler aus Olympia selbst zugelassen wurden.
  • Bei den zweiten Olympischen Spiele der Neuzeit nahmen erstmals auch Frauen an den Wettbewerben teil.
  • Jedoch gab es einige Ausschlusskriterien: Wer beispielsweise eines Verbrechens belangt wurde oder unehelich geboren war, durfte nicht am Wettkampf teilnehmen.

Wie bereits erwähnt, war eine Niederlage aber eine große Schande, weshalb natürlich früh mit Schummeleien und Tricks experimentiert wurde, um das Ergebnis zu den eigenen Gunsten zu beeinflussen. Das wohl bekannteste Beispiel war im Jahr 67 nach Christus der Kaiser Nero selbst, der nach deren Öffnung für römische Sportler an den Spielen teilnehmen wollte. Diese zu verlieren, wäre für ihn natürlich nicht infrage gekommen. Dementsprechend entschied er den Wettkampf kurzerhand in sage und schreibe sechs Disziplinen für sich – und zwar durch Bestechung.

 

Den Siegern galt Ruhm und Ehre – ein Leben lang

Warum ein solcher Betrug attraktiv war, lag vor allem im großen Ruhm begründet, den die Sieger für den Rest ihres Lebens ernteten. Wer die Wettkämpfe für sich entscheiden konnte, musste nie wieder Steuern zahlen und lebte fortan auf Staatskosten sorgenfrei und im Luxus. Noch größer als diese Annehmlichkeiten wog für die Sportler aber die Ehre, welche ihnen zuteil wurde. Sie waren als Helden gefeiert und im antiken Griechenland sowie später unter den Römern eine echte Berühmtheit.

Die Beweggründe für die Teilnehmer, an den Olympischen Spielen mitzumachen, waren also damals ebenfalls ähnlich zu jenen heute. Denn nach wie vor gilt der Sieg bei Olympia als die größtmögliche Errungenschaft sowie Ehre für Sportler – und geht natürlich auch mit finanziellen Vorteilen einher. Dementsprechend groß ist heute wie damals die Verlockung, den Ausgang der Spiele beeinflussen zu wollen. Genau das ist auch ein Grund, weshalb die Olympischen Spiele mittlerweile sehr umstritten sind. Denn in der Neuzeit war die Geschichte von Olympia überschattet von zahlreichen Skandalen.

Die Wiederbelebung der Olympischen Spiele

Nach einer langen Pause wurden die Spiele am 23. Juni 1894 wiederbelebt. Ähnliche Versuche gab es bereits zuvor mit den "Cotswold Olympick Games", die im 17. Jahrhundert in England durchgeführt wurden, oder den "Olympiades de la République" im Frankreich des 18. Jahrhunderts.

Einen wirklichen Durchbruch erreichte aber erst Pierre de Coubertin. Der Baron fühlte sich inspiriert durch die archäologische Ausgrabung der alten Sport- sowie Tempelanlagen in Olympia sowie die bittere Niederlage seiner Nation im Deutsch-Französischen Krieg wenige Jahre zuvor. Für ihn war klar: Die Hauptursache lag in der mangelnden körperlichen Leistungsfähigkeit der Soldaten. Ziel war also, den Sport sowohl im Schulsystem als auch in der Gesellschaft wieder fest zu verankern und die Olympischen Spiele sollten dabei als Motivation dienen.

Dennoch sollten sie nichts mit Krieg oder einer Vorbereitung der Soldaten auf weitere Kämpfe zu tun haben. Stattdessen erklärte er, durch den internationalen Sportwettkampf den Frieden und die internationale Verständigung fördern zu wollen. Es ginge darum, so Pierre de Coubertin, sich bei sportlichen Wettkämpfen zu messen und nicht auf dem Schlachtfeld.

Diesen Vorschlag präsentierte er dem internationalen Kongress in Paris und so wurde am Juni 1894 beschlossen, die Olympischen Spiele in die Neuzeit zu holen. Erster Austragungsort sollte Athen sein, anschließend startete die internationale Rotation, wie sie bis heute gepflegt wird. Für die konkrete Organisation wurde das Internationale Olympische Komitee gegründet – das IOC, welches ebenfalls nach wie vor tätig ist.

Die ersten Krise und Skandale von Olympia

Der Hang zum Betrug sollte mit dieser Wiederbelebung leider auch nicht in der Antike zurückbleiben. Nach dem großen Erfolg der ersten Olympischen Spiele mit rund 250 Athleten folgte daher schon bald die erste Krise: Die folgenden Wettkämpfe präsentierten sich schlecht organisiert, mit wenigen Teilnehmern und geringer öffentlicher Aufmerksamkeit. Das Abrutschen in die Bedeutungslosigkeit konnte zwar verhindert werden, nicht aber die ersten Skandale der Neuzeit:

  • Dem Sieger im Zehnkampf aus dem Jahr 1912 namens Jim Thorpe wurden rückwirkend seine Medaillen aberkannt, weil er als angeblicher Amateur Geld angenommen hatte.
  • Die Halbjüdin Helene Mayer hob bei den Olympischen Spielen im Jahr 1936 die Hand zum Hitlergruß und erzürnte damit die deutschen Juden, welche zuvor teilweise von den Spielen ausgeschlossen wurden.
  • Die Siege der männlich wirkenden Teilnehmerinnen Tamara und Irina Press führten dazu, dass ab dem Jahr 1966 Geschlechtertests für alle Olympischen Spiele eingeführt wurden. Fortan traten die ukrainischen Geschwister nicht mehr an.
  • Im Jahr 1988 entschieden sich die Kampfrichter in Seoul bei einem Boxkampf für den heimischen Teilnehmer Park Si-Hun als Sieger, obwohl er deutlich von seinem US-amerikanischen Gegner Roy Jones Junior dominiert wurde. Der offensichtlich im Raum stehende Verdacht der Bestechung konnte allerdings niemals bestätigt oder entkräftet werden.
  • Bei denselben Olympischen Spielen wurde dem Sieger des 100-Meter-Laufs Ben Johnson nur einen Tag später seine Medaille wegen Dopings aberkannt.

  • Im Jahr 2012 kam es zu Manipulationen beim Badminton, woraufhin insgesamt acht Spielerinnen disqualifiziert wurden.

Diese sind nur einige wenige von vielen Beispielen für kleinere oder größere Skandale, welche den Weg der Olympischen Spiele in der Neuzeit gepflastert haben. Vor allem aber kommt es immer wieder zu Diskussionen aufgrund von Doping-Fällen.

Doping als relevantes Problem bei den Olympischen Spielen

Wann es die ersten Versuche zur eigenen Leistungssteigerung gab, ist nicht bekannt. Vermutlich haben das bereits die Athleten im antiken Griechenland probiert. Mittlerweile gibt es dafür aber viel ausgefeiltere – und vor allem illegale – Methoden. Die Kreativität der Athleten sowie ihrer Ärzte, Betreuer oder Trainier kennt dabei kaum Grenzen.

Wird ein Mittel oder Verfahren als Doping deklariert und offiziell verboten, dauert es nicht lange, bis sie neue Methoden oder Grauzonen finden. Das Doping ist daher zu einem lästigen Dauerthema geworden, nicht nur bei den Olympischen Spielen, sondern im Spitzensport allgemein.

Der bereits erwähnte Ben Johnson war es schließlich, der für eine Art Präzedenzfall sorgte. Seither ist es aber leider nicht bei diesem Einzelfall geblieben. Bei quasi jeden Olympischen Spielen gab es erneute Fälle und unbewiesene Mutmaßungen. Stark betroffen sind zudem die Radsportarten, zunehmend aber auch der Fußball sowie verschiedene Wintersportarten. Die Liste ist beinahe endlos. Die Zahlen sind erschreckend und spiegeln die Entwicklung über die Jahre wider:

  • Jeder siebte Athlet hat veränderte Blutwerte, welche sich nicht auf natürliche Art und Weise erklären lassen.
  • Je nach Nation, ist bis zur Hälfte aller Athleten des Landes bei Doping-Tests auffällig.
  • Es wird zudem vermutet, dass rund ein Drittel der Medaillen von Läufern bei Olympischen Spielen aufgrund von Doping aberkannt werden müssten – zumindest in der Theorie.

Genau das ist aber das Problem: In der Praxis ist ein solcher Nachweis nicht immer möglich und so bleibt sowohl bei den Olympischen Sommer- als auch Winterspielen stets der Beigeschmack, die Medaillen der Sieger auf ihre Rechtmäßigkeit hinterfragen zu müssen.

Für den bislang wohl größten Skandal der olympischen Geschichte sorgte Russland. Dort soll das Doping sogar staatlich finanziert und verschleiert worden sein. Der Skandal führte bis hin zu einer Sperre der russischen Leichtathleten im Jahr 2016 mit nur wenigen Ausnahmen. Auch für die kommenden Spiele ist Russland mit neuen Vorwürfen konfrontiert und eine Teilnahme noch nicht sicher.

Apropos Winterspiele: Diese wurden im Jahr 1924 ins Leben gerufen und fanden immer im gleichen Jahr statt wie die Olympischen Sommerspiele. Ab dem Jahr 1994 erhielten sie ihren separaten Zyklus als Gegenpol zu den Sommerwettkämpfen, sprich im zweijährigen Wechsel. Im Jahr 1960 fanden zudem die ersten Paralympics und im Jahr 2010 die ersten Jugend-Sommerspiele statt.

Wie Olympia immer wieder politisch ausgenutzt wird

Als wäre das Doping-Problem noch nicht genug, werden die Olympischen Spiele auch immer wieder für politische Zwecke ausgenutzt – obwohl sie ja ausdrücklich als unpolitische Veranstaltung (wieder) ins Leben gerufen wurden. Dennoch wurden im Jahr 1968 zwei US-amerikanische Sportler aus dem olympischen Dorf verwiesen, weil sie bei ihrer Siegerehrung ein Zeichen für die "Black Power"-Bewegung setzten.

Nur zwölf Jahre später drohte die Situation zu eskalieren, als am 15. Mai 1980 das Nationale Olympische Komitee beschloss, die Olympischen Sommerspiele in Moskau zu boykottieren – ebenso wie 63 weitere Länder, darunter auch die USA. Ziel war, ein Zeichen des Protests gegen den Einmarsch in Afghanistan zu setzen. Der Kalte Krieg bliebt also auch dem Sportwettkampf nicht fern.

Das Phänomen der Olympischen Spiele wächst dennoch

Es gibt also gleich mehrere Gründe, weshalb Olympia viele Kritiker hat und die Wettbewerbe zunehmend umstritten sind. Dennoch tut das der Faszination der Olympischen Spiele bislang keinen Abbruch. Im Gegenteil:

  • Während an den ersten Wettkämpfen der Neuzeit 1896 nur 250 Athleten teilnahmen, sind es mittlerweile mehr als 10.000 aus über 200 verschiedenen Ländern – und zwar allein bei den Sommerspielen.
  • Bei den Olympischen Winterspielen sind es rund 2.500 Sportler aus 80 Ländern.

Diese Zahlen machen deutlich, welchen großen finanziellen Wert das Spektakel hat. Die Umsätze bewegen sich im Milliarden-Bereich und dementsprechend hoch sind auch die Gewinne, die trotz immenser Kosten für die Organisation oder den Bau von Stadien und weiterer Infrastruktur übrig bleiben.

Das Interesse des IOC, die Olympischen Spiele auch in Zukunft am Leben zu erhalten, ist also groß – allen Skandalen und Problemen zum Trotz. So wird derzeit zum Beispiel diskutiert, ob und wo die Winterspiele 2026 abgehalten werden können. Denn es mangelt an realistischen Kandidaten, welche die politischen Voraussetzungen bieten und zugleich bereit sind, die hohen Kosten für die Ausrichtung solcher Spiele zu tragen. So ganz unwichtig ist die schwierige Lage der aktuellen Weltpolitik für die Olympischen Spiele also doch nicht.

Begleitprobleme werden einfach ignoriert

Das Interesse an Ländern, welche die finanziellen Mittel haben und bereit sind, diese in die Ausrichtung Olympischer Spiele zu investieren, sinkt also stetig. Der Bau der Stadien kostet enorme Beträge und anschließend werden sie nicht selten zu sogenannten "Weißen Elefanten" – zu verlassenen Stadien also, die eine Menge Unterhalt kosten.

Zudem machen regelmäßig Begleitprobleme Schlagzeilen, welche auf skandalöse Art und Weise gelöst werden:

  • So soll Russland kurz vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi tausende streunende Hunde sowie Katzen auf öffentlicher Straße getötet haben, und zwar auf brutalste Art und Weise sowie vor den Augen von Kindern.
  • In Peking gab es kurz vor den Sommerspielen im Jahr 2008 Fahrverbote für die Einwohner, um die Luftverschmutzung auf ein einigermaßen akzeptables Niveau zu senken. Dauerhafte Verbesserungen nach den Spielen blieben allerdings eine Fehlanzeige.

Auch diese sind nur wenige von vielen Beispielen, welche deutlich machen, dass Olympia als Sportveranstaltung in den ausrichtenden Ländern nicht nur Gutes mit sich bringt. Doch wo sich Geld verdienen lässt, werden solche "Begleitprobleme" kurzerhand ignoriert oder auf fragliche Weise gelöst, wie die Geschichte zeigt. Es ist daher auch nicht zu erwarten, dass die Olympischen Spiele in absehbarer Zukunft ein erneutes Ende finden werden.

Verbesserungsbedarf gibt es dennoch – und zwar an vielen Ecken und Enden. Das beginnt bereits bei der Vergabe durch den IOC, denn seit der Zuteilung von Olympia 2020 an Tokio steht nun der Verband selbst unter Korruptionsverdacht. Auch ein Ende der Skandale ist also noch lange nicht in Sicht.