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Nur "Blech" für deutsche Springreiter zum EM-Abschluss

25.08.2019 16:29
Simone Blum belegte in der Einzel-Entscheidung Platz 4
© Dean Mouhtaropoulos, getty
Simone Blum belegte in der Einzel-Entscheidung Platz 4

Beim Sieg des Schweizers Martin Fuchs blieben die deutschen Springreiter zum Abschluss der EM in Rotterdam ohne Medaille.

Otto Becker war bemüht, die Enttäuschung wie Zufriedenheit aussehen zu lassen, ganz gelang es ihm nicht. "Natürlich sind wir ein bisschen frustriert, wir waren so nahe dran an der Medaille", sagte der Bundestrainer der deutschen Springreiter nach dem medaillenlosen Abschluss der EM in Rotterdam: "Aber unser Fazit ist trotzdem durchweg positiv, wir haben uns hier als Team präsentiert und Silber im Nationenpreis gewonnen."

Eine Viertelstunde zuvor hatte Weltmeisterin Simone Blum ihre Wunderstute Alice mit zusammengekniffenen Lippen aus dem Parcours gesteuert: Ein Abwurf, keine Medaille, Blum landete in der Einzel-Entscheidung auf dem ungeliebten vierten Platz. "Klar bin ich enttäuscht, eine Medaille wäre schön gewesen", sagte Blum: "Aber es kann halt nicht immer klappen."

Direkt hinter ihr komplettierte der dreimalige Weltcupsieger Marcus Ehning beim Sieg des Schweizers Martin Fuchs das gute, aber eben nicht ganz gute deutsche Ergebnis. "Ich fahre dennoch ganz zufrieden nach Hause", sagte Ehning.

Die deutsche Delegation darf die größte Hafenstadt Europas in der Tat erhobenen Hauptes verlassen. Sieben Medaillen aus vier Wettbewerben, davon dreimal Gold durch die überragende Isabell Werth in der Dressur und Silber für die Springreiter im Nationenpreis sind eine hervorragende Bilanz.

Aber die Medaille am Ende fehlte, obwohl Becker mit der stärksten Equipe seit Jahren angereist war. Im ersten Umlauf legten Ehning und Blum zwei Nullrunden vor und blieben trotz der eng bemessenen Zeit ohne Strafpunkt. Im zweiten Umlauf lag Blum noch aussichtsreich im Rennen, als am zweiten Hindernis der Dreifach-Kombination die Stange fiel und alle Hoffnungen auf einen erneuten Coup der Weltmeisterin mit sich riss.

Der Weltranglistendritte Daniel Deußer und sein kleiner quirliger Hengst Tobago hatten nach zwei Abwürfen im ersten Umlauf den finalen Durchgang verpasst. Christian Ahlmann mit Clintrexo verzichtete auf einen Start am Sonntag, um sein junges Pferd zu schonen.

Diese Probleme hatte Isabell Werth nicht, sie wusste, dass sie für Gold in der Kür am Samstag über 90 Prozent gehen musste, und sie tat es. "Bella Rose wusste es auch", sagte die 50-Jährige nach ihrem Sieg in der Kür zum Abschluss der Dressur-Wettbewerbe in Rotterdam. Hinter der "Queen of Dressage" komplettierten Dorothee Schneider mit Showtime und Jessica von Bredow-Werndl mit Dalera den ersten deutschen EM-Dreier der Geschichte.

Dabei hatte Schneider durchaus mehr als Silber in der Hand. Als erste aus dem deutschen Trio war von Bredow-Werndl auf das Viereck gegangen, und sie zeigte mit ihrer Stute Dalera eine makellose Leistung. Danach kam Werth, wohlwissend, dass sie vorlegen musste, und sie legte vor: Die abschließende Piaffe-Pirouette, in Perfektion dargeboten, gehört zu den allerhöchsten Schwierigkeiten in der Dressur.

Sie übernahm damit die Führung, doch Dorothee Schneider legte mächtig los. Zu den Klängen von Queen und "The Show must go on" tanzte Showtime durch das Viereck, ein furioser Start, doch dann schlichen sich erste kleine Fehler ein. Am Ende war alles wie immer.

Zum Auftakt der Dressur-Wettbewerbe hatte die deutsche Equipe in der Besetzung Werth, Schneider, von Bredow-Werndl und Sönke Rothenberger Gold in der Mannschaftswertung gewonnen. Im Grand Prix Special hatte sich Werth mit einem Prozentpunkt Vorsprung gegen die zweitplatzierte Schneider durchgesetzt.

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