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Final-Pleite gegen die Niederlande

"Wahnsinnig enttäuscht": Deutscher Gold-Traum geplatzt

25.08.2019 22:20
Die Hockey-Damen der Niederlande haben sich den EM-Titel gesichert
© Dirk Waem
Die Hockey-Damen der Niederlande haben sich den EM-Titel gesichert

Am Ende fehlte nicht viel zum dritten EM-Titel und dem Olympia-Ticket, doch nach dem 0:2 gegen den Favoriten Niederlande standen die deutschen Hockey-Frauen mit leeren Händen da.

Xavier Reckinger redete eindringlich auf seine Spielerinnen ein, der Bundestrainer tröstete, klopfte auf hängende Schultern. Doch die Enttäuschung über den verpassten Titel bei der EM in Belgien konnten die deutschen Hockey-Frauen nicht so leicht abschütteln. Für das Silberfoto rang sich die Mannschaft aber zumindest wieder ein gequältes Lächeln ab.

"Obwohl ich wahnsinnig enttäuscht bin, bin ich auch unfassbar stolz. Wir kommen immer näher heran, das merke ich auch", sagte Reckinger und betonte: "Die Schritte, die wir jetzt gemacht haben, sind unglaublich wichtig - diese Erfahrung, auch mal ins Finale zu kommen."

Denkbar knapp war sein Team im Finale in Antwerpen mit 0:2 (0:1) gegen den Favoriten Niederlande am ganz großen Triumph vorbeigeschrammt und hatte damit auch die erste Chance zur Qualifikation für die Sommerspiele 2020 in Tokio verpasst.

Obwohl sich Deutschland in Antwerpen teuer verkaufte, muss die Mannschaft weiter auf den dritten EM-Titel nach 2007 und 2013 warten. Die Olympia-Teilnahme kann sich das talentierte Team in zwei Qualifikationsspielen im November in Mönchengladbach sichern.

Danas einfach nicht zwingend genug

Die Chancen stehen gut, denn die Formkurve zeigt deutlich nach oben, auch gegen die Niederlande fehlte nicht viel. Die deutschen Männer hatten tags zuvor frustriert Platz vier akzeptieren müssen, dürfen aber ebenfalls zu Hause um das Tokio-Ticket kämpfen.

Im insgesamt sechsten Finalduell der beiden Rivalen bei einer EM blieb das Team um Kapitänin Janne Müller-Wieland erstmals im Turnier ohne Treffer. Die Reckinger-Auswahl begann beherzt, wirkte sehr präsent und konnte in der Anfangsphase den Gegner unter Druck setzen. Doch gute Möglichkeiten blieben Mangelware.

Nach zwei Strafecken für die Niederlande fiel allerdings das 0:1, Torhüterin Julia Sonntag war beim Stecher von Kelly Jonker (12.) chancenlos. Die beste Chance zum Ausgleich vor der Pause hatte Pia Märtens (27.). In der zweiten Hälfte scheiterte Amelie Wortmann (33.) knapp. 40 Sekunden vor Schluss fiel das 0:2 durch Lidewij Welten (60.), Sonntag war da schon nicht mehr auf dem Feld.

DHB schnupperte an der Überraschung

Am Ende fehlte nicht viel, um die Niederlande endlich wieder einmal zu bezwingen, der letzte Sieg gegen Oranje liegt bereits acht Jahre zurück. Dabei schien die Zeit reif für eine Überraschung, in den Gruppenspielen hatten die Niederlande noch geschwächelt und zwei Unentschieden hinnehmen müssen. Seine Dominanz zeigte das beste Frauenteam der Welt erst mit einem 8:0 gegen Olympiasieger England.

Für den Deutschen Hockey-Bund (DHB) ist der zweite Platz dennoch ein Erfolg und das erste Edelmetall bei einem Großereignis seit den Bronzemedaillen bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro 2016.

Das Männerteam von Bundestrainer Stefan Kermas schob hingegen Frust, erstmals blieb die Nationalmannschaft bei zwei aufeinanderfolgenden Europameisterschaften ohne Edelmetall. Auch die WM 2018 mit Rang fünf war wenig zufriedenstellend verlaufen. Nun setzte es im Spiel um Platz drei eine 0:4-Pleite gegen die Niederlande.

Die Ergebniskrise hält an, gegen die Topnationen kann das DHB-Team bei großen Turnieren weiter nicht gewinnen. Bis zur Olympia-Qualifikation muss die Mannschaft "knallharte Fehleranalyse betreiben, aber da sind die Jungs gut drin. Und dann müssen wir die Aufgabe, von der wir wohl erst Ende September wissen, wie sie heißt, mit einer Mischung aus Willen und maximaler Ruhe angehen", sagte Kermas. Auf dem Weg nach Tokio 2020 bleibt viel Arbeit.

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