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Thesen zur Saison 2019/20

Kein Wagner-Effekt bei S04 - Europa-Wunder bleibt aus

15.08.2019 18:05
David Wagner steht beim FC Schalke 04 vor einer großen Herausforderung
© Martin Rose, getty
David Wagner steht beim FC Schalke 04 vor einer großen Herausforderung

Mit der Partie zwischen Serien- und Rekord-Meister FC Bayern gegen Hertha BSC beginnt am Freitag die 57. Bundesliga-Saison. In 306 Spielen fighten, BVB, FC Schalke 04, Eintracht Frankfurt, Gladbach und Co. dann um die Schale. Teile der sport.de-Redaktion überbrücken die Zeit bis zum ersten Anstoß mit der Abgabe ihres ganz persönlichen Senfes zu einigen gewagten Thesen:

These: David Wagner führt den FC Schalke 04 zurück in die Erfolgsspur 

Christian Schenzel: Wenn die Erfolgsspur Platz zehn und mehr als ein Tor pro Spiel ist, dann ja. Viel mehr ist mit dieser Mannschaft nicht drin. Schalkes Zurückhaltung auf dem Transfermarkt wird Wagner wohl oder übel ausbaden müssen.

Tom Kühner: Eine steile These, die meiner Meinung nach so nicht zutrifft. Denn Schalke erholt sich nur schleppend von der Katastrophen-Saison, der Umbruch benötigt mehr Zeit als nur ein Jahr. Wagners Handschrift war in den Testspielen teilweise zu erkennen, für eine konstant gute Bundesliga-Runde reicht das jedoch keinesfalls. Am 34. Spieltag kämpft Königsblau gegen den SC Freiburg lediglich um Platz zehn und elf.

Lissy Beckonert: Schwer zu glauben. Klar ist: David Wagner ist ein ausgezeichneter Trainer. Fakt ist aber auch: Er ist beim falschen Verein. Zu groß sind Schalkes Altlasten aus vergangenen Zeiten. Der Coach wird es wohl nicht schaffen, die Königsblauen direkt zurück in die Erfolgsspur zu führen. Mit einer deutlichen Besserung ist wohl erst in der Saison 2020/2021 zu rechnen.

Marc Affeldt: Warum denn nicht? Klar, zum Auftakt reist man zwar nach Gladbach, wo es traditionell nichts zu holen gibt und auch der Umstand, dass am ersten Heimspiel der Saison ausgerechnet der FC Bayern auf Schalke gastiert, deutet eher auf einen Null-Punkte-Start hin - aber Schalke wäre halt nicht Schalke, wenn man sich auch nur auf irgendwas verlassen könnte.

Warum sollte S04 also nicht einmal mehr der Langeweile ins Gesicht lachen, vier bis sechs Punkte einfahren und in einen Lauf verfallen. Für die ersten vier Ränge reicht der Knappen-Kader dennoch nicht, aber Wagner ist es durchaus zuzutrauen, eine Euphoriewelle zu entfachen, das vorhandene Personal ein Stück weit übers Limit und auf einen Europa-League-Platz zu führen. Gelingt dieses Vorhaben dürften die Fans dem einstigen Eurofighter sogar den dicken schwarzgelben Schandfleck in seiner Vita verzeihen.

Mats-Yannick Roth: Wenn Erfolg mit einem einstelligen Tabellenplatz gleichzusetzen ist, dann ja! Wenn es heißen soll, Rückkehr in die Champions League, dann nein! Die Europa League ist zumindest nicht kategorisch ausgeschlossen, alles darüber aber schon. Mehr als Platz sechs gibt der Kader beim besten Willen nicht her. 


These: International sehen die Bundesliga-Klubs erneut kein Land

Mats-Yannick Roth: Spielt sich der BVB in einen Rausch, kann er auch auf europäischer Bühne einen deutlichen Schritt nach vorne machen. Ein chancenloses Ausscheiden wie zuletzt gegen Tottenham wird sich 2019/20 nicht wiederholen. Mit den beiden deutschen Branchenführern FC Bayern und dem BVB schaffen zwei Teams den Sprung ins Viertelfinale der Königsklasse. Ab da sehen die Teams zwar noch Land, allerdings wird die Luft auf diesem ziemlich dünn.

Christian Schenzel: So sieht es aus. Mit der europäischen Spitze können im besten Fall Bayern und der BVB mithalten. Und selbst das ist eine gewagte These. Vielleicht reicht es in der Europa League wieder zu einem Achtungserfolg, das war es dann aber auch schon. Die Rechnung ist ganz einfach: Nur wer groß investiert, hat am Ende auch Erfolg. Nicht ganz zufällig sind Liverpool und Chelsea die Titelverteidiger, nicht ganz zufällig haben davor Real Madrid und Atlético die Pokale geholt. 

Lissy Beckonert: Auf der internationalen Bühne sehe ich erneut schwarz. In der Königsklasse ist Bayern und dem BVB keine nennenswerte Rolle zuzutrauen. In München ist der Kader zu klein, beim BVB fehlt einfach die internationale Klasse und Erfahrung. Leipzig und Leverkusen haben nicht einmal Außenseiterchancen.

In der Europa League zeichnet sich ein ähnliches Bild ab: Gladbach, Wolfsburg und Frankfurt (bei erfolgreicher Qualifikation) sind einfach zu schwach besetzt, um mit den internationalen Topklubs mitzuhalten.

Marc Affeldt: "Kein Land" ist vielleicht etwas hoch gegriffen, die Bundesliga-Teams werden aber zumindest keine tiefen Fußabdrücke auf diesem hinterlassen. Mit etwas Los- und Spielglück traue ich dem FC Bayern und dem BVB den Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse zu. In der Europa League könnte sogar mehr drin sein. Vorausgesetzt für RB Leipzig, Bayer Leverkusen oder die Dortmunder geht es nach der CL-Gruppenphase auf der kleineren Bühne weiter.

 

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Tabelle

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1RB LeipzigRB LeipzigRB Leipzig431010:3710
2Borussia DortmundBorussia DortmundDortmund430113:589
3SC FreiburgSC FreiburgSC Freiburg430110:379
4Bayern MünchenBayern MünchenFC Bayern422012:488
5VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburg42207:348
6FC Schalke 04FC Schalke 04Schalke 0442118:447
7Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbach42115:417
8Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusen42116:7-17
9Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurt42025:506
10Werder BremenWerder BremenSV Werder42028:9-16
11Fortuna DüsseldorfFortuna DüsseldorfDüsseldorf41126:7-14
121. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion Berlin41125:8-34
131899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheim41123:6-34
14FC AugsburgFC AugsburgAugsburg41126:10-44
151. FC Köln1. FC Köln1.FC Köln41034:7-33
161. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 0541034:13-93
17SC Paderborn 07SC Paderborn 07Paderborn40135:12-71
18Hertha BSCHertha BSCHertha BSC40133:10-71
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