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"No-Go" des ManCity-Trainers?

Matthäus über Sané-Deal: "... dann hat Pep sich verzockt"

13.08.2019 12:24
Lothar Matthäus lobte den FC Bayern für den Perisic-Deal
© Juergen Schwarz, getty
Lothar Matthäus lobte den FC Bayern für den Perisic-Deal

Ivan Perisic steht unmittelbar vor einem Wechsel zum FC Bayern München. Für Ex-Profi Lothar Matthäus ist der Kroate eine echte Verstärkung, dennoch sieht der 58-Jährige auch Schwächen beim Flügelstürmer.

"Ich finde den Transfer sehr, sehr gut. Er kennt die Bundesliga, er spricht Deutsch und er hat ein großes Vertrauensverhältnis zu Bayern-Trainer Niko Kovac, denn sie kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei der kroatischen Nationalmannschaft", schrieb Matthäus in seiner "Sky"-Kolumne.

Perisic sei stark im Dribbling, habe einen guten Abschluss und werde die Mannschaft verstärken. "Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist top", so der Rekord-Nationalspieler.

Ein Defizit sieht Matthäus dennoch: "Das einzige kleine Manko ist, dass er nicht ganz die Schnelligkeit mitbringt, die Kingsley Coman oder Leroy Sané auszeichnen, um im Eins-gegen-eins an einem Gegenspieler regelmäßig vorbeizuziehen. Das liegt natürlich auch am Alter." Dennoch bleibe der Perisic-Deal ein "toller Transfer".

Sané-Verletzung: "No-Go" von Pep Guardiola?

Ob sich die Bayern unabhängig von einer Perisic-Verpflichtung weiterhin um Sané bemühen, kann Matthäus nicht beurteilen. "Sollte Sané zu 100 Prozent nach München wollen, könnte die Ablösesumme eventuell sogar etwas sinken aufgrund der Verletzung", merkte der Weltmeister von 1990 an.

Einen Transfercoup hält Matthäus sogar für gar nicht so unwahrscheinlich: "Wenn ich es jemandem zutraue, einen Spieler trotzdem zu holen, ihm noch mehr zu zeigen, wie sehr man ihn will, ihm durch die Reha mit dem großartigen Dr. Müller-Wohlfahrt hilft und dann für Jahre einen fantastischen Spieler hat, dann dem FC Bayern."


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Ein verletzungsbedingtes Scheitern des Deals wäre laut Matthäus "tragisch". Der 58-Jährige würde in dem Fall auch ManCity-Coach Pep Guardiola eine Teilschuld zuschieben.

"Wenn Pep Guardiola ihn nicht verkaufen und ihn unbedingt halten wollte, dann verstehe ich den Einsatz im Spiel gegen Liverpool. Wenn nicht - und das glaube ich eher - hat Pep sich verzockt", so Matthäus: "Denn wenn man einen Spieler im Grunde verkaufen will und ihn trotzdem aufstellt, dann ist das ein No-Go und man müsste in diesem Fall Guardiola die Schuld geben."

Boateng-Entschuldigung verdient "höchsten Respekt"

In seiner Kolumne bezog Matthäus auch Stellung zu Jérôme Boateng. Der Innenverteidiger hatte sich jüngst für seinen lustlosen Auftritt bei der Meisterfeier des FC Bayern entschuldigt.

"Ich finde es toll und bemerkenswert, dass Jérôme in sich gegangen ist, reflektiert hat und nun eine wirklich schöne Reaktion samt Erklärung zeigt. Das verdient Anerkennung und höchsten Respekt", lobte Matthäus. Boateng habe eine Top-Vorbereitung hingelegt und könne immer noch sehr wichtig für die Bayern sein.


Mehr dazu: Boateng entschuldigt sich nach lustloser Meisterfeier


"Wenn er seinen Worten jetzt Taten folgen lässt und die letzten Jahre seiner Karriere genießt, wird er wieder eine richtig tolle Zeit haben", so Matthäus.


 

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