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Behördliche Ermittlungen nach Medienbericht

"Fall Jatta": Das werden der HSV und die DFL jetzt tun

09.08.2019 10:07
Bakery Jatta absolvierte wie gewohnt das Mannschaftstraining beim HSV
© Martin Rose, getty
Bakery Jatta absolvierte wie gewohnt das Mannschaftstraining beim HSV

Der "Fall Bakery Jatta" beschäftigt seit dem Donnerstag den Fußball-Zweitligisten Hamburger SV, die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die deutschen Behörden.

In einem ausführlichen Artikel der "Sport Bild" wurde die Identität des 21-Jährigen angezweifelt. Möglicherweise reiste Jatta vor vier Jahren unter einem falschen Namen und einem falschen Alter nach Deutschland ein und erhielt so auf der Grundlage falscher Identitätsangaben seine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis.

Bislang stellte sich der HSV demonstrativ vor seinen Schützling, der seit drei Jahren Profi bei den Rothosen ist und sich zuletzt als Stammspieler in der 2. Bundesliga etablierte.


Mehr dazu: "Gesellschaftlicher Spießrutenlauf": HSV verteidigt Jatta


Doch wie geht es nun in der Sache konkret weiter? Die gestellten Fragen der "Sport Bild" stehen schließlich weiterhin im Raum. Wie die "Bild" zuletzt berichtete, werden die Hamburger Behörden in Kürze tätig werden: "Wir werden jetzt in ein Anhörungsverfahren eintreten und Herrn Jatta anschreiben", zitiert das Blatt den Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, Falko Droßmann.

"Er hat 14 Tage Zeit, sich schriftlich zu äußern. Wir prüfen dann, ob die Grundlage seiner Aufenthaltserlaubnis richtig war", so der Amtsleiter weiter. 

Bis auf weiteres wird Jatta, der in der laufenden Saison in beiden Pflichtspielen des HSV eingesetzt wurde, spielberechtigt bleiben. Die DFL bestätigte am Donnerstagabend: "Da es bisher keinen Beweis für eine falsche Identität gibt, behält die Spielberechtigung für Bakery Jatta, geboren am 6. Juni 1998, aktuell ihre Gültigkeit."

Am Sonntag im Aufgebot gegen Chemnitz?

So dürfte der Außenstürmer auch im Aufgebot der Hamburger am Sonntag beim Chemnitzer FC stehen. In der Stellungnahme vom Donnerstag hatte Sportvorstand Jonas Boldt bereits bestätigt: "Wir stehen voll hinter Bakery und werden ihn auch weiterhin voll umfänglich im Trainings- und Spielbetrieb einplanen."

Alles weitere werden die Ergebnisse der behördlichen Ermittlungen ergeben. Dass das unter Umständen noch mehrere Wochen andauern wird, dürfte beim Hamburger SV nicht gerade für Ruhe sorgen.

Jattas Entdecker Lothar Kannenberg hat die großen Zweifel an der Identität des Gambiers derweil bestärkt. "Wir hatten alle Zweifel, ob er nicht älter als 17 sein könnte", sagte Kannenberg über den Spieler, der im Sommer 2015 nach Bremen gekommen war, der "Bild"-Zeitung.

Jatta-Entdecker: "Haben uns natürlich darauf verlassen"

Er wünsche sich, "dass er alles von sich aus aufklärt. Er kann nur Leistung bringen, wenn alles abgehakt ist. So eine Belastung behindert ihn."

Der ehemalige Leiter der mittlerweile geschlossenen Bremer Jugendhilfeeinrichtung betonte, Jatta habe bei seiner Ankunft einen gambischen Pass besessen. "Die Stadt Bremen hat seine Identität überprüft und ihn dann an uns vermittelt, darauf haben wir uns natürlich verlassen."

Der frühere Amateurboxer berichtete, Jatta habe erzählt, dass er vor der Flucht Familienmitglieder in seiner Heimat verloren und jetzt niemanden mehr habe. "Er kam nach Deutschland, um ein neues Leben anzufangen." Nach einem halben Jahr in Bremen erhielt der Offensivspieler beim Hamburger SV einen Vertrag und gehört nunmehr zu den Leistungsträgern beim Zweitligisten.

Laut einem Bericht der "Sport Bild" soll es Zweifel an Jattas Identität geben. Das zuständige Bezirksamt Hamburg-Mitte prüft den Fall.

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