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Jattas Spielberechtigung womöglich unwirksam

Verliert der HSV 3 Punkte? FCN legt Einspruch wegen Jatta ein

07.08.2019 18:01
Droht dem HSV wegen Bakery Jatta ein Punktabzug?
© Cathrin Mueller, getty
Droht dem HSV wegen Bakery Jatta ein Punktabzug?

Im Wirbel um den vermeintlichen Identitätsbetrug von HSV-Spieler Bakery Jatta droht den Hamburgern weiterer Ärger. Der 1. FC Nürnberg hat nach der 0:4-Heimklatsche am Montag offiziell Einspruch gegen die Spielwertung der Partie des zweiten Spieltags der 2. Bundesliga eingelegt. Dies bestätigte der DFB in einer Pressemitteilung am Mittwochabend.

In einem Gespräch mit "Bild" erklärt FCN-Sportvorstand Robert Palikuca: "Wir haben dem Club gegenüber die Verantwortung, uns damit juristisch seriös auseinanderzusetzen." Jatta stand bei dem Kantersieg der Hanseaten in der HSV-Startelf und wurde nach 65 Minuten ausgewechselt.

"Natürlich sollten die Punkte grundsätzlich auf dem grünen Rasen und nicht am grünen Tisch verteilt werden, allerdings befinden wir uns in einem Wettbewerb, welcher durch Regeln und Vorgaben bestimmt wird, an die sich alle Beteiligten gleichermaßen halten müsse", erklärt Paikuca.

Mit anderen Worten: sollte sich der Verdacht der Identitätsfälschung durch die Ermittlungen des DFB bestätigen, könnte der 4:0-Erfolg der Hamburger nachträglich als Sieg für den Club gewertet werden, da  Jattas Spielberechtigung durch die Fälschung der Identität unwirksam werden würde. Dem HSV würden drei Punkte abgezogen, die folglich dem Punktekonto der Franken gutgeschrieben werden würden.

Zunächst liege der Ball aber bei DFB und DFL, so Palikuca. Liga und Verband hätten nun "zu klären, wie mit dem Fall umgegangen wird." Zuvor hatte "Sport Bild" enthüllt, dass es Zweifel an der Identität des 21 Jahre alten Offensivspielers aus Gambia gebe. Laut den Recherchen der Zeitung könnte Jatta eine Vergangenheit als Bakary Daffeh haben und zweieinhalb Jahre älter sein als bislang angenommen.

HSV macht sich keine großen Sorgen

Der HSV verweist indes auf gültige Dokumente. "Wir haben Bakéry Jattas gültigen Reisepass inklusive Aufenthaltsgenehmigung vorliegen", betonte HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann in einer Vereinsmitteilung. Der 56-Jährige betonte, Jatta habe sich als "tadelloser Sportsmann und verlässlicher Mitspieler gezeigt. Er hat sich schnell in unsere Mannschaft und in unseren Club integriert. Wir schätzen ihn als Spieler und Menschen." Darüber hinaus wollte sich der Verein bis auf Weiteres nicht zum Thema äußern. Jatta selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Die DFL bestätigte, dass sie vom HSV vor dem Punktspiel am Montag in Nürnberg in Kenntnis gesetzt worden sei. "Der Hamburger SV hat die DFL vor dem Spiel gegen den FC Nürnberg darüber informiert, dass es möglicherweise eine mediale Berichterstattung über die Identität des Spielers Bakery Jatta geben wird", teilte die DFL auf Anfrage mit. "Der Spieler stand zum Zeitpunkt der Begegnung auf der Spielberechtigungsliste, insofern durfte er eingesetzt werden."

Solange Jatta weiter auf der von der DFL geführten Spielberechtigungsliste steht, darf er auch weiter spielen. Voraussetzung dazu ist ein gültiger Aufenthaltstitel. Sollte ein Aufenthaltstitel erlöschen oder durch Behörden entzogen werden, würde die Spielberechtigung entfallen. Der HSV selbst müsste nur eine Strafe fürchten, wenn ein strafbares Handeln des Vereins vorliegen würde.

 

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