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Frahn zeigt: "Machtmonopol" rechter Hooligans ungebrochen

06.08.2019 13:43
Daniel Frahn ist vom Chemnitzer FC suspendiert worden
© Thomas Eisenhuth, getty
Daniel Frahn ist vom Chemnitzer FC suspendiert worden

Fußball gucken und nett plaudern mit Rechten: Der Fall Daniel Frahn zeigt, wie weit der Einfluss extrem rechter Hooligans in ostdeutschen Vereinen reichen kann. Frahn, bis Montag Kapitän des Drittligisten Chemnitzer FC, ist seinen Job los, weil er seine Mannschaft im Block zusammen mit als rechts eingestuften Gruppen anfeuerte. Dass jene die Macht in den Fan-Kurven vieler Fußball-Klubs haben ist nicht neu.

Der CFC positionierte sich klar, nachdem der verletzte Frahn am vergangenen Samstag in Halle die 1:3-Niederlage seiner Mannschaft laut im Fanblock des Auswärtsteams verfolgt hatte. Laut Verein habe er sich dadurch als "großer Sympathisant der rechtsradikalen und menschenverachtenden Gruppierung 'Kaotic Chemnitz' herausgestellt."

Eine Einordnung des Deutschen Fußball-Bundes steht noch aus. "Eine angemessene und fundierte Beurteilung ist deshalb aktuell unmöglich, da uns Details zu den Hintergründen fehlen", hieß es auf Anfrage.

"Ich fand es damals schon unglaubwürdig"

Schon beim Skandalspiel in der Regionalliga am 9. März dieses Jahres gegen VSG Altglienicke (4:4) hatte Frahn nach einem Treffer ein schwarzes T-Shirt mit der weißen Aufschrift "Support your local Hools" (Unterstütze deine lokalen Hooligans) hochgehalten. Damals wurde er gesperrt und zu einer Geldstrafe verurteilt, der Verein begnadigte ihn aber.

"Ich fand es damals schon unglaubwürdig, dass er behauptet hat, nicht zu wissen aus welcher Ecke dieses T-Shirt kam", sagte Fanforscher Robert Claus: "Das Verhalten des Vereins finde ich an der Stelle konsequent."

So richtig ernst macht Chemnitz aber auch erst seit besagtem Vorfall im März, als die Hooligan-Gruppen zudem eine Gedenkveranstaltung für den verstorbenen und mutmaßlich rechtsradikalen Chemnitz-Fan Thomas H. abhielten.

"Cottbus und Chemnitz haben sehr viel gemeinsam"

Ähnliche Probleme mit den Fans haben sie beim Regionalligisten Energie Cottbus. Dort war die Gruppierung "Inferno Cottbus" lange vorherrschend, ehe sie 2017 angeblich aufgelöst wurde. Die Netzwerke bestehen jedoch weiterhin, die handelnden Personen sind die gleichen.

"Cottbus und Chemnitz haben tatsächlich sehr viel gemeinsam. Dort ist das Problem der extrem Rechten im Fanblock schon besonders groß. An beiden Orten geben die extrem rechten Hooligans in der Fankurve den Ton an. Und an beiden Orten suchen die Vereine nach Lösungen. Und an beiden Orten gibt es nur sehr geringe Gegenwehr", so Claus.

Es gebe seiner Einschätzung nach zwar Initiativen wie "Energie-Fans gegen Nazis" und in Chemnitz die "CFC-Fans gegen Rassismus". Sie hätten jedoch "noch keine große Macht in der Szene", so Claus.

In der Freizeit werden Kontakte geknüpft

Warum genau schaffen es Hooligans aber im Chemnitzer Beispiel bis in die Mannschaft zu wirken? "Man muss verstehen, dass diese Gruppen das Gewalt- und somit auch das Machtmonopol in der Chemnitzer Fanszene haben, was weit über das Stadion hinaus reicht", sagte Claus.

Die Spieler treffen sich also auch in der Freizeit mit Vertretern der Fans. "Dort werden auch dann Kontakte geknüpft", so Claus: "Insofern ist der rechte und gewalttätige Teil der Fans durchaus fähig, Netzwerke aufzubauen und Dinge durchzusetzen."

Der Forscher betont jedoch auch, dass die Fanszenen im Osten sehr heterogen seien. Der SV Babelsberg und Chemie Leipzig stünden eher links, während andere Traditionsvereine wie Hansa Rostock, der 1. FC Magdeburg, der Hallesche FC, Lok Leipzig oder Dynamo Dresden komplexer aufgestellt seien.

"An all diesen Orten gibt es sowohl rechte Hooligans als auch Initiativen und Fans, die sich gegen Rassismus engagieren. Die sind meistens sehr klein und werden auch bedroht, aber es gibt sie", sagte Claus. Es bleibt also ein Kampf, der nicht mit dem "Fall Frahn" beendet sein wird.

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    21. FC Saarbrücken1. FC SaarbrückenSaarbrücken1255220:15520
    2Borussia Dortmund IIBorussia Dortmund IIDortmund II1262420:15520
    4Eintracht BraunschweigEintracht BraunschweigBraunschweig1255219:14520
    5VfL OsnabrückVfL OsnabrückOsnabrück1262416:11520
    6Waldhof MannheimWaldhof MannheimMannheim1154217:9819
    71. FC Kaiserslautern1. FC KaiserslauternK'lautern1253417:8918
    8FC Viktoria 1889 BerlinFC Viktoria 1889 BerlinViktoria 18891253423:16718
    9SV Wehen WiesbadenSV Wehen WiesbadenSV Wehen1253417:14318
    10Türkgücü MünchenTürkgücü MünchenTürkgücü1253414:17-318
    11Hallescher FCHallescher FCHallescher FC1245321:20117
    12FSV ZwickauFSV ZwickauFSV Zwickau1236314:15-115
    13SV MeppenSV MeppenSV Meppen1243512:17-515
    14TSV 1860 MünchenTSV 1860 MünchenTSV 18601127210:11-113
    15SC VerlSC VerlVerl1134416:19-313
    16SC Freiburg IISC Freiburg IIFreiburg II123458:16-813
    17MSV DuisburgMSV DuisburgDuisburg1240815:21-612
    18Viktoria KölnViktoria KölnVikt. Köln1224614:21-710
    19Würzburger KickersWürzburger KickersWürzburg121566:16-108
    20TSV HavelseTSV HavelseTSV Havelse112187:23-167
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