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Abwehrspieler als neuer Trend auf dem Transfermarkt

06.08.2019 13:33
Harry Maguire wechselt zu Manchester United
© Michael Regan, getty
Harry Maguire wechselt zu Manchester United

Bayern-Trainer Niko Kovac brachte seine Sicht des Fußballs im April auf den Punkt. Angreifen, meinte der Kroate, sei "Kunst", Verteidigen hingegen sei "Handwerk". Die Nachfrage nach Handwerkern hat inzwischen auch im Fußball deutlich zugenommen. Und die Summen für jene Spezialisten, die im Schatten der Künstler stehen, aber für das Gesamtprodukt unverzichtbar sind, steigen immer weiter. Jüngstes Beispiel: der Engländer Harry Maguire. Der 26-Jährige darf sich seit Montag teuerster Abwehrspieler der Welt nennen.

Für 80 Millionen Pfund, umgerechnet 87,5 Millionen Euro, wechselte der 26-Jährige von Leicester City zum englischen Rekordmeister Manchester United. "Wenn Manchester United an deine Tür klopft, ist es eine tolle Gelegenheit", sagte der englische Nationalspieler.

Beim Durchmarsch der Three Lions bis ins Halbfinale bei der WM 2018 in Russland feierte Maguire seinen Durchbruch, im Viertelfinale gegen Schweden (2:0) erzielte er sein erstes Länderspieltor.

Maguire löste den Niederländer Virgil van Dijk als teuerster Abwehrspieler der Liga-Geschichte ab. Van Dijks Transfer Anfang 2018 vom FC Southampton zum FC Liverpool sorgte für einen Aufschrei. 84,5 Millionen Euro legten die Reds mit Teammanager Jürgen Klopp damals auf den Tisch, die Summe sei nicht zu rechtfertigen, argumentierten einige. 17 Monate später reckten Klopp und van Dijk gemeinsam den Champions-League-Pokal in die Höhe.

Auch der FC Bayern investiert in die Abwehr

Besonders in der aktuellen Transferperiode erhöhen die Klubs ihren Verteidigungsetat, getreu dem Motto: die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive holt Titel. Fünf der zehn teuersten Abwehrspieler der Geschichte wurden in diesem Sommer transferiert, auch Bayern München war aktiv. Für den französischen Weltmeister Lucas Hernández gab der deutsche Rekordmeister 80 Millionen Euro aus und machte den 23-Jährigen zum (bisherigen) Rekordeinkauf des Klubs.

Ein monatelanges Schauspiel gab es im Kampf um den niederländischen Jungstar Matthijs de Ligt. Halb Europa war hinter dem 19-Jährigen her, nachdem er mit Ajax Amsterdam zuvor in der Champions League für Furore gesorgt hatte. Schlussendlich bekam Juventus Turin für eine Ablösesumme von 75 Millionen Euro den Zuschlag. Dazu wurden weitere Bonuszahlungen vereinbart, die den Wert des 19-Jährigen weiter steigen lassen.

Offensivspieler noch teurer als Maguire

Maguire, de Ligt und Hernández kosteten zusammen 242,5 Millionen Euro. In der vergangenen Saison lagen die Ausgaben für die drei teuersten Verteidiger bei 113,3 Millionen Euro - Sommer- und Wintertransferperiode zusammengenommen. Selbst in der Spielzeit 2017/18, als van Dijk den Verein wechselte, lag die Summe "nur" bei 207,15 Millionen Euro.

Trotz der Rekordzahlen gehört Maguire aber nicht zu den drei teuersten Transfers des Sommers. Joao Félix, Antoine Griezmann und Eden Hazard wechselten jeweils für mindestens 100 Millionen Euro den Klub. Alle drei Spieler sind in der Offensive beheimatet. Denn so wichtig Handwerker auch sind: Gute Kunst verlangt weiterhin ihren Preis.

 

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