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Rekordlauf und Traumflug verzaubern das Olympiastadion

04.08.2019 19:31
Konstanze Klosterhalfen lief eine Fabelzeit über 5000 Meter
© Maja Hitij, getty
Konstanze Klosterhalfen lief eine Fabelzeit über 5000 Meter

Konstanze Klosterhalfen verzauberte das Olympiastadion mit einem deutschen Fabelrekord, Weitspringerin Malaika Mihambo drang mit einem Traumflug auf 7,16 m in neuen Sphären vor: Die beiden deutschen Ausnahme-Leichtathletinnen haben bei der DM in Berlin für die absoluten Höhepunkte gesorgt und knapp zwei Monate vor den Weltmeisterschaften große Hoffnungen geschürt. Die spannende "Mini-WM" der Speerwerfer entschied Andreas Hofmann für sich.

Vor insgesamt 60.550 Zuschauern - 26.200 am Samstag und 34.350 am Sonntag - bei der zentralen Veranstaltung der "Finals" in der Hauptstadt sorgte Überfliegerin Klosterhalfen mit ihrem einsamen Sturm zum deutschen Rekord über 5000 m für die erste große Partystimmung. "Ich wollte schnell laufen und schauen, was geht", sagte die 22-Jährige. Die Leverkusenerin, die in den USA trainiert, blieb am Samstag in 14:26,76 Minuten mehr als 15 Sekunden unter der 20 Jahre alten bisherigen Bestmarke von Irina Mikitenko aus dem Jahr 1999 (14:42,03).

"Mein Ziel ist es, immer mehr in die Weltspitze vorzudringen", sagte Klosterhalfen, die Ende Juni bereits den von ihr gehaltenen deutschen Rekord über 3000 m um knapp zehn Sekunden auf 8:20,07 Minuten gedrückt hatte.

24 Stunden später zündete dann Mihambo einen weiteren Kracher. Die 25-Jährige von der LG Kurpfalz, die seit dem EM-Gold vor einem Jahr an gleicher Stelle nicht mehr zu bremsen ist, flog im letzten Durchgang neun Zentimeter über ihre bisherige Bestleistung hinaus und holte sich mit Riesen-Vorsprung ihren dritten nationalen Titel.

"Ich bin nicht sehr gut in den Wettkampf gekommen, im letzten Versuch habe ich dann aber die Chance genutzt", sagte Mihambo: "Das ist ein absolut cooles Gefühl." Die Jahresweltbeste liegt in der "ewigen" deutschen Bestenliste nun hinter Heike Drechsler (7,48) und Helga Radtke (7,21) auf Platz drei.

Krause trotz Titel "nicht hundertprozentig zufrieden"

Bereits am Samstag hatte Mihambo in 11,20 Sekunden hinter Tatjana Pinto (Münster/11,09) und der EM-Zweiten Gina Lückenkemper (Berlin/11,20) Bronze über 100 m geholt und darf auf einen Sprint-Einsatz bei der WM in Doha (27. September bis 6. Oktober) hoffen. Pinto machte am Sonntag mit dem Sieg über 200 m (22,65) das Double perfekt.

Im Speerwerfen verteidigte Vize-Europameister Hofmann (Mannheim) mit einer Leistungssteigerung im letzten Versuch seinen Titel erfolgreich. Der 27-Jährige lag mit 87,07 m knapp vor Außenseiter Julian Weber (Mainz/86,60), Olympiasieger und Europameister Thomas Röhler (Jena/82,70) wurde Dritter. Weltmeister Johannes Vetter konnte nicht starten, nachdem beim Aufwärmen neue Verletzungsprobleme aufgetreten waren.

Ebenso souverän, wenngleich etwas weniger spektakulär als Klosterhalfen beherrschte Europameisterin Gesa Felicitas Krause die 3000 m Hindernis. In 9:28,45 Minuten gewann die Triererin einen Tag nach ihrem 27. Geburtstag ihren fünften DM-Titel in Serie. "Ich wäre gerne etwas schneller gelaufen, deshalb bin ich nicht hundertprozentig zufrieden", meinte Krause.

Zwei deutsche Werfer-Stars erlebten am Samstag bittere Momente. Diskus-Olympiasieger Christoph Harting blieb beim Berliner Heimspiel ohne gültigen Versuch. Den Titel sicherte sich der Magdeburger Martin Wierig (Magdeburg) mit 65,39 m. "Es ist nur eine deutsche Meisterschaft - halb so wild", sagte Harting, der in Berlin mit solchen Äußerungen für Verstimmung sorgte.

Der zweimalige Kugelstoß-Weltmeister David Storl kassierte nach acht DM-Titeln in Serie eine deutliche Niederlage, rettete im letzten Versuch mit 19,77 m noch Bronze. Das Ergebnis sei "total ernüchternd", sagte der Leipziger. Deutscher Meister wurde Simon Bayer (Sindelfingen/ 20,26). Besser als Storl machte es Christina Schwanitz. Die frühere Kugel-Weltmeisterin vom LV Erzgebirge holte mit 18,84 m ihren siebten DM-Titel in Folge.

Glanzlos mit 2,22 m gewann Hochspringer Mateusz Przybylko (Leverkusen) an der Stelle seines EM-Triumphes den Titel. "Über die Höhe will ich nicht sprechen, das ist nicht das, was ich springen wollte", sagte er.

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