Anzeige

Rekord-Sieg! Seitz schlägt nach Mehrkampf-Debakel zurück

04.08.2019 13:28
Turnte in Berlin neuen Rekord: Elisabeth Seitz.
© Francois Nel, getty
Turnte in Berlin neuen Rekord: Elisabeth Seitz.

Elisabeth Seitz konnte nach ihrer fast perfekten Übung am Stufenbarren schon wieder strahlen und freute sich über den geglückten Coup. Mit dem Sieg an ihrem Paradegerät bei der Turn-DM in Berlin ließ die Stuttgarterin die Enttäuschung vom Vortag vergessen und knackte einen Uralt-Rekord.

Die beste deutsche Kunstturnerin verwies Sophie Scheder und Emelie Petz auf die Plätze zwei und drei und egalisierte mit ihrem 22. nationalen Titel die 56 Jahre alte Bestmarke von Ingrid Föst. Die mittlerweile 84 Jahre alte Potsdamerin wurde zwischen 1953 und 1963 22-mal DDR-Meisterin.

"Nun kann mir keiner mehr meinen Rekord streitig machen. 22 Titel - das ist cool und einfach sagenhaft", sagte Seitz nach ihrem historischen Sieg in der Übung mit hohem Schwierigkeitsgrad. "Außerdem habe ich erstmals an einem Wochenende meine Übung mit einem 6,4er-Ausgangswert durchgeturnt. Das gibt mir Kraft und Selbstvertrauen für die kommende Zeit."

Am Tag zuvor war es nicht so gut gelaufen. Im Mehrkampf musste Seitz dreimal vom Schwebebalken absteigen. Der Sieg war futsch, am Ende landete die WM-Dritte (Stufenbarren) auf nur auf Rang fünf. Es gewann Sarah Voss (Köln) vor Kim Bui (Stuttgart) und Sophie Scheder (Chemnitz).

"Am Ende bin auch ein Mensch. Man kennt mich zwar als Wettkampfsau, die immer alles durchturnt, doch ich hatte jetzt fünf Wochen Probleme mit meinem Fuß. Ich war einfach nicht sicher", sagte Seitz nach dem wenig erfreulichen Auftritt am ersten Tag der Meisterschaften, die in das neue Konzept "Die Finals" eingebettet waren.

Bundestrainerin Ulla Koch sammelte in Berlin letztendlich wenig Erkenntnisse für den Saisonhöhepunkt in zwei Monaten. "Dafür ist es jetzt einfach noch zu früh", meinte die Bundestrainern über den etwas unglücklichen Termin der nationalen Titelkämpfe. Auch deshalb war die DM für die Frauen keine WM-Qualifikation.

"Der Termin ist nicht optimal. Deshalb muss man genau abwägen, ob man an diesen Finals in Berlin mit der großen Aufmerksamkeit teilnimmt", sagte auch Männer-Bundestrainer Andreas Hirsch, der angesichts der Leistungen seiner Schützlinge auch nicht gerade in Euphorie verfiel.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Stufenbarren (W) 2019

Anzeige
Anzeige