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Matchwinner Paciência feiert auch ohne Geburtstags-Bier

02.08.2019 12:15
Mit einem Elfmetertor machte Goncalo Paciência den Einzug in die nächste Runde für Eintracht Frankfurt perfekt
© Martin Rose, getty
Mit einem Elfmetertor machte Goncalo Paciência den Einzug in die nächste Runde für Eintracht Frankfurt perfekt

Beim mühsamen Erfolg gegen Flora Tallinn besaß Eintracht Frankfurt noch viel Luft nach oben. Für Goncalo Paciência war es dennoch ein unvergesslicher Geburtstag.

Goncalo Paciência genoss das Glücksgefühl seines unvergesslichen Geburtstags über den Wolken. Zwei Tore, lautstarke Huldigungen der Fans und jede Menge Lob der Kollegen - der kurze Nachtflug mit Eintracht Frankfurt zurück ins Trainingslager bot dem Portugiesen die Möglichkeit zu schwelgen. "Ein toller Abend", sagte Paciência und versprach ähnlich zurückhaltend: "Ein Bier wird es aber nicht geben."

Schließlich befinden sich der 25-Jährige und seine Teamkollegen mitten in der Vorbereitung auf die Saison in der Fußball-Bundesliga, das 2:1 (1:1) im Rückspiel der 2. Qualifikationsrunde für die Europa League war eher ein Formtest. Aber einer, den die Hessen auch als Warnschuss verstehen sollten.

Abgesehen vom agilen Paciência war ein Großteil der Mannschaft nämlich noch weit entfernt von der Top-Form, "es ist uns nicht immer leicht von der Hand gegangen", sagte Trainer Adi Hütter. Sportvorstand Fredi Bobic meinte, dass "wir noch ein bisschen was zu tun" haben.

Paciência will "dranbleiben"

Denn die echten Prüfsteine werden unweigerlich kommen. Die zwei Duelle gegen den FC Vaduz in der 3. Runde (8./15. August) sollten den Halbfinalisten der Vorsaison wohl noch nicht vor ernsthafte Probleme stellen, aber schon die erste DFB-Pokal-Runde beim Drittligisten Waldhof Mannheim (11. August) und spätestens der Bundesliga-Auftakt gegen die TSG Hoffenheim (18. August) sind Gradmesser.

Paciência, das verdeutlichte er am Donnerstag vor 48.000 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena, will da eine unverzichtbare Größe im Frankfurter Kader sein. "Ich muss dranbleiben. Wenn ich nicht weiter treffe, dann bin ich ganz schnell wieder dort, wo ich in Tallinn war", sagte Paciência, der vor einer Woche beim Hinspiel nach einer schwachen Stunde ausgewechselt worden war.

"Er hat ein gutes Spiel und damit auch eine Reaktion gezeigt. Als Matchwinner am Geburtstag vom Platz zu gehen, ist eine schöne Geschichte", sagte Hütter nun. Für Bobic zeigte der Angreifer an einem "besonderen Tag" eine "hervorragende Leistung".

Eigene Tore für Eintracht-Stürmer nicht so wichtig

Dabei offenbarte er auch Qualitäten, die es in der ersten Saison im Frankfurter Trikot nicht zu sehen gab. Nach seinem Kopfballtreffer ins lange Eck (37.) traf Paciência in einem Pflichtspiel erstmals mit dem Fuß (54./Handelfmeter) - alle sechs Tore zuvor hatte er mit dem Kopf erzielt. Zudem behielt er, anders als im Halbfinale in der Europa League beim FC Chelsea, auch vom Punkt die Nerven.

"Beim nächsten Mal schießt aber vielleicht wieder ein anderer", sagte Paciência, für den die eigenen Tore ohnehin nur eine untergeordnete Rolle spielten: "Am wichtigsten ist die Mannschaft." Aus der er an einem denkwürdigen Tag dennoch hervorstach.

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