Anzeige

WM-Affäre: Zwanziger schießt gegen Ermittler

28.07.2019 11:14
Theo Zwanziger kritisiert die Schweizer Ermittler
© dpa
Theo Zwanziger kritisiert die Schweizer Ermittler

Nach der Abtrennung des Strafverfahrens gegen Franz Beckenbauer hat der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger die Schweizer Ermittler deutlich kritisiert.

"Das ganze Verfahren ist so abwegig, dass sich eigentliches jedes Wort darüber verbietet", sagte der 74-Jährige der "Deutschen Presse-Agentur". "In diesem Zusammenhang ist das Wort 'Rechtsstaat' in der Schweiz nur noch eine Beleidigung."

Die seit 2015 laufenden Ermittlungen rund um die Fußball-WM 2006 seien von Beginn an "Unsinn" gewesen. "Sie rennen schon seit längerer Zeit mit hoher Geschwindigkeit gegen eine Wand - und am Schluss gewinnt die Wand."

Die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) hatte am Vortag die Abtrennung des Beckenbauer-Verfahrens von dem gegen die anderen Beschuldigten bestätigt. Dieses werde "gesondert" behandelt. Ermittelt wird außer gegen Beckenbauer und Zwanziger auch noch gegen dessen einstigen Nachfolger an der DFB-Spitze, Wolfgang Niersbach, den früheren DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt sowie den Ex-Generalsekretär des Weltverbands FIFA, Urs Linsi.

Urteil bis zum 27. April 2020

Die Schweizer seien "Getriebene", sagte Zwanziger mit Blick auf den Verjährungstermin. Bis zum 27. April 2020 müsse ein erstinstanzliches Urteil fallen. Dann jährt sich die im Zentrum der Ermittlung stehende Überweisung der 6,7 Millionen Euro vom DFB über die FIFA an den früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus zum 15. Mal. Die Summe war vom DFB als Beitrag zu einem WM-Kulturprogramm deklariert worden, das es letztlich nicht gab.

Deshalb war in der Schweiz gegen die damaligen WM-Macher um Beckenbauer das Strafverfahren wegen des Verdachts des Betrugs, der ungetreuen Geschäftsbesorgung, der Geldwäscherei sowie der Veruntreuung eröffnet. Laut Zwanziger, der für den 15. August eine Pressekonferenz angekündigt hat und im Falle einer Anklageerhebung mit juristischen Konsequenzen droht, steht allerdings nur noch der Verdacht des Betrugs im Raum.


Mehr dazu: Sorge um Franz Beckenbauer: Zustand massiv verschlechtert?


 

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige