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Wasserballer nehmen nach WM-Comeback Kurs auf Tokio

27.07.2019 10:20
Deutschland verlor Spiel um Platz sieben
© Paul Gilham
Deutschland verlor Spiel um Platz sieben

Die Wasserballer haben ihre erste WM seit sechs Jahren auf Platz acht beendet. Jetzt richtet sich der Fokus auf die Olympia-Qualifikation.

Nach Feiern war den deutschen Wasserballern nach ihrem besten WM-Abschneiden seit acht Jahren nicht zumute. "Von uns wird keiner rausgehen", kündigte Torwart Moritz Schenkel an. Grund für die ungewohnte Zurückhaltung der Nationalspieler war nicht das 6:11 (2:1, 2:3, 0:2, 2:5) im Spiel um Platz sieben gegen Griechenland, sondern die Tragödie, die sich in einem Nachtklub in der Nähe des Athletendorfs ereignet hatte.

Beim Frühstück hatten Schenkel und Co. aus den Sozialen Netzwerken erfahren, dass in der Nacht ein Balkon zusammengekracht war und dabei zwei Menschen gestorben waren. Dabei sollen auch Wasserballer verletzt worden sein. "Die erste Maßnahme war: Durchzählen!", berichtete Bundestrainer Hagen Stamm: "Aber ich war mir sicher, dass meine Jungs nicht in der Disco waren."

Die "bedrückende Stimmung" war aber laut Stamm kein Grund dafür, dass Schenkel und Co. im letzten WM-Spiel nicht mehr an die starken Leistungen gegen den dreimaligen Olympiasieger Italien (7:8), den zweimaligen Weltmeister Kroatien (8:10) und Europameister Serbien (16:17 nach Fünfmeterwerfen) anknüpften. "Wir waren ein harmloser Papiertiger im Angriff", meinte der Bundestrainer.

Ihr WM-Ziel Viertelfinale hatte die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes schon vor einer Woche erreicht und damit alle Vorgaben erfüllt. "Jetzt wollen wir auch bei der EM unter die Top Acht", sagte Schenkel mit Blick auf die Europameisterschaft im Januar in Budapest. Damit würde das Stamm-Team den ersten großen Schritt zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio gehen und die Teilnahme am Qualifikationsturnier im März in Rotterdam sichern.

Schenkel: "Wir haben einen Riesenschritt gemacht"

"Das wird schwerer als hier bei der WM", warnte Stamm. Weil möglicherweise andere Kontinente auf ihre Quotenplätze verzichten, könnte aber auch der neunte oder zehnte Rang reichen. In den Niederlanden werden dann mindestens vier Olympia-Tickets ausgespielt. Die Sommerspiele 2012 in London und 2016 in Rio hatten die deutschen Wasserballer verpasst.

Die starken Leistungen beim WM-Comeback nach sechs Jahren machten Mut für die große Olympia-Aufgabe. "Wir haben einen Riesenschritt gemacht", meinte Schenkel und fügte an: "Jetzt haben wir gelernt, wie man knappe Spiele verliert. Nächstes Jahr können wir zeigen, dass wir knappe Spiele auch gewinnen können."

Für Bundestrainer Stamm, der in seiner zweiten Amtszeit die Wasserballer aus einer tiefen Krise zurück in die erweiterte Weltspitze geführt hat, war die wichtigste Erkenntnis: "Der größte Fortschritt war, vor den Großen keine Angst zu haben und sie möglichst lange nervös zu machen. Dann kann man die auch schlagen."

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