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"Eigene Dummheit": Wasserballer verpassen erneut Coup

25.07.2019 08:51
Deutschlands Torwart Moritz Schenkel kann den letzten Fünf-Meter nicht parieren
© dpa
Deutschlands Torwart Moritz Schenkel kann den letzten Fünf-Meter nicht parieren

Zum dritten Mal schnuppern die deutschen Wasserballer an einer großen Überraschung, zum dritten Mal gehen sie leer aus: Beim starken WM-Comeback nach sechs Jahren kämpfen sie nun um Platz sieben.

Nach der dritten knappen Niederlage gegen eine Topnation waren die deutschen Wasserballer der Verzweiflung nahe. "Bitterer geht es nicht", sagte Stürmer Dennis Eidner: "Am Ende brechen wir uns selber das Genick. Heute war es unsere eigene Dummheit." Beim ersten Platzierungsspiel am Donnerstag hatte das Team von Bundestrainer Hagen Stamm gegen Olympiasieger Serbien bis 13 Sekunden vor dem Schluss mit 12:11 geführt - doch eine Unachtsamkeit kostete die Chance auf das beste WM-Ergebnis seit 28 Jahren.

Nach dem späten Ausgleich musste sich die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) dem Europameister im Fünfmeterwerfen mit 16:17 (3:3, 3:3, 3:2, 3:4, 4:5) geschlagen geben. Statt am Samstag um den fünften WM-Platz zu kämpfen, den Deutschland zuletzt 1991 in Perth belegt hatte, ist im letzten Spiel in Gwangju gegen den EM-Fünften Griechenland (8.30 Uhr MESZ) "nur" noch Rang sieben möglich.

Nachdem das Stamm-Team zuvor schon dem dreimaligen Olympiasieger Italien (7:8) und Titelverteidiger Kroatien (8:10) auf Augenhöhe begegnet war, ohne sich dafür zu belohnen, brennen die deutschen Wasserballer auf einen Sieg zum Abschluss. "Wir wollen hier nicht mit vier Niederlagen rausgehen, und am Ende heißt es: Wir waren ganz knapp dran an den Topnationen. Jetzt müssen wir auch mal eine weghauen", forderte der Duisburger Eidner.

"30 Minuten hui, zwei Minuten pfui"

Laut Bundestrainer Stamm müssten seine Spieler "keine Trübsal blasen", der 59-Jährige fasste die Partie gegen den Favoriten Serbien so zusammen: "30 Minuten hui, zwei Minuten pfui." Beim 12:12-Ausgleich habe die Zuordnung nicht gestimmt, Torschütze Dusan Mandic hätte "nicht zum Schuss kommen dürfen", haderte Stamm, "darauf haben wir auch in der Videobesprechung hingewiesen."

Ungeachtet des Ausgangs im letzten WM-Spiel bleibt ein erfreuliches Fazit: Stamm hat die Mannschaft in seiner zweiten Amtszeit aus einer tiefen Krise und zurück in die erweiterte Weltspitze geführt. "Das gibt Selbstbewusstsein für die Aufgaben, die noch kommen", sagte Stamm mit Blick auf die Europameisterschaft im Januar in Budapest und das Qualifikationsturnier im März in Rotterdam, wo die DSV-Auswahl um ein Olympia-Ticket kämpfen will.

Überhaupt nicht zufrieden war Stamm aber damit, dass eine offenbar routinemäßige Nachfrage des Weltverbandes FINA zu den Angaben des Mannschaftsarztes auf einem Doping-Testprotokoll zu einem Spieler öffentlich wurde. Die FINA bestätigte laut DSV-Leistungssportdirektor Thomas Kurschilgen am Donnerstag schriftlich, "dass in vollkommener Übereinstimmung mit den bestehenden Regularien" gehandelt worden sei.

Stamm verriet, dass es sich bei dem Spieler um seinen Sohn Marko handelte, der sich im Auftaktspiel einen Bänderriss im linken Fuß zugezogen hatte. "Marko hat heute ein schlechtes Spiel gemacht, war bis heute früh verunsichert, was passiert, was kommt", sagte Stamm: "Das ist für seine Leistung nicht gut gewesen. Ein stärkerer Marko Stamm hätte uns vielleicht geholfen, das Spiel heute zu gewinnen."

 

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