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Deutsche Wasserballer feiern "süßeste Niederlage"

19.07.2019 07:17
Stamms Mannschaft hat noch Chancen aufs WM-Viertelfinale
© PIXATHLON/PIXATHLON/SID/
Stamms Mannschaft hat noch Chancen aufs WM-Viertelfinale

Die deutschen Wasserballer haben mit einer couragierten Leistung gegen Italien ihre Chancen aufs Viertelfinale deutlich erhöht. Zur Belohnung durften sie raus aus dem sterilen Athletendorf.

Nach der "süßesten Niederlage" seiner Karriere schickte Bundestrainer Hagen Stamm seine WM-Wasserballer in Gwangju auf die Piste - und die erste Runde ging auf seine Rechnung. "Die Jungs dürfen raus", sagte der 59-Jährige: "Ich werde ihnen heute ein Bier ausgeben, das haben sie sich verdient. Vielleicht auch zwei."

Zum Vorrundenabschluss am Freitag hatte das Stamm-Team den haushohen Favoriten Italien beim 7:8 (2:1, 2:3, 3:2, 0:2) mächtig geärgert und sich dank der knappen Niederlage mit Platz zwei in der Gruppe D selbst belohnt. In der ersten K.o.-Runde wartet am Sonntag (11:30 Uhr) nicht wie zunächst befürchtet Topgegner Spanien, sondern der klare Außenseiter Südafrika.

Stamm schätzt den Wunschgegner, der die Vorrunde mit einem Torverhältnis von -38 abschloss, nur als "zweitklassig" ein und nahm schon selbstbewusst das Viertelfinale ins Visier. "Wenn wir so spielen wie gegen Italien, dann werden wir das Ding schon schaukeln. Ich denke, dass wir den Einzug in die Top-Acht feiern können. Das wäre ein Riesenschritt für den deutschen Wasserball", sagte der Berliner, mit dessen Rückkehr auf den Bundestrainer-Posten auch der Erfolg zur Nationalmannschaft zurückkam. Für den Duisburger Dennis Eidner, mit drei Treffern bester Werfer gegen Italien, ist die erfolgreiche WM "ein großer Schritt Richtung Olympia".

Bei der EM vor einem Jahr hatten Deutschlands Wasserballer gegen Italien noch mit 1:14 verloren, "da haben die uns demontiert", erinnerte sich Stamm: "Aber wir haben seitdem eine Entwicklung gemacht." Im Viertelfinale dürfte die erste WM nach sechs Jahren Pause aber im Normalfall beendet sein, denn dort würde wahrscheinlich Weltmeister Kroatien warten. "Ein relativ leichter Gegner", sagte Stamm ironisch, aber man würde dann auch versuchen, "den Kroaten Ärger und Angst zu machen".

Im "sehr eintönigen" Athletendorf in Gwangju seien seine Spieler um Sohn Marko aber "bislang hochdiszipliniert", lobte Stamm, "in dem Dorf muss man Bier reinschmuggeln, weil Alkohol verboten ist." Dieses Problem wäre bei einem Gruppensieg und dem direkten Viertelfinaleinzug noch größer gewesen. "Dann hätten wir vier Tage Pause gehabt. Was mache ich denn mit den Jungs vier Tage? Ich habe schon überlegt, ob wir nach Hongkong fliegen und Bier trinken gehen", scherzte Stamm.

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