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Krise als Konstante: Kaiserslautern zum Erfolg verdammt

16.07.2019 12:37
Der 1. FC Kaiserslautern startet gegen die SpVgg Unterhaching in die neue Saison
© dpa
Der 1. FC Kaiserslautern startet gegen die SpVgg Unterhaching in die neue Saison

Inzwischen ist selbst den unerschütterlichen Fans des 1. FC Kaiserslautern der Glaube an eine bessere Zukunft abhanden gekommen. Zum Trainingsauftakt des Fritz-Walter-Klubs hatten sich nur ein paar hundert Zuschauer auf dem Betzenberg versammelt.

Von einer Aufbruchstimmung wie im Jahr zuvor - keine Spur vor dem Drittliga-Auftakt am Samstag gegen die SpVgg Unterhaching. Auch die Verantwortlichen bemühen sich, den Aufstieg nicht wie vor zwölf Monaten als alternativloses Ziel auszurufen.

Als im vergangenen Sommer über 40.000 Zuschauer zum Auftaktspiel des viermaligen deutschen Fußball-Meisters strömten, schien die Euphorie trotz des erstmaligen Zweitliga-Abstiegs grenzenlos. Doch es folgte ein Jahr voller Enttäuschungen und Turbulenzen um den Einstieg des Investors Flavio Becca. Alles andere als die Zweitliga-Rückkehr im zweiten Anlauf wäre dennoch eine Enttäuschung.

Zuletzt stand mal wieder das sportlichen Geschehen im Mittelpunkt. Ein Zustand, den die leidgeprüften Anhänger des pfälzischen Traditionsklubs kaum noch erleben durften. Und ein Zustand, den Sport-Geschäftsführer Martin Bader als alternativlos ansieht.

"Ein Verein wird nur dann sportlichen Erfolg haben, wenn die Führung geschlossen arbeiten kann. Was hier in Kaiserslautern in den vergangenen Monaten los war, habe ich so im Fußball noch nicht erlebt. Das ist mir ein Rätsel", erklärte der 51-jährige frühere Bundesliga-Manager des 1. FC Nürnberg und von Hannover 96.

Becca ist im internationalen Sport kein Unbekannter

Querelen und Unstimmigkeiten in der Vereinsführung rund um die Investorensuche hielten den FCK monatelang auf Trab und erschwerten auch die Arbeit von Trainer Sascha Hildmann. Als zu Beginn des Jahres noch immer eine Finanzlücke von rund zwölf Millionen Euro klaffte, gab es berechtigte Sorgen um die weitere Existenz im Profifußball. Doch der Kampf um die Lizenz wurde gewonnen, quasi in der letzten Minute der Nachspielzeit.

Nach einem monatelangen Zick-Zack-Kurs hatte sich der FCK am 16. Mai für die Zusammenarbeit mit dem Unternehmer aus Luxemburg entschieden, dessen Darlehen in Höhe von rund drei Millionen Euro letztlich die Lizenz sicherte.

Doch die teils fragwürdigen Methoden, mit denen der Bauunternehmer eine regionale Investorengruppe ausgestochen hat, sorgten im Umfeld für Entrüstung. Unter anderem machte er den Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Littig, ein Befürworter der konkurrierenden Investorengruppe, zur Bedingung für seinen Einstieg.

Becca ist im internationalen Sport kein Unbekannter. 2011 gründete er mit großem Aufsehen das luxemburgische Radteam Leopard, das Andy Schleck zum Tour-de-France-Sieg führen sollte. Das Projekt hatte aber keinen Erfolg. Zudem ist Becca bereits als Investor beim letztjährigen luxemburgischen Europa-League-Teilnehmer F91 Düdelingen aktiv.

Fritz-Walter-Stadion verschlingt Millionen

Auch in Kaiserslautern hat Becca große Pläne. Rund 25 Millionen Euro will er in den kommenden fünf Jahren investieren - mit dem langfristigen Ziel der Bundesliga-Rückkehr. Zudem könnte er Abhilfe für das mitunter größte Problem der Roten Teufel schaffen.

Das für die WM 2006 ausgebaute Fritz-Walter-Stadion hängt wie ein Klotz am FCK. Für die neue Saison hat die Stadt Kaiserslautern, seit 2003 Eigentümer der Arena, die Miete auf 425.000 Euro gesenkt.

Danach sind wieder die vertraglich vereinbarten 2,4 Millionen Euro pro Spielzeit fällig. Kosten für Spielbetrieb und Unterhaltung eingeschlossen, verschlingt der Betonkoloss, der wie eine Festung über der Stadt thront, rund neun Millionen Euro pro Saison.

Auf Dauer ist diese Summe sowohl in der 2. Bundesliga als auch in der 3. Liga nicht ohne Fremdfinanzierung zu stemmen. Der Luxemburger könnte für die Lösung des Problems sorgen: Mit der Stadt wurden bereits Gespräche über einen Kauf des Stadions aufgenommen.

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38. Spieltag

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Tabelle
    #MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
    1Bayern München IIBayern München IIBayern II381981176:601665
    2Würzburger KickersWürzburger KickersWürzburg381971271:601164
    3Eintracht BraunschweigEintracht BraunschweigBraunschweig3818101064:531164
    4FC Ingolstadt 04FC Ingolstadt 04Ingolstadt381712961:402163
    5MSV DuisburgMSV DuisburgDuisburg3817111068:482062
    6Hansa RostockHansa RostockRostock381781354:431159
    7SV MeppenSV MeppenSV Meppen3816101269:571258
    8TSV 1860 MünchenTSV 1860 MünchenTSV 18603816101263:54958
    9Waldhof MannheimWaldhof MannheimMannheim381317852:47556
    101. FC Kaiserslautern1. FC KaiserslauternK'lautern3814131159:54555
    11SpVgg UnterhachingSpVgg UnterhachingUnterhaching3812151150:53-351
    12Viktoria KölnViktoria KölnVikt. Köln381491565:71-651
    13KFC Uerdingen 05KFC Uerdingen 05Uerdingen3812121440:54-1448
    141. FC Magdeburg1. FC MagdeburgMagdeburg3810171149:42747
    15Hallescher FCHallescher FCHallescher FC3812101664:66-246
    16FSV ZwickauFSV ZwickauFSV Zwickau3811111656:61-544
    17Chemnitzer FCChemnitzer FCChemnitz3811111654:60-644
    18Preußen MünsterPreußen MünsterPr. Münster389131649:62-1340
    19SG Sonnenhof GroßaspachSG Sonnenhof GroßaspachGroßaspach38882233:67-3432
    20FC Carl Zeiss JenaFC Carl Zeiss JenaJena38582540:85-4523
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