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"Eine Katastrophe"

Stamm-Verletzung schockt deutsche Wasserballer

15.07.2019 16:04
Das Team von Bundestrainer Hagen Stamm kam zum WM-Start nicht über ein Remis gegen Japan hinaus
© Bernd Thissen
Das Team von Bundestrainer Hagen Stamm kam zum WM-Start nicht über ein Remis gegen Japan hinaus

Auf diesen Tag hatten die deutschen Wasserballer lange gewartet, doch dann endete das erste WM-Spiel seit sechs Jahren mit einer "Katastrophe". Bundestrainer-Sohn Marko Stamm verletzte sich beim 9:9 gegen Japan schwer.

Wasserball-Bundestrainer Hagen Stamm sprach mit den Journalisten über den "halb geglückten" Start beim WM-Comeback, doch seine Augen waren nur auf seinen Sohn Marko gerichtet. "Er liegt da hinten auf der Bank, es sieht nicht gut aus", sagte Deutschlands "Mister Wasserball" und blickte hinüber zum Trainingsbecken: "Er hat wahrscheinlich einen Bänderriss und wird für das ganze Turnier ausfallen. Das wäre für uns eine Katastrophe."

Stamm junior, beim am Ende glücklichen 9:9 (3:2, 4:3, 1:3, 1:1) im ersten WM-Gruppenspiel gegen Japan mit drei Treffern bester deutscher Torschütze, krümmte sich vor Schmerzen, ein dicker Eisverband lag auf seinem linken Fuß. Den hatte sich der Angreifer der Wasserfreunde Spandau 04 in der letzten Aktion des Spiels schwer verletzt, als er ihn unter Wasser unglücklich beim Gegenspieler einfädelte.

Sein Vater Hagen versuchte, den 30-Jährigen zumindest mental aufzubauen. "Ich muss ihm ein Riesenkompliment machen, er hat ein Riesenspiel gemacht", sagte der Bundestrainer, der sich das erste WM-Spiel der deutschen Wasserball-Nationalmannschaft nach sechs Jahren Pause nicht nur wegen des wahrscheinlichen WM-Ausfalls eines absoluten Leistungsträgers ganz anders vorgestellt hatte.

"Wir waren schon beim Teufel auf der Schippe"

Mit 5:2 hatte die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes bereits geführt, doch "dann wurde es hektisch", so Stamm. Die schmächtigeren, aber auch beweglicheren Japaner ließen sich nicht abschütteln und führten bis vier Sekunden vor dem Ende sogar mit 9:8. Kapitän Julian Real sorgte für den späten Ausgleich. Ein weiterer Garant für das Unentschieden war Reals Klubkollege Moritz Schenkel, der sein Team eine Minute vor dem Ende mit einem gehaltenen Fünfmeter im Spiel hielt.

"Wir waren schon beim Teufel auf der Schippe", sagte Hagen Stamm: "Wir sind zufrieden, dass wir den Punkt mitnehmen, denn sonst wäre das Turnier bereits beendet, bevor es überhaupt begonnen hat." Für das selbstgesteckte Ziel Viertelfinale ist aber am Mittwoch gegen Brasilien ein Sieg Pflicht. Und selbst dann droht im Achtelfinale ein Topgegner. "Gegen Brasilien müssen zwei Punkte her", forderte Real.

Schwierige Vorbereitung in Gwangju

Ungeachtet der Endplatzierung sieht Stamm die erste WM-Teilnahme seit 2013 als große Chance für den Wasserball. "Deutschland ist wieder da", sagte Spandaus Klubpräsident: "Ich habe sieben Greenhorns dabei, die die erste WM spielen. Die Jungs freuen sich wie die kleinen Kinder."

Bei der Ankunft im Athletendorf in Gwangju war den Wasserballern die Vorfreude auf das erste Spiel aber zunächst vergangen. Die äußerst spartanische Einrichtung der Zimmer sei "gemütlich wie ein Nagelbrett", sagte Stamm. Auch die Vorbereitung auf das Auftaktspiel gestaltete sich schwierig, lediglich einmal habe man "nur auf einer Seite auf ein Tor" im WM-Becken trainieren können, klagte Stamm.

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