Anzeige

"Ich lasse mir meine Würde und Ehre nicht nehmen"

Paukenschlag! Dietrich als VfB-Präsident zurückgetreten

15.07.2019 13:30
Wolfgang Dietrich war Präsident des VfB Stuttgart
© Matthias Hangst, getty
Wolfgang Dietrich war Präsident des VfB Stuttgart

Präsident Wolfgang Dietrich vom Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart hat am Tag nach der chaotischen Mitgliederversammlung seinen Rücktritt erklärt.

"Es war mir eine Ehre, diesem Verein dienen zu dürfen", schrieb der 70-Jährige auf seiner Facebook-Seite.

Wegen eines Zusammenbruchs des für Abstimmungen eingerichteten W-LAN-Netzes im Stuttgarter Stadion hatte die Mitgliederversammlung am Sonntag kurz vor der beantragten Abwahl Dietrichs abgebrochen werden müssen. Zahlreiche Fans reagierten wütend.

"Ich lasse mir meine Würde und Ehre nicht von denjenigen nehmen, die ihre Macht lautstark und mit verbaler Gewalt demonstrieren. Ebenso wenig wie von denen, die sich schon seit Langem an den gut gefüllten Töpfen unseres Vereins bedienen wollen", schrieb der seit 2016 amtierende, zuletzt zunehmend umstrittene Dietrich.


Mehr dazu: Die besten Netzreaktionen zum Rücktritt von Dietrich


Er hatte sich zuletzt heftigen Anfeindungen vor allem aus der Ultra-Szene ausgesetzt gesehen. Mit seinem Rücktritt wird zudem der Sitz des Aufsichtsratsvorsitzenden frei.

Den Ausgang der Mitgliederversammlung am Sonntagabend "hätte ich niemals für möglich gehalten", schrieb Dietrich 15 Stunden später. "Was wir als Verein unseren anwesenden Mitgliedern hier zugemutet haben, ist fürchterlich. Die lückenlose Aufklärung der Umstände, die zu diesem technischen Ausfall geführt haben, und die Sicherstellung, dass sich so etwas niemals wiederholen kann, müssen oberste Priorität haben."


Die Rücktrittserklärung von Wolfang Dietrich beim VfB Stuttgart im Wortlaut:

"Sehr geehrte Damen und Herren, Liebe Mitglieder, Freunde und Fans des VfB Stuttgart,

den Ausgang einer Mitgliederversammlung wie am gestrigen Abend erlebt, hätte ich niemals für möglich gehalten. Was wir als Verein unseren anwesenden Mitgliedern hier zugemutet haben, ist fürchterlich. Die lückenlose Aufklärung der Umstände, (...) , muss oberste Priorität haben.

Allein ich werde nicht Teil dieser Aufklärung sein. Denn ich hätte auch den Grad an Feindseligkeit und Häme, wie am gestrigen Tag erlebt, nicht für möglich gehalten. Ich kann und will nicht mehr verantwortlich für alles gemacht werden, was beim VfB Stuttgart berechtigt oder unberechtigt nicht gut funktioniert.

Schon am gestrigen Abend haben mich das Präsidium, der Vereinsbeirat und der Aufsichtsrat gebeten, in jedem Fall im Amt zu bleiben.(...) Nichtsdestotrotz habe ich mich dazu entschlossen, heute mit sofortiger Wirkung (...) zurückzutreten.

Ich lasse mir meine Würde und Ehre nicht von denjenigen nehmen, die ihre Macht lautstark und mit verbaler Gewalt demonstrieren. Ebenso wenig wie von denen, die sich schon seit langem an den gut gefüllten Töpfen unseres Vereins bedienen wollen.

Auch kann und möchte ich nicht mehr einer Organisation vorstehen, die weder willens ist, sich mit mir gemeinsam diesen Interessen entgegenzustellen, noch in der Lage, den einwandfrei funktionierenden Ablauf einer Mitgliederversammlung zu gewährleisten. (...)

Der Vereinsführung und allen Gremien wünsche ich die Kraft und das wache Auge, nicht zuzulassen, dass Einzelne sich den VfB Stuttgart für ihre persönlichen oder wirtschaftlichen Interessen zunutze machen. (...)

Es war mir eine Ehre, diesem Verein dienen zu dürfen."

Anzeige
Anzeige
Anzeige
2. Bundesliga 2. Bundesliga
Anzeige

Videos

Anzeige