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Das deutsche Darts lebt! Clemens & Co. sorgen für Furore

14.07.2019 11:53
Sensation verpasst, aber trotzdem Stolz: Gabriel Clemens wird in Köln Zweiter
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Sensation verpasst, aber trotzdem Stolz: Gabriel Clemens wird in Köln Zweiter

Das Lächeln hatte Gabriel Clemens schnell wiedergefunden. Spätestens, als die mehr als 10.000 Zuschauer mit Ovationen seiner Leistung huldigten, konnte der Dartsprofi aus dem Saarland auch mit dem kleineren Pokal im Arm leben.

Nach einem ebenso überragenden wie überraschenden Auftritt beim German Darts Masters in Köln verpasste Clemens durch eine 6:8-Finalniederlage gegen Peter Wright nur knapp seinen ersten Titel beim Profiverband PDC. Doch nicht nur der 35-Jährige bewies: Das deutsche Darts lebt!

Zum dritten Mal wurde das deutsche Turnier der World Series ausgetragen, erstmals reisten die heimischen Spieler nicht mit einer kompletten Pleite wieder nach Hause. Im Gegenteil: Im Duell mit den Weltstars bewiesen Clemens & Co., dass der Abstand immer kleiner wird. "Ich denke, man hat gesehen, dass wir mit den Jungs mithalten können. Und wir werden versuchen, noch weiter nach vorne zu kommen", sagte Clemens.

Deutsche Profis rasieren Stars van Gerwen und Anderson

Während Clemens einem persönlich ohnehin schon starken Jahr beinahe die Krone aufgesetzt hätte, kamen zwei andere deutsche Siege fast wie aus dem Nichts. Martin Schindler etwa gelang durch einen Sieg gegen den niederländischen Weltmeister und Dominator Michael van Gerwen ein echter Coup. Wie ein Flummi sprang der 22-Jährige danach auf und ab. "Ich stand auf der Bühne, meine Hand hat gezittert, meine Knie haben gezittert", berichtete Schindler.

Ebenso überraschend war der Sieg von Nico Kurz gegen den zweimaligen Weltmeister Gary Anderson aus Schottland. In der Weltrangliste wird Kurz nur auf dem 181. Platz geführt, der 22-Jährige besitzt bei der PDC nicht einmal eine Tour Card. Beinahe hätte er im Viertelfinale gegen den späteren Turniersieger Wright die nächste Überraschung landen können.

Hopp hat gegen Rob Cross das Nachsehen

Deutschlands Nummer eins Max Hopp wies seine Klasse ebenfalls nach, auch wenn er sein Erstrundenspiel gegen den Engländer Rob Cross knapp verlor. Hopps Punkteschnitt von 106,62 Zählern pro Aufnahme war der höchste im gesamten Turnierverlauf. Für den 25. der Weltrangliste geht es ab dem kommenden Wochenende in Blackpool weiter, dann steht mit dem World Matchplay das zweitwichtigste Turnier des Jahres nach der WM an.

Gabriel Clemens konnte sich dafür nicht qualifizieren, sein Aufstieg scheint nach dem ersten Finale bei einem TV-Turnier aber unaufhaltsam. Nacheinander warf er den fünfmaligen Weltmeister Raymond van Barneveld (Niederlande), Cross und Titelverteidiger Mensur Suljovic aus Österreich aus dem Turnier. Das Kölner Publikum feierte ihn mit "Clemens, du Maschine"-Gesängen, sein Walk-On zum Welthit "Wonderwall" von Oasis ließ die Halle beben.

Doch die insgesamt 16.645 Zuschauer an beiden Tagen sorgten auch für kritische Stimmen. Immer wieder pfiffen sie die deutschen Gegner aus, wenn diese auf die Doppelfelder warfen. Eine Unsitte im Darts, für die sich Clemens auch entschuldigte.

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