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Schweizer greift nach denkwürdigem Match nach 9. Wimbledon-Titel

Federer steht nach irrem Duell der Giganten im Finale

12.07.2019 20:48
Roger Federer steht im zwölften Wimbledon-Finale seiner außergewöhnlichen Karriere
© Mike Hewitt, getty
Roger Federer steht im zwölften Wimbledon-Finale seiner außergewöhnlichen Karriere

Die Revanche auf dem heiligen Rasen ist geglückt, die Rückkehr auf den Wimbledon-Thron nur noch einen Schritt entfernt: Roger Federer hat das Duell der Tennis-Giganten gegen Rafael Nadal gewonnen und steht beim Grand-Slam-Klassiker von London im Finale.

Der Schweizer siegte in einem packenden dreistündigen Schlagabtausch mit seinem spanischen Dauerrivalen 7:6 (7:3), 1:6, 6:3, 6:4. Am Sonntag greift er nun nach seinem neunten Titel im Rasen-Mekka.

"Die Schlachten mit Rafa sind immer etwas ganz Besonderes", sagte Federer nach seinem 7:6 (7:3), 1:6, 6:3, 6:4-Erfolg im Halbfinale seines Lieblings-Majors: "Es war eine große Freude, heute zu spielen, das Publikum, die ganze Atmosphäre einfach großartig." Nadal gab sich derweil als guter Verlierer: "Ich hatte meine Chancen, aber er war ein bisschen besser. Er hat den Sieg verdient", meinte der Spanier.

Mit seinem 16. Sieg im 40. Aufeinandertreffen mit Nadal revanchierte sich Federer dabei nicht nur für die Halbfinal-Pleite bei den French Open Anfang Juni, sondern vor allem für das verlorene Wimbledon-Finale 2008. Federer spielt nun nach einem Jahr Abwesenheit sein zwölftes Finale bei seinem Lieblings-Major. Sein Gegner ist Titelverteidiger Novak Djokovic, der unmittelbar zuvor den Spanier Roberto Bautista Agut 6:2, 4:6, 6:3, 6:2 bezwungen hatte.

Mehr dazu: Wimbledon at its best: Der Liveticker zu Federer vs. Nadal

Gegen Nadal war die Spannung schon beim Einmarsch auf den mit 15.000 Zuschauern selbstverständlich vollbesetzten Centre Court quasi greifbar. In elektrisierter Vorfreude erhob sich das Publikum von den Sitzen, begrüßte Federer und Nadal wie Gladiatoren in der Arena. In ihrem ersten Duell auf Rasen nach der epischen Final-Schlacht vor elf Jahren wurde von den Kontrahenten offenkundig ein neuerliches Spektakel erwartet - und die Zuschauer wurden nicht enttäuscht.

"Es hat den Hype gerechtfertigt", befand Federer hinterher: "Es wird definitiv eines der Matches sein, auf das ich noch lange zurückblicken werde."

Nach einem ausgeglichenen ersten Satz, indem sich beide keine Blöße beim eigenen Aufschlag gaben, war der Tiebreak die logische Konsequenz. Spätestens hier nahm die Partie nun Fahrt auf. Mehrfach wogte das Momentum hin und her, ehe sich Federer doch absetzte. Im zweiten Satz war dann Nadal plötzlich am Drücker. Der Spanier schaffte beim Stand von 2:1 das erste Break des Tages, Federer dagegen war plötzlich völlig von der Rolle und gewann im gesamten Durchgang nur noch drei Ballwechsel.

Als hätte es den Durchhänger nie gegeben, zog der "Maestro" im dritten Satz die Zügel jedoch wieder an. Das Match war nun hochklassig, mit leichten aber entscheidenden Vorteilen für Federer. Zweimal schaffte der Rekord-Grand-Slam-Champion ein frühes Break. Und obwohl sich Nadal in einem grandiosen Finale noch einmal vehement gegen die Niederlage stemmte, durfte Federer nach mitreißenden 3:02 Stunden jubeln.

Djokovic hatte zuvor gegen den Spanier Roberto Bautista Agut trotz einiger Mühen 6:2, 4:6, 6:3, 6:2 gewonnen. Der Serbe bestreitet nun sein sechstes Finale in Wimbledon, im Vorjahr hatte er gegen den Südafrikaner Kevin Anderson seinen vierten Titelgewinn gefeiert. Nun kommt es zum 48. Aufeinandertreffen mit Federer, in der Bilanz hat Djokovic mit 25:22 Siegen leicht die Nase vorn.

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