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Haas derzeit "ein Milchwagen"

"PR-Fiasko": Posse um Haas und Rich Energy geht weiter

11.07.2019 13:07
William Storey gehören die Schlagzeilen vor dem Grand Prix in Silverstone
© MST
William Storey gehören die Schlagzeilen vor dem Grand Prix in Silverstone

Die Affäre um die Twitter-Mitteilung von Rich Energy, wonach man den Sponsoringvertrag mit dem Haas-Team gekündigt habe, nimmt immer bizarrere Formen an. Offenbar gibt es nun intern bei Rich Energy einen Machtkampf zwischen "Frontmann" William Storey und den anderen Investoren des Unternehmens.

Am Mittwochabend, kurz nach Veröffentlichung des in sozialen Netzwerken heiß diskutierten Tweets, hatte es seitens des Unternehmens geheißen, der Account sei möglicherweise gehackt worden. Doch der Tweet mit der Haas-Kündigung steht immer noch online. Dafür verantwortlich war offenbar Storey selbst - aber der hatte die Aktion nicht mit seinen Geschäftspartnern abgesprochen.

"Der Deal ist nicht beendet", lässt eine Quelle aus dem Umfeld von Rich Energy auf Anfrage von "Motorsport-Total.com" ausrichten, "und William hat auch gar nicht die Vollmacht dazu. Die Investoren versuchen gerade, das PR-Fiasko unter Kontrolle zu bekommen." In diesen Vorgang involviert ist auch der ehemalige Sainsbury's-Chef Justin King, ein Berater von Rich Energy.

Die Anteilseigner von Rich Energy UK sind laut Auszug aus dem Handelsregister eine Firma namens Brandsellers Holdings sowie Robert Lee, Charlie Simpson, Lloyd Tunicliffe und Neville Weston. Rich Energy UK wiederum wird kontrolliert von einer separaten Holdingfirma, in der dieselben Personen aktiv sein sollen, heißt es.

Haas derzeit "ein Milchwagen"

Storey selbst hat sich inzwischen via "The Sun" zu Wort gemeldet. Es sei eine "bedauerliche, aber logische" Entscheidung gewesen, den Vertrag zu kündigen, denn: "Das sind nette Leute bei Haas, aber das Auto wird immer schlechter. Wir sind ein besseres Produkt als Red Bull. Da ist ein Milchwagen am Ende der Startaufstellung ein Desaster für uns."

Haas-Technikchef Günther Steiner hat bisher nur ein vages Statement abgegeben: "Rich Energy ist gegenwärtig der Titelpartner des Haas-Teams", heißt es darin. "Aufgrund von Verschwiegenheitsklauseln kann ich das vertragliche Verhältnis zwischen den beiden Parteien darüber hinaus nicht kommentieren."

Die Haas-Trucks und das Motorhome in Silverstone tragen am Donnerstag unverändert das Branding von Rich Energy. Das gilt vermutlich auch für die Formel-1-Autos von Romain Grosjean und Kevin Magnussen, die ab Freitag im Freien Training antreten werden. Denn Storeys Partner versuchen gerade, den Sponsoringdeal mit dem Haas-Team irgendwie zu retten.

Abschneiden in Österreich "inakzeptabel"

Es ist nicht der erste Aufreger rund um Rich Energy und den exzentrischen Firmengründer Storey. Mehrfach hat sich das Unternehmen mit markigen Sprüchen auf Twitter mit Red Bull angelegt. Außerdem sorgte eine Twitter-Diskussion mit Top-Gear-Moderator Chris Harris für Aufsehen. Der bekam sein Fett weg, als er im TV erklärte, Rich Energy schmecke genau wie Red Bull.

Die jüngste Affäre kam ins Rollen, als Rich Energy am Mittwochabend auf Twitter postete, man habe den Vertrag mit dem Haas-Team "wegen schlechter Leistungen" gekündigt: "Wir wollen @redbullracing schlagen, und in Österreich hinter @WilliamsRacing zu landen, ist inakzeptabel." Gleichzeitig störe man sich "an der Politik und der Political Correctness" der Formel 1.

Erst kürzlich hatte Rich Energy zudem einen Gerichtsprozess verloren. Der Fahrradhersteller Whyte Bikes hatte beim Hirschgeweih im Rich-Energy-Logo eine Urheberrechtsverletzung reklamiert. Der Beschwerde von Whyte Bikes wurde stattgegeben, und so darf Rich Energy ab 18. Juli nicht mehr mit seinem aktuellen Logo werben.

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