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Glock verwundert: Wieso kam das Safety-Car so spät?

10.07.2019 18:15
Glück für Rast: Erst nach seinem Stopp wurde Fittipaldis Auto abgeschleppt
© MST
Glück für Rast: Erst nach seinem Stopp wurde Fittipaldis Auto abgeschleppt

Timo Glock ist nach dem Norisring-Wochenende nicht nur sauer wegen der nicht enden wollenden Pechsträhne. Auch der Safety-Car-Einsatz nach der Kollision von Pietro Fittipaldi mit Paul di Resta nach dem Start am Samstag sorgt beim glücklosen BMW-Piloten für Verwunderung.

"Ich habe nicht verstanden, dass der WRT-Audi da stand und zwei Runden keine gelbe Flagge kam. Dann war gelbe Flagge und dann kam irgendwann das Safety-Car", meint Glock. "Da frage ich mich, warum sowas vier Runden dauert und wieso das Timing genau so ist, dass Rene seinen Boxenstopp macht und dann kommt das Safety-Car raus."

Besteht also ein Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt, an dem WRT-Audi Rennleiter Sven Stoppe mitteilte, dass Fittipaldis Bolide unfahrbar sei, und Rasts Boxenstopp nach der dritten Runde?

Glock über Audi-Timing: "Clever gespielt!"

"Man hat relativ klar gesehen, dass die Aufhängung vorne kaputt ist", meint Glock. "Und wenn die Räder so stehen, dann kann ich mit dem Auto nicht mehr fahren."

"Audi sagt dann, das Auto sei nicht mehr fahrbar. Das sind Dinge, bei denen ich sage: Clever gespielt, aber ich weiß nicht, warum der Rennleiter es nicht schafft, das Safety-Car rauszuschicken, wenn das Auto da steht und sich nicht wegbewegt. Da muss man schneller reagieren."

Wieso hat es also so lange gedauert, bis das Safety-Car auf die Strecke geschickt wurde? Das hat laut Informationen von "Motorsport-Total.com" damit zu tun, dass Rennleiter Sven Stoppe versucht hat, einen Einsatz des Schrittmacherfahrzeugs zu vermeiden.

Warum Rennleiter Stoppe das Safety-Car so spät einsetzte

Zunächst sah es so aus, als könnte Fittipaldi seinen Boliden noch in die rund 200 Meter vor ihm liegende Öffnung der Leitplanken schleppen. Und da der Brasilianer angeschnallt im Auto saß und sich der RS 5 ganz klar neben der Strecke befand, hoffte Stoppe zunächst, die Situation würde sich von selbst regeln. Die krumme Lenkung war über die TV-Bilder, auf die sich auch die Rennleitung verlässt, nicht zu sehen.

Die Information, dass Fittipaldi versucht habe, das Auto wieder in Gang zu kriegen, erhielt Stoppe von WRT-Audi - und zwar über einen für alle Teams offenen Funkkanal, in dem alle Teamchefs sowie Rennleiter Stoppe miteinander kommunizieren können, aber auch mithören. Erst als Stoppe die Information erhielt, die Aufhängung des Audi sei gebrochen, schickte er das Safety-Car auf die Strecke.

Glock rechnete nicht mehr mit Safety-Car

Dennoch wirkte sich die aus Glocks Sicht unklare Situation auf seine Taktik aus - und der Odenwälder, der ohnehin spät stoppen wollte, kam nicht an die Box. "Ich dachte mir: Okay, die lassen das Auto jetzt stehen und es geht normal weiter, weil es vielleicht auch keine super-gefährliche Situation war. So sah es zumindest aus, weil auch keine gelbe Flagge geschwenkt wurde", erklärt er.

"Und dann kam die gelbe Flagge und dann war natürlich klar, dass es jetzt ein bisschen brenzlig wird." Nach der Safety-Car-Phase war Glock klar, dass er sich in einer ungünstigen Situation befand, weil er seinen Pflichtstopp im Gegensatz zu einigen Konkurrenten noch vor sich hatte.

Als das Rennen wieder freigegeben wurde, überschlugen sich dann die Ereignisse, als ihn zunächst Sheldon van der Linde in einen Dreher zwang und dann WRT-Audi-Pilot Jonathan Aberdein nicht mehr ausweichen konnte und Glocks Rennen beendete.

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