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1998 beim Großen Preis von Großbritannien

Damals: Schumis kurioser Sieg in der Boxengasse

02.07.2022 19:56
Michael Schumacher gewann das Formel-1-Rennen 1998 in Silverstone auf kuriose Art und Weise
© Clive Mason, getty
Michael Schumacher gewann das Formel-1-Rennen 1998 in Silverstone auf kuriose Art und Weise

Michael Schumacher hat in seiner langen Karriere als Formel-1-Pilot den ein oder anderen aufsehenerregenden Sieg eingefahren. Sein Erfolg am 12. Juli 1998 beim Großen Preis von Großbritannien war jedoch der wohl kurioseste. Schließlich gewann der spätere Rekordweltmeister das Rennen in der Boxengasse. 

Jener Juli-Tag war wie gemalt für Michael Schumacher, der sich in der WM-Wertung mit McLaren-Fahrer Mika Häkkinen um die Punkte duellierte: Am Morgen des Rennsonntages hatte es wie aus Eimern geschüttet.

Zum Start des Grand Prix war die Streckenoberfläche weiterhin nass. Perfekte Bedingungen also für "Regengott" Schumacher, um sich von Startposition zwei aus ganz nach vorn zu schieben.

Doch eine Offensive des Ferrari-Piloten ließ zu Beginn noch auf sich warten. In der 16. Runde sorgte schließlich ein weiterer Wolkenbruch dafür, dass sich in der Folge etliche Fahrer nach Drehern im Kiesbett wiederfanden. Darunter auch Häkkinen, der bei einem Ausflug seinen Frontflügel leicht beschädigte, Zeit verlor, seine Führung jedoch behaupten konnte.

Aufgrund der Bedingungen entschied sich der Veranstalter zu einer Safety-Car-Phase und eröffnete Schumacher damit die Möglichkeit, ganz nah an den Finnen heranzukommen. Als die Strecke in der 50. Runde wieder freigegeben wurde, dauerte es lediglich zwei Umrundungen, da hatte der Deutsche den WM-Führenden kassiert.

Formel 1: Michael Schumacher kassiert Stop-and-Go-Strafe

Schumacher fuhr in der Folge auf dem nassen Asphalt einen immer größer werdenden Vorsprung heraus. Weit über 20 Sekunden lag er kurz vor Renn-Ende vorn, der Grand Prix von Großbritannien schien entschieden.

Doch die Piloten hatten die Rechnung ohne die Rennleitung gemacht. Zwei Runden vor Schluss sprach sie eine Stop-and-Go-Strafe von zehn Sekunden gegen Schumacher aus. Dieser hatte Alexander Wurz während der Safety-Car-Phase regelwidrig überholt.

Schumacher musst seine Strafe laut Regelwerk innerhalb der nächsten drei Runden absitzen.

Formel 1: Ferrari macht Michael Schumacher mit Kniff zum Sieger

Doch statt den Deutschen sofort an die Box zu bestellen, entschied sich Ferrari für einen Kniff: Das Team aus Maranello holte seinen Superstar erst in der allerletzten Runde hinein, um die Strafe abzubrummen.

Da Schumacher auf dem Weg zur Crew der Scuderia die Ziellinie bereits innerhalb der Boxengasse überfahren hatte, wurde der damals 29-Jährige als Sieger gewertet.

McLaren protestierte gegen die Wertung des Rennens, auch Ferrari beschwerte sich, weil die Nachricht über die Bestrafung in den Augen des Teams zu spät und nur handschriftlich mitgeteilt wurde. Das Ende vom Lied: Die Proteste des Häkkinnen-Teams wurden von der FIA abgeschmettert, die Strafe für Schumacher in letzter Instanz sogar aufgrund von Fehlern der Rennverantwortlichen für ungültig erklärt. 

Die betroffenen Kommissare traten in Folge des ganzen Tumultes zurück und die Formel 1 formulierte ihre Regeln um. Von da an wurde festgelegt, dass eine nicht korrekt abgeleistete Stopp-and-Go-Strafe grundsätzlich in eine Zeitstrafe von 25 Sekunden umgewandelt wird. Schumis kurioser Sieg in Silverstone wird also wohl für immer ein Einzelfall bleiben.

Chris Rohdenburg

Großbritannien GP 1998

1DeutschlandMichael Schumacher1:47:02.450h
2FinnlandMika Häkkinen+22.465s
3GroßbritannienEddie Irvine+29.199s
4ÖsterreichAlexander Wurz+ 1 Runde
5ItalienGiancarlo Fisichella+ 1 Runde
6DeutschlandRalf Schumacher+ 1 Runde
7KanadaJacques Villeneuve+ 1 Runde
8JapanShinji Nakano+ 2 Runden
9JapanToranosuke Takagi+ 4 Runden
10GroßbritannienDamon HillDNF