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"Aufgepeitschte" Serena im Halbfinale von Wimbledon

09.07.2019 16:22
© Shaun Botterill, getty

Serena Williams hat in Wimbledon das Halbfinale erreicht. Die 23-malige Grand-Slam-Siegerin setzte sich in einem engen Match gegen ihre Landsfrau Alison Riske durch.

Die goldblonden Spitzen ihrer Lockenfrisur umflatterten Serena Williams zeitweise wie eine Löwenmähne - und wie ein wildes Raubtier stemmte sich die US-Tennis-Queen gegen eine drohende Niederlage. Mit Wucht und Willenskraft hat die US-Tennis-Königin beim Grand-Slam-Highlight in Wimbledon erneut das Halbfinale erreicht. Die 37-Jährige bezwang in der Runde der letzten Acht ihre Landsfrau Alison Riske 6:4, 4:6, 6:3 - und benötigt noch zwei Siege bis zum Grand-Slam-Rekord.

"Sie hat mir nichts geschenkt. Ich musste es mir erarbeiten - und das habe ich getan", sagte Williams hinterher: "Ich musste einfach kämpfen. Ich war wirklich aufgepeitscht am Ende." Bei ihrer 19. Wimbledon-Teilnahme steht Williams nun zum elften Mal in der Vorschlussrunde. Zehnmal erreichte sie anschließend auch das Endspiel, feierte dabei - genau wie Steffi Graf - sieben Titelgewinne. Im Vorjahr hatte Williams im Finale gegen die Kielerin Angelique Kerber verloren.

Seit der Geburt ihrer Tochter Alexis Ohanian 2017 wartet Williams auf den Gewinn ihres 24. Grand-Slam-Titels, mit dem sie zur Australierin Margaret Court aufschließen würde. Nun ist sie eine der letzten im Turnier verbliebenen Topfavoritinnen.

Ihre nächste Gegnerin ist Barbora Strycova (Tschechien), die die Träume der britischen Hoffnungsträgerin Johanna Konta durch ein 7:6 (7:5), 6:1 jäh beendete. Im anderen Halbfinale stehen sich die Rumänin Simona Halep, die parallel Zhang Shuai aus China mit 7:6, (7:4), 6:1 bezwang, und die Ukrainerin Elena Svitolina, die 7:5, 6:4 gegen die Tschechin Karolina Muchova siegte, gegenüber.

Riske liefert Williams intensiven Tennis-Kampf

Williams hatte gegen Riske, am Vortag überraschend siegreich gegen die Weltranglistenerste Ashleigh Barty aus Australien, von Beginn an versucht, die Punkte möglichst kurz zu halten. Ob beim Service oder beim Return, meist war bereits ihr erster Schlag innerhalb des Ballwechsels ein Angriff. Aus gutem Grund: Sobald Riske die bisweilen etwas schwerfällig wirkende Tennis-Queen ins Laufen brachte, hatte sie die besseren Karten.

So hielt Riske, eine ausgewiesene Rasen-Spezialistin und zuletzt Siegerin beim Vorbereitungsturnier in 's-Hertogenbosch, bei ihrer Viertelfinal-Premiere auf Grand-Slam-Ebene stark mit. Obwohl Williams überwiegend gut servierte, schaffte sie früh ein Break und ging 3:1 in Führung. Doch Williams schlug zurück, es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch.

Bei dem Williams in den wichtigen Momenten aber zunächst nervenstark die Oberhand behielt. Erst im zweiten Durchgang kippte plötzlich das Match. Im Entscheidungssatz wogte das Momentum mehrfach hin und her, letztlich offenbarte Williams aber einmal mehr ihre Qualitäten als große Kämpferin. Nach 2:01 Stunden durfte die Favoritin jubeln.

"Sie spielt so großartig, hat ihr Herz auf dem Platz gelassen", sagte Williams anschließend: "Der Sieg bedeutet eine große Genugtuung für mich, vor ein paar Wochen hätte ich das nicht gewonnen." Williams hatte in den Runden zuvor Carla Suarez Navarro (Spanien/Nr. 30), Julia Görges (Bad Oldesloe/Nr. 18), Kaja Juvan (Slowenien) und Giulia Gatto-Monticone (Italien) geschlagen.

 

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