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Reform zeigt "Perversion des Systems"

FCA-Boss hofft auf Hinteregger-Verbleib

09.07.2019 07:29
Vereinspräsident Klaus Hofmann kritisiert die Verteilung der Gelder in der Champions League
© Sebastian Widmann, getty
Vereinspräsident Klaus Hofmann kritisiert die Verteilung der Gelder in der Champions League

Klaus Hofmann, Präsident des Fußball-Bundesligisten FC Augsburg, hat die in der Champions League an die Top-Klubs ausgeschütteten Gelder kritisiert. "Durch die Geldverteilung wird die Chancengleichheit getötet", sagte Hofmann im Interview der "Augsburger Allgemeinen".

Er begründet seine Meinung so: "Wenn Sie als Champions-League-Teilnehmer aus Deutschland in der Vorrunde ausscheiden, ohne ein Spiel zu gewinnen, aber dennoch allein an Prämien mehr bekommen, als ein Verein wie der FCA im Jahr Personalaufwendungen hat, verstehe ich die Welt nicht mehr."

Für Hofmann sei es eine "Perversion des Systems", dass die zuletzt von der Europäischen Fußball-Union UEFA angedachte Reform der Königsklasse mit einem Auf- und Abstiegssystem zu einer weiteren Verfestigung des Status quo führe.

"Da geht es ausschließlich darum, den Status quo der Teams beizubehalten, die einmal drin sind", erklärte Hofmann und erwartet deshalb von der Deutschen Fußball Liga, Stellung gegen Vorhaben der UEFA und des Weltverbandes FIFA zu beziehen, die "ganz klar gegen die nationalen Ligen" zielen würden. "Als ich vor einigen Jahren gesagt habe, dass die Champions League die nationalen Ligen kaputt macht, bin ich ausgelacht worden", sagte der 51-Jährige.

"Wenn diese reformierte Champions League kommen sollte, wäre der Unterschied zwischen den Klubs, die in der Champions League spielen und den anderen 13 oder 14, so brutal, dass es keinen wirklichen Wettbewerb mehr geben würde", befürchtet der FCA-Chef.

Hofmann hofft auf Hinteregger-Verbleib

Hofmann hofft weiter auf einen Verbleib des wechselwilligen österreichischen Nationalspielers Martin Hinteregger. "Martin ist ein erstklassiger Spieler", sagte der FCA-Präsident, er könne es sich "sehr gut vorstellen, dass er wieder eine Säule des FC Augsburg wird".

Hinteregger zieht es jedoch mit Macht zurück zu Eintracht Frankfurt, wohin er bereits in der vergangenen Rückrunde verliehen war.

"Ich weiß über seinen Zustand Bescheid. Wir wollen ihn weiterhin haben, Fredi Bobic steckt in den Verhandlungen", sagte Frankfurts Trainer Adi Hütter zuletzt. Hinteregger, der bis 2021 an den FCA gebunden ist, soll die Eintracht schon gebeten haben, für ihn die Rückennummer 13 freizuhalten.

Augsburgs Sportchef Stefan Reuter hat ein erstes Angebot in Höhe von zehn Millionen Euro für ihn aber abgelehnt. Ihm sollen 13 Millionen vorschweben.

Für Ersatz haben die Schwaben schon gesorgt: Am Montag gaben sie die Verpflichtung des international erfahrenen tschechischen Nationalspielers Marek Suchy vom FC Basel bekannt.

 

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