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Kein Happy End auf dem heiligen Rasen

Simona Halep beendet Gauffs Wimbledon-Märchen

08.07.2019 16:47
Cori Gauff ist in Wimbledon ausgeschieden
© Shaun Botterill, getty
Cori Gauff ist in Wimbledon ausgeschieden

Das Tennis-Märchen von Cori Gauff fand am "Manic Monday" ein etwas bitteres Ende, die Stars Rafael Nadal und Serena Williams gaben sich dagegen keine Blöße. Während Nadal und Williams beim Grand-Slam-Klassiker in Wimbledon souverän das Viertelfinale erreichten, hatte Gauff beim Duell mit der Rumänin Simona Halep offensichtlich auch mit Übelkeit zu kämpfen. Nach einer 3:6, 3:6-Niederlage schied das 15 Jahre alte US-Wunderkind letztlich aus - genauso wie überraschend die Weltranglistenerste Ashleigh Barty.

Gauff hatte am "verrückten Montag" mit allen 16 Achtelfinal-Partien bei Männern und Frauen - erstmals seit 2015 gänzlich ohne deutsche Beteiligung - trotz der offensichtlichen gesundheitlichen Probleme erneut in vielen Momenten ihr großartiges Potenzial angedeutet.

Allerdings diktierte Halep, die früherere French-Open-Siegerin und Nummer eins der Welt, von Beginn an das Geschehen und ließ Gauff durch geschicktes Winkelspiel viel Laufen.

Nach dem Gewinn des insgesamt ausgeglichenen ersten Satzes verschwand Gauff im Kabinentrakt, hielt sich immer wieder den Bauch und ließ sich letztlich vom Turnierarzt eine Tablette reichen.

Nach 1:15 Stunden musste sie sich geschlagen geben. Gauff hatte am Samstag durch einen eindrucksvollen Comeback-Erfolg gegen die Slowenin Polona Hercog als jüngste Spielerin seit Jennifer Capriati 1991 das Achtelfinale der Einzel-Konkurrenz erreicht.

"Ich hoffe, die Leute haben über mich gelernt, dass ich ein Kämpfer bin, das ich niemals aufgebe. Ich hatte trotzdem Spaß auf dem Platz, auch wenn ich verloren habe", sagte Gauff.

Die Grand-Slam-Debütantin und High-School-Schülerin verabschiedete sich enttäuscht, "super-stolz" und ebenso abgeklärt: "Ich habe viel gelernt. Ich habe gelernt, wie man vor einem großen Publikum spielt. Ich habe gelernt, wie man mit Druck spielt."

Serena: "Ich will es noch immer"

Gauffs Vorbild Williams hatte zuvor mit der Spanierin Carla Suarez Navarro (Nr. 30) keinerlei Probleme gehabt. Für ihren mühelosen 6:2, 6:2-Erfolg benötigte die 37-Jährige am Ende nur 64 Minuten. "Ich hatte in dieser Woche mehr Matches als in den letzten Monaten. Ich fühle mich körperlich immer besser, endlich kann ich Tennis spielen", sagte Williams anschließend: "Ich will es noch immer, sonst wäre ich nicht da."

Williams, die am Samstag Julia Görges als letzte Deutsche im Wettbewerb ausgeschaltet hatte, hinterließ gegen Navarro einen starken Eindruck. Mit gutem Service und konsequentem Spiel diktierte sie das Geschehen nach Belieben. Ihre nächste Gegnerin ist nun überraschend Riske, die nach ihrem Coup gegen Barty erstmals in ihrer Karriere ein Grand-Slam-Achtelfinale erreicht hatte.

Barty fliegt, Nadal souverän

Ebenfalls in guter Form präsentierte sich der zwölfmalige French-Open-Champion Rafael Nadal, der den Portugiesen Joao Sousa 6:2, 6:2, 6:2 bezwang. Nadal startete mit zwei Breaks und gewann in gerade einmal 29 Minuten den ersten Satz. Auch im zweiten Durchgang setzte sich der 18-malige Grand-Slam-Siegerin nach ausgeglichenem Beginn ab und machte letztlich kurzen Prozess.

Die zunächst einzige Überraschung war somit das Aus der French-Open-Siegerin Barty, die gegen Alison Riske aus den USA 6:3, 2:6, 3:6 verlor. "In den wichtigen Momenten hat sie ihr bestes Tennis ausgepackt", analysierte die Australierin, die zuvor 15 Siege in Serie auf der WTA-Tour gefeiert hatte. Statt dem erwarteten Knaller-Duell zwischen Barty und Williams ist es nun Riske, die ihre berühmte Landsfrau im Viertelfinale fordert.

 

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