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15-Jährige sorgt in Wimbledon für Furore

"Ein Star ist geboren": Tennis-Welt huldigt Cori Gauff

07.07.2019 12:43
Cori Gauff sorgt in Wimbledon für Furore
© Shaun Botterill, getty
Cori Gauff sorgt in Wimbledon für Furore

Tennis-Sensation Cori Gauff sorgt in Wimbledon weiter für Furore. Die 15-Jährige paart ihr Talent mit purer Willenskraft. Im Achtelfinale am Montag wartet nun jedoch der erste Härtetest.

Über den ersten kleinen Rückschlag bei ihrem wundersamen Wimbledon-Abenteuer kam Cori Gauff dank Michelle Obama schnell hinweg.

"Coco ist sagenhaft", hatte die frühere First Lady getwittert und damit die Laune der US-Tennis-Sensation trotz ihrer Niederlage im Mixed-Wettbewerb am Samstagabend direkt wieder aufgehellt. "Sie ist eines meiner Idole", schwärmte Gauff: "Dass sie überhaupt weiß, wer ich bin, ist extrem cool."

Dabei war Obama nur die nächste in einer langen Liste von Legenden und Ikonen, die in der vergangenen Woche Lobeshymnen auf das 15 Jahre alte Wunderkind angestimmt hatten.

"Ein Star ist geboren", meinte etwa Martina Navratilova. "Ihr steht der Himmel offen", sagte Gauffs Vorbild und Erstrunden-"Opfer" Venus Williams.

Vor ihrem Härtetest am Montag im Achtelfinale gegen die frühere Weltranglistenersten Simona Halep (Rumänien/Nr. 7) ist das Supertalent Gesprächsthema Nummer eins.

Cori Gauff brilliert auf dem Centre Court von Wimbledon

Schließlich hatte Gauff am Freitag das nächste Kapitel ihres Tennis-Märchens von London geschrieben. Nach einem unwiderstehlichen Comeback rang sie die Slowenin Polona Hercog 3:6, 7:6 (9:7), 7:5 nieder, versetzte das Publikum in Ekstase und eroberte dadurch auch den berühmten Centre Court im Sturm.

Gauff hüpfte anschließend wie ein Flummi auf und ab, in ihrer Box flippten ihre Eltern völlig aus.

Wie sie sich beim Stand von 2:5 im zweiten Satz mit purer Willenskraft gegen die Niederlage stemmte und auf dem Weg zurück unter anderem zwei Matchbälle abwehrte, hatte dabei schon viel von einem großen Champion. Und das alles bei ihrer Premiere an dem mythisch verklärtesten Ort der Tennis-Welt.

"Vielleicht wird es ja mein Court", meinte sie anschließend strahlend. Die US-Amerikanerin, die alle nur "Coco" nennen, hat mit ihren Leistungen einen gewaltigen Hype ausgelöst.

Abgeklärtheit von Cori Gauff beeindruckt

Gauff ist eine Frühreife. Wie nüchtern und analytisch sie in Interviews über ihre Matches und ihre Erfahrungen spricht, ist beinahe ein wenig beängstigend. Doch dahinter steckt ein Plan. Gauff will auf keinen Fall die Fehler wiederholen, die andere Wunderkinder vor ihr gemacht haben. Schließlich ist sie selbst mit 15 Jahren und 122 Tagen "nur" die siebtjüngste Spielerin im Achtelfinale eines Majors - und nicht alle legten anschließend die erwartet große Karriere hin.

Vor ihrem Drittrunden-Match hat sie deshalb mit Mary Joe Fernandez gesprochen, Mitte der Achtziger als 13-Jährige selbst eines dieser Wunderkinder und doch letztlich in ihrer Karriere ohne Grand-Slam-Titel geblieben. "Sie hat mir ein paar Dinge gesagt, von denen sie wünschte, sie hätte sie damals getan", berichtete Gauff: "Ich bin ihr sehr dankbar dafür."

Das Bemühen, die nötige Distanz zu dem ganzen Wahnsinn um sich herum zu wahren, ist bei Gauff spürbar. Als sie vor ihrem Erstrundenmatch zum Training gegangen sei, habe sie lediglich ein kleines Mädchen um ein Foto gebeten, erzählte sie. Nach dem vielbeachteten Auftaktsieg gegen Venus Williams hätten dann plötzlich Hunderte ihren Namen gerufen. "Es ist surreal, wie schnell sich das Leben ändert", sagte Gauff.

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