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BVB-Berater analysiert Transfer-Politk der Top-Klubs

Sammer: Diskussionen beim FC Bayern "abenteuerlich"

07.07.2019 11:10
Analysiert die Transfer-Politik von BVB und FC Bayern: Matthias Sammer
© Alexander Hassenstein, getty
Analysiert die Transfer-Politik von BVB und FC Bayern: Matthias Sammer

Matthias Sammer hat Borussia Dortmund für die Verpflichtung von Mats Hummels gelobt. Gleichzeitig warnte der externe Berater des BVB vor einer vorschnellen Kritik an der Transfer-Politik des FC Bayern München.

"Sportlich betrachtet hat er über Jahre bewiesen, dass er ein großartiger Spieler ist", sagte Sammer im "SID"-Interview über Hummels, der nach drei Jahren in München zu seinem Ex-Klub zurückgekehrt ist.

Der Europameister von 1996 stützte die Aussage von BVB-Sportdirektor Michael Zorc, Hummels sei aus sportlicher Sicht derzeit der beste deutsche Innenverteidiger. "Gleichzeitig bin ich aber der Meinung, dass Mannschaften Spieler brauchen, die in gewissen Konstellationen Verantwortung übernehmen", erklärte Sammer. "Ich hoffe für ihn und für den Klub, dass er der Leader ist, der er immer sein wollte".

Hummels ist neben Nico Schulz (1899 Hoffenheim), Julian Brandt (Bayer Leverkusen) und Thorgan Hazard (Borussia Mönchengladbach) bereits der vierte prominente Neuzugang der Dortmunder zur neuen Saison. Hinzu kommt mit Mateu Morey (FC Barcelona) ein hochgehandelter Perspektivspieler. 

Matthias Sammer: Diskussion um den FC Bayern "abenteuerlich"

Laut Sammer beinhaltet diese bislang von der Öffentlichkeit sehr positiv beurteilte Personalpolitik des BVB auch ein Risiko. "Wenn das nicht funktioniert, sind diejenigen, die das jetzt nach oben geschossen haben, die ersten, die persönlich beleidigt sind", kündigte der 51-Jährige an.

Das sei aus Sicht des BVB aber nicht schlimm, "weil nicht die Öffentlichkeit oder die Beurteilung einen zum Meister macht, sondern die Leistung, die Spieler und ein Verein bringen."

Aber, so Sammer: "Ich bin bei Uli Hoeneß, der gesagt hat: Alles, was der BVB gemacht hat, muss sich ja erst mal beweisen. Wer das sagt, der weiß, wie Fußball funktioniert. Es ist die Wahrheit."

Vor dem Ende der Transfer-Periode am 2. September sei es laut Sammer zudem deutlich zu früh, die Aktivitäten des FC Bayern in Sachen Neuzugänge zu bewerten.

Die aktuelle, sehr negativ gefärbte Diskussion sei "abenteuerlich", sagte der frühere Sportdirektor des Rekordmeisters. "Der Markt ist überhitzt. Man muss im Leben auch warten können. Ich glaube, dass die Bayern warten."

Matthias Sammer sieht Zukunft des DFB-Teams positiv

Sammer äußerte sich auch zur Zukunft der deutschen Nationalmannschaft. Diese sieht der ehemalige DFB-Sportdirektor trotz verpasster Entwicklungen in der Ausbildung auf Jahre hin positiv.

"Die Delle, die wir durchlaufen haben, wird uns nicht groß wehtun. Die vier, fünf Jahre, die wir es nicht so gut gemacht haben, werden nicht dazu führen, dass wir keine starke Nationalmannschaft haben", sagte Sammer.

Der DFB profitiere von einer Garde sehr junger Spieler, die es sehr früh in die Nationalmannschaft geschafft habe. "Ich kann immer weder nur Spieler nennen wie Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Niklas Süle, Julian Brandt, Kai Havertz, da ist eine Menge Qualität drin", sagte Sammer. Diese Generation könne auch ein Loch überbrücken, das sich durch Versäumnisse ergebe.

Sammer, der seine Tätigkeit als "Eurosport"-Experte aufgegeben hat, warnt davor, in der Spieler-Entwicklung den Blick auf das Mannschaftliche zu vernachlässigen. "Jetzt heißt es ja wieder: Nur noch individuell! Da müssen wir aufpassen. Wenn du nur noch in der Individualisierung bist, wirst Du keine Leader mehr entwickeln. Wenn Du mannschaftstaktische und hierarchische Entwicklungen vergisst, wird niemand mehr Verantwortung für die Mannschaft übernehmen."

 

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