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Mercedes in Österreich in der Zwickmühle

Enthüllt: Hamilton-Schaden kostete halbe Sekunde pro Runde

04.07.2019 20:20
Lewis Hamilton musste seinen Flügel nach einem Defekt tauschen lassen
© Dan Mullan, getty
Lewis Hamilton musste seinen Flügel nach einem Defekt tauschen lassen

Der Schaden an Lewis Hamiltons Frontflügel war kaum sichtbar - die Auswirkungen dafür umso größer. Beim Großen Preis von Österreich machte sich der Weltmeister in Runde 27 seinen Flügel kaputt, als er in Kurve 10 über den Randstein fuhr. Hamilton musste anschließend die Nase an seinem Mercedes wechseln lassen, was ihn möglicherweise um eine bessere Platzierung brachte.

Hamilton beendete das Rennen als Fünfter. Gut drei Sekunden fehlten auf Sebastian Vettel vor ihm, knapp vier auf seinen Teamkollegen Valtteri Bottas davor. "Er ging sehr vorsichtig mit seinen Reifen um, aber leider brach sein Frontflügel-Flap in Runde 27 in Kurve zehn", berichtet Mercedes-Chefingenieur Andrew Shovlin. Genauer gesagt ging es dabei um den Versteller für den Flap.

"Den verwenden wir, um den Winkel der Flaps auf der linken und rechten Seite des Flügels zu verändern. Dadurch ändert sich, wie viel Abtrieb produziert wird", erklärt Shovlin. Durch die Beschädigung sei der Flap "nur um ein paar Grad" gekippt. "Aber es hat bedeutet, dass er dann in allen schnellen Kurven Untersteuern hatte", so Shovlin, der erklärt, dass Mercedes anschließend eine Entscheidung treffen musste.

Pro Runde eine halbe Sekunde langsamer

"Kommen wir rein und stellen auf der anderen Seite den maximal möglichen Winkel ein, um die Balance [des Autos] zu verbessern, oder wechseln wir die Nase?", sagt Shovlin und erklärt im Hinblick auf die erste Option: "Es war ziemlich klar, dass das nicht genug sein würde". Weil die eine Seite des Flügels kaputt war, hätte man lediglich die andere Seite anpassen können.

So hätte das Auto aber nur wieder eine bessere Balance gehabt, den eigentlichen Defekt hätte man so nicht behoben. "Daher mussten wir einen Boxenstopp einlegen", erklärt Shovlin und verrät: "Das hat ungefähr acht zusätzliche Sekunden gedauert, aber insgesamt war das für das Rennen schneller, denn ansonsten wäre er pro Runde mindestens eine halbe Sekunde langsamer gewesen."

Stopp hat sich für Hamilton ausgezahlt

Hamiltons Stopp in Runde 30 dauerte von der Boxenein- bis zur -ausfahrt 30,0 Sekunden. Zum Vergleich: Teamkollege Bottas wurde in 22,5 Sekunden abgefertigt. Doch auf der Strecke hätte Hamilton noch deutlich mehr Zeit verloren, wenn man den Flügel nicht gewechselt hätte. Denn der Defekt trat in Runde 27 von 71 auf. Somit hätte Hamilton noch 44 Runden mit dem kaputten Flügel fahren müssen.

Macht nach der Rechnung von Shovlin einen Zeitverlust von mindestens 22 Sekunden - also deutlich mehr als die acht Sekunden beim Boxenstopp. Und die Rechnung geht durchaus auf, wenn man sich Hamiltons Rundenzeiten unmittelbar vor und nach dem Zwischenfall anschaut. In den Runden 24 bis 26 fuhr der Weltmeister Zeiten von 1:09.2, 1:09.4 und wieder 1:09.2.

In den Runden 27 bis 29 stiegen seine Zeiten dann auf 1:09.8, 1:10.2 und 1:09.9. Tatsächlich also sogar ein Verlust von mehr als einer halben Sekunde pro Umlauf. In Runde 30 kam Hamilton dann bekanntlich zum Stopp. Zu diesem Zeitpunkt war für ihn und das Team bereits nur noch Schadensbegrenzung möglich.

 

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