powered by powered by N-TV
Heute Live
sport.de - powered by powered by N-TV

Segler mit leisem Optimismus auf Olympia-Kurs

30.06.2019 14:56
Paul Kohlhoff and Alicia Stuhlemmer unterlief ein Missgeschick
© Clive Mason, getty
Paul Kohlhoff and Alicia Stuhlemmer unterlief ein Missgeschick

Zum Abschluss der 125. Kieler Woche haben die deutschen Segler angedeutet, dass mit ihnen bei den olympischen Regatten 2020 vor Tokio wieder zu rechnen sein könnte.

Zwei Siege, zwei Enttäuschungen und leise olympische Hoffnungen: Nach der 125. Kieler Woche darf der Deutsche Segler-Verband (DSV) vorsichtig optimistisch Kurs auf Olympia 2020 nehmen. In den abschließenden Medaillenrennen am Sonntag holten auf der Förde das 49er-FX-Team Victoria Jurczok und Annika Lorenz sowie überraschend Philipp Kasüske (alle Berlin) im Finn-Dinghy den Gesamtsieg.

Dagegen fiel Nacra-17-Vorschoterin Alica Stuhlemmer im Finale in Führung liegend von Bord des Katamarans und mit ihrem Hamburger Steuermann Paul Kohlhoff vom Podium. Enttäuschend verlief die Regatta für die 49er-Männer, von denen Tim Fischer und Fabian Graf aus Kiel als einzige Finalisten nur Zehnte wurden.

"Das Positive überwog aus meiner Sicht", bilanzierte DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner die vorolympische Kieler Woche. Ärgerliche Fehler wie Kenterungen seien in der Weltspitze teuer, aber "im Großen und Ganzen sind wir für Tokio gut aufgestellt." Sie hofft, außer im Windsurfen acht von zehn Segeldisziplinen in Enoshima zu besetzen.

Bisher hat der DSV-Kader die Fahrkarten lediglich in den Bootsklassen Laser Standard (Männer), Laser Radial (Frauen) und 49er gelöst. Erst nächstes Frühjahr beim Weltcup in Genua werden die letzten für Europa noch verbliebenen Nationenplätze vergeben. Stegenwalner: "Das wird noch eine harte Nuss, denn insgesamt sind weniger Teilnehmer zugelassen als 2016."

Nach einem guten Start verteidigten Jurczok/Lorenz taktisch clever ihre Führung vom Vortag und holten trotz eines verlorenen Fotofinishs als Vierte im Finale ihren ersten Kieler-Woche-Sieg. Damit untermauerten die Olympia-Teilnehmerinnen von Rio de Janeiro 2016 ihre Ambitionen für die kommenden Spiele in Japan. "Dieser Titel fehlte noch in unserer Sammlung", sagte Jurczok nach dem Zieldurchgang.

"Der Kieler-Woche-Sieg schmeckt süß, belohnt er doch für jahrelanges hartes Training", sagte Kasüske, dem ein dritter Platz im Medal Race reichte, da Spitzenreiter Milan Vujasinovic aus Kroatien als Vorletzter patzte. "Aber die größte Hürde für ein Olympia-Ticket wartet ja noch." In der Einmann-Jolle ist in Genua nämlich nur noch ein einziger Startplatz offen. Für Kasüske wird es zudem die letzte Olympiachance sein, denn für 2024 wurde der Finn aus dem Programm gestrichen.

Das olympische Surfen auf dem RS:X-Brett findet schon seit Jahren auf der Kieler Woche nicht mehr statt. "In Zusammenarbeit mit dem Weltsegelverband sollen wir in Zukunft eine zweiwöchige, WM- und EM-freie Schutzzone vor und nach der Kieler Woche bekommen", sagte Organisationsleiter Dirk Ramhorst. Im kommenden Jahr allerdings muss er aufgrund der zeitlichen Nähe zu den olympischen Segelwettbewerben nochmals mit einer Teilnehmerdelle rechnen.