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"Warum, das müssen wir erst verstehen"

Ferrari nach Updates: Wieder kein Durchbruch

27.06.2019 15:36
Sebastian Vettel studiert, wie Ferrari in Österreich besser werden kann
© Bryn Lennon, getty
Sebastian Vettel studiert, wie Ferrari in Österreich besser werden kann

Das Ferrari-Team steht möglicherweise knapp davor, die Hoffnung auf den WM-Titel 2019 aufgeben zu müssen. Die 76 Punkte Rückstand von Sebastian Vettel auf Lewis Hamilton hat in der Geschichte der Formel 1 noch nie ein Fahrer während einer Saison aufgeholt. Und auch technisch gelang beim Grand Prix von Frankreich nicht der erhoffte Durchbruch.

Nach dem Freitagstraining wurde der neue Unterboden wieder abmontiert. Front- und Heckflügel und die Bremsbelüftungen stellen hingegen einen Schritt in die richtige Richtung dar und bleiben dran. "Einige Teile haben funktioniert, andere nicht", sagt Charles Leclerc nach seinem dritten Platz.

"Warum, das müssen wir erst verstehen. Denn momentan wissen wir nicht, warum der Abstand so groß ist", gibt der Monegasse zu. "Wir sind eindeutig die Schnellsten auf den Geraden - aber nicht so schnell in den Kurven. Daran müssen wir arbeiten. Dieses Wochenende haben wir ja ein paar Dinge probiert."

Binotto hatte die Le-Castellet-Updates im Vorfeld als "richtungsweisend" bezeichnet. Für Ferrari geht es wohl oder übel nicht mehr um die WM 2019. Sondern wichtiger ist in dieser Phase des Jahres, die Probleme genau zu verstehen und im Design des 2020er-Boliden die richtigen Weichen zu stellen.

Vettel: Ferrari gibt noch nicht auf

Es sei Ferraris Ziel gewesen, in Le Castellet "die Lücke deutlich zu schließen", sagt Vettel und gibt zu: "Das ist uns nicht gelungen. Das bedeutet aber nicht, dass wir aufgeben. Ich denke, jetzt ist jeder noch mehr angestachelt." Und er glaubt: "Das Streckenlayout in Österreich kommt uns vielleicht auch mehr entgegen."

Die Offenbarung war der Kampf zwischen Vettel und Hamilton um die schnellste Rennrunde. Vettel war mit brandneuen Softs nur um 0,024 Sekunden schneller als Hamilton auf fast 30 Runden alten Hards. Zwischen den beiden Reifentypen liegen laut Pirelli-Aussage 1,2 Sekunden - wenn sie gleich alt sind, was sie in Le Castellet nicht waren.

Als mildernder Umstand kann geltend gemacht werden: "Wir hatten ein Problem mit der Batterie. Das war nicht hundertprozentig ideal", sagt Vettel. Er lässt den Kopf aber nicht hängen: "Wenn sich alles über Nacht lösen ließe, hätten wir es schon geregelt. Aber Mercedes ist sehr stark. Sie zeigen allen Teams die Grenzen auf. Es liegt an uns, Lösungen zu entwickeln und sie unter Druck zu setzen."

Weniger Topspeed, mehr Downforce

Immerhin weiß Ferrari inzwischen, in welche Richtung es gehen soll: "Wir suchen nach mehr Anpressdruck, zur Not auch auf Kosten der Höchstgeschwindigkeit", sagt Teamchef Mattia Binotto. "Selbst wenn wir die Effizienz ein bisschen verlieren sollten: Mit mehr Anpressdruck fällt es leichter, die Reifen zum Funktionieren zu bringen. Darauf konzentrieren wir uns."

Er will die Situation aber nicht schönreden: "Wir können nicht zufrieden sein", stellt Binotto klar. "Das sind wir erst, wenn wir schneller sind als alle anderen." Aber: "Wir haben in Paul Ricard mit einem schwierigen Wochenende gerechnet. Es gibt Ähnlichkeiten zu Barcelona. Vergangenes Jahr waren wir auch in Barcelona und Paul Ricard nicht so gut."

Dass nicht alle Updates funktioniert haben, findet Binotto bedauerlich: "Wir haben dieses Wochenende nicht alle Antworten erhalten, die wir erhalten wollten. Dass der Unterboden nicht funktioniert hat, zeigt, dass wir nicht alle Antworten haben. Daran werden wir arbeiten. Für Österreich haben wir aber wieder ein paar neue Teile."

"In der Hinsicht haben wir Hausaufgaben. Immerhin sehen wir aber, dass wir Spielraum haben, das Auto zu verbessern. Das Gute ist, dass wir eine Richtung eingeschlagen haben und langsam erkennen, dass die nun richtig ist. Ich kann nicht sagen, dass es ein positives Wochenende war. Angesichts der niedrigen Erwartungen war es aber gar nicht so schlecht."

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