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Europa gegen die USA: Deutschland muss um Olympia bangen

26.06.2019 12:21
Martina Voss-Tecklenburg und die DFB-Frauen müssen um die Olympia-Teilnahme bangen
© Maja Hitij, getty
Martina Voss-Tecklenburg und die DFB-Frauen müssen um die Olympia-Teilnahme bangen

Sieben europäische Mannschaften im Viertelfinale der Frauenfußball-WM sind ein Rekord - und schlecht für Deutschland. Nun muss das DFB-Team ausgerechnet auf Angstgegner USA hoffen.

Martina Voss-Tecklenburg wirkte tatsächlich etwas nachdenklich, als sie den "Worst Case" live auf der Tribüne in Rennes miterlebte. Dass der Europameister aus den Niederlanden durch den glücklichen Sieg gegen Vize-Weltmeister Japan (2:1) für den Rekord von sieben europäischen Teams im Viertelfinale der Frauenfußball-WM sorgte, ist ganz schlecht für das deutsche Team. Die Bundestrainerin hatte es allerdings kommen sehen - und befürchtet weiteres Ungemach.

"Mich überrascht es nicht, dass Europa so stark ist. Das zeigt einfach die Entwicklung, die es in den vergangenen Jahren gegeben hat", sagte Voss-Tecklenburg, die vor der ersten Partie in der Runde der besten Acht am Donnerstag zwischen Norwegen und England (21:00 Uhr) von einer ganz bestimmten Sorge geplagt wird: "Vielleicht reicht das Halbfinale ja gar nicht, weil es vier Europäer schaffen. Das wird spannend."

Was "MVT" mit "vielleicht reicht es nicht" meinte, ist die Qualifikation für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr. Nur die besten drei Europäer lösen ihr Ticket nach Tokio, wo insgesamt zwölf Nationalmannschaften am Start sein werden. Voss-Tecklenburg hatte die Japan-Reise im Vorfeld der Endrunde in Frankreich stets als Ziel für die verjüngte Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes ausgegeben.

Nur gingen vor dem Turnier fast alle davon aus, dass der Halbfinal-Einzug ganz sicher dafür genügen wird. Schließlich standen bei den sieben Endrunden zuvor nie mehr als fünf europäische Mannschaften im Viertelfinale, im Halbfinale waren es nie mehr als drei. Insgeheim hofften die Beteiligten im Lager des zweimaligen Weltmeisters sogar darauf, dass das Viertelfinale reichen könnte.

Spiel um Platz drei könnte Finalcharakter bekommen

Die Realität sieht allerdings ganz anders aus. Nun müssen die Deutschen ihre Hoffnungen ausgerechnet auf den Titelverteidiger, Topfavoriten und Angstgegner aus den USA setzen. Nur wenn die US-Girls um Spielführerin Megan Rapinoe am Freitag in Paris (21:00 Uhr) im Favoriten-Duell den Gastgeber rauswerfen, hätte der Rekord-Europameister bei einem Sieg am Samstag im Klassiker gegen Schweden (18.:30 Uhr) sein Minimalziel erreicht.

"Es wäre echt wichtig und schön, wenn wir uns für Olympia qualifizieren würden, weil es ein nächster Schritt für die junge Mannschaft wäre, diese Erfahrung auf Topniveau zu machen", betonte Voss-Tecklenburg: "Die Olympischen Spielen werden fußballerisch sehr wichtig sein für all das, was in den nächsten vier, fünf Jahren in Deutschland ansteht."

Immerhin würde bei vier Europäern in der Vorschlussrunde das oft kritisierte "Spiel um die goldene Ananas" entfallen. Die Partie um den dritten Platz hätte ausnahmsweise Finalcharakter. Doch wenn es nach Annike Krahn ginge, sollten die Europäer gar nicht erst in dieses "Play-off-Spiel" müssen.

"Das Ganze sieht mittlerweile nach einer EM mit der Gast-Mannschaft USA aus", twitterte die deutsche "Alles-Gewinnerin" (Weltmeisterin 2007, Europameisterin 2009 und 2013, Olympiasiegerin 2016): "Es ist wirklich schade, dass sich nur drei europäische Teams für Olympia 2020 qualifizieren."

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