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Spielergewerkschaft fordert Berater-Neuordnung

26.06.2019 12:26
VDV-Geschäftsführer Baranowsky kritisiert Spielerberater
© FIRO/FIRO/SID/
VDV-Geschäftsführer Baranowsky kritisiert Spielerberater

Die Spielergewerkschaft der Profifußballer in Deutschland hat eine Neuordnung im Umgang mit Spielerberatern gefordert. Agenten sollten künftig nicht mehr wie derzeit üblich zugleich einen Spieler beraten und dazu noch von Vereinen Vergütungen für Dienstleitungen bei Transfers erhalten.

Compliance-Fachleute sehen in dem üblichen Prozedere einen Interessenkonflikt zum finanziellen Schaden der Profis. "In der Tat empfehlen wir eine klare Trennung von Vermittlungs- und Beratungsleistungen sowie von sonstigen Management-Dienstleistungen", sagte VDV-Geschäftsführer Ulf Baranowsky der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Bezüglich der Bezahlung rate die VDV den Spielern, ihren Spielervermittler für seine Vermittlungsleistung selbst zu beauftragen und zu vergüten: "Die Vorteile für die Spieler bestehen dann in der gesetzlichen Deckelung der Vergütung, der Transparenz, der Möglichkeit zur steuerlichen Geltendmachung sowie in der Loyalitätspflicht des Vermittlers." Auch aus Compliance-Gründen sei es für Klubs ebenfalls besser, wenn die Spieler ihre Vermittler selbst beauftragen und vergüten, sagte Baranowsky.

Der frühere Vorsitzende der rechtsprechenden Kammer der FIFA-Ethikkommission, der pensionierte Richter und Anti-Korruptions-Staatsanwalt Hans-Joachim Eckert, sieht ebenso die Notwendigkeit einer strikten Regulierung: "Es muss eine klare Trennung geben, wer die Interessen des Spielers und wer die des Vereins vertritt."

Vor allem minderjährige Spieler müssten besonderen Schutz erfahren. Hierfür sollten sowohl der Weltverband FIFA als auch der Europaverband UEFA auf eigene Kosten zertifizierte Berater anbieten, die wie gerichtlich bestellte Betreuer neutral und ohne finanzielles Interesse jeden Vertrag der Jugendlichen prüfen.

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