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Franziska/Solja holen erstes Gold bei Europaspielen

25.06.2019 18:51
Solja (l.) und Franziska haben die Goldmedaille gewonnen
© AFP/SID/FERENC ISZA
Solja (l.) und Franziska haben die Goldmedaille gewonnen

Petrissa Solja fiel ihrem Teamkollegen Patrick Franziska in die Arme, unmittelbar nach dem Triumph im Eiltempo flossen sogar ein paar Tränen.

Die beiden Tischtennis-Asse haben dem deutschen Team bei den Europaspielen nach der Hälfte der Wettkampftage endlich die ersehnte Goldmedaille beschert. Auch Timo Boll hat Edelmetall und sein Olympia-Ticket fest im Blick, nachdem er im Viertelfinale alles aufbieten musste.

Das überzeugende deutsche Duo machte im Finale des Mixed-Wettbewerbs mit einer "beinahe perfekten Leistung" kurzen Prozess mit den hoch eingeschätzten Rumänen Ovidiu Ionescu/Bernadette Szocs. Nach 13:33 Minuten Spielzeit stand es bereits 3:0 - der Titel und die damit verbundene Qualifikation für Tokio 2020 waren perfekt, die Erleichterung vor allem bei Solja riesig.

"Nach dem Spiel ist es einfach aus mir herausgebrochen. Jetzt können wir den Masterplan für Tokio aufstellen", sagte die 25-jährige Langstädterin, nachdem sie ein Tränchen verdrückt hatte. Solja und Franziska kennen sich seit einer gefühlten Ewigkeit, schon bei einem Schülerturnier standen die beiden einmal gemeinsam an der Platte.

Boll hat es gegen Samsonov deutlich schwerer

Früh zeichnete sich im Endspiel ab, dass der deutsche Gegner keine Chance haben würde. "Ich war ganz ruhig vor dem Spiel", sagte Solja, die wie ihr Partner kaum Fehler machte. Die Folge: Der EM-Dritte ließ nur zwölf Punkte zu.

Boll hatte es deutlich schwerer. "Das war sehr intensiv, so gut habe ich Vladi schon lange nicht mehr erlebt", sagte Boll nach dem hart erkämpften 4:1 im Altmeisterduell mit dem weißrussischen Nationalhelden Vladimir Samsonov. Der bereits 43 Jahre alte Samsonov hatte dem Deutschen seine ganze Klasse abverlangt - und auch das Publikum trug seinen Teil zur schweren Aufgabe bei.

Rund 500 Zuschauer feierten jeden Punktgewinn des Weißrussen frenetisch. "Zu Beginn hat mich das ein bisschen eingeschüchtert, letztendlich war ich aber umso angespornter", sagte der 38-jährige Boll. Nach dem verlorenen ersten Satz fand Boll besser in die Partie und hatte vor allem in den entscheidenden Ballwechseln das bessere Ende für sich.

Im Halbfinale trifft der Düsseldorfer am Mittwoch auf den kroatischen Außenseiter Tomislav Pucar, ein "unorthodoxer" Gegner, mit dem Boll noch nie in seiner Karriere zu tun hatte. Ein mögliches Finale würde am Abend stattfinden. Sollte die ehemalige Nummer eins der Welt unter die drei besten Spieler des Turniers kommen, ist der Platz für die Sommerspiele in Japan sicher.

Bei den Frauen war Solja vor dem Mixed-Finale gegen die Portugiesin Yu Fu ausgeschieden (3:4), Han Ying setzte sich mit 4:1 gegen Li Jie aus den Niederlanden durch und spielt im Halbfinale am Mittwoch um eine Medaille.

Während die Olympiasieger Sebastian Brendel und Max Hoff erfolgreich in ihre Kanu-Wettbewerbe starteten, verpassten die Judoka einen versöhnlichen Abschluss. Im Teamwettbewerb war bereits die Auftakthürde Österreich zu groß - die nächste Enttäuschung für den EM-Titelverteidiger.

Konietzko: "Alles im grünen Bereich"

"Die komplette Woche lief nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Das ist sehr, sehr traurig und spiegelt nicht unsere Leistungen wider", sagte 2017-Weltmeister Alexander Wieczerzak. Im Einzel hatten die Judoka lediglich am Samstag durch Pauline Starke die Bronze-Medaille geholt und damit das Ergebnis der Europaspiel-Premiere in Baku (neun Einzelmedaillen) klar verfehlt.

Rio-Champion Brendel belegte im C1-Vorlauf über 1000 m zwar nur den dritten Rang, löste damit aber dennoch das direkte Ticket für das Finale am Mittwochmorgen. Gleiches gelang Hoff, der gemeinsam mit Jakob Schopf im K2 über die 1000 m seinen Vorlauf gewann. Insgesamt schafften sieben von neun Booten des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) den Sprung in die Finals.

"Alles im grünen Bereich", sagte DKV-Präsident Thomas Konietzko. "Die Leistungen entsprechen alle unseren Erwartungen." Für die Kanuten gibt es bei den Europaspielen zugleich EM-Medaillen zu gewinnen - allerdings werden einige Bootsklassen in der weißrussischen Hauptstadt nicht angeboten.

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