Anzeige
powered by Motorsport im Netz: F1 News, MotoGP, DTM, WEC und mehr

Lorenzo erhält nach seinem Crash Unterstützung von Biaggi

20.06.2019 14:41
Jorge Lorenzo steht in der Kritik
© getty, Mirco Lazzari gp
Jorge Lorenzo steht in der Kritik

Der Vierfach-Sturz von Jorge Lorenzo, Andrea Dovzioso, Maverick Vinales und Valentino Rossi wird auch Tage nach dem Großen Preis von Katalonien weiter hieß diskutiert. Nachdem sich der Unfallverursacher und die anderen Sturzopfer sowie deren Teammanager zu dem Vorfall geäußert haben, ergreift auch Ex-MotoGP-Pilot Max Biaggi in den sozialen Medien das Wort.

Auf Facebook schildert der Italiener, der seit vielen Jahren gut mit Lorenzo befreundet ist, seine Sicht der Dinge und analysiert: "Wenn man sich den Vorfall in der Luftaufnahme anschaut, wird klar, dass Jorge und Vale spät auf der Bremse waren, weil der eine mit Maverick und der andere mit Petrucci kämpfte."

Weiter vorn habe Dovizioso, nachdem er von Marquez überholt wurde, versucht, die Linie nach innen zu schließen und seine Beschleunigung zu nutzen, um wieder vorbeizugehen. "Lorenzo fand sich daraufhin viel näher an Andrea wieder, als er erwartet hatte, und um ihn nicht zu treffen, bremste er in Schräglage sehr hart", beschreibt Biaggi die Situation weiter.

Folge einer Fehleinschätzung von Lorenzo

Zu diesem Zeitpunkt sei ein Aufprall jedoch unvermeidlich gewesen. "Abgesehen davon ist auch klar, dass Andrea keine Schuld an dem hat, was passiert ist, ebenso wenig wie Vale oder Maverick", hält der ehemalige MotoGP-Pilot fest und bestätigt: "Alles ergibt sich aus einer offensichtlichen Fehleinschätzung von Jorge."

Zugleich betont Biaggi aber auch, dass der Fehler in einer Kurve passierte, "in der man angesichts des speziellen Layouts sehr viel langsamer wird". Rossi hatte die betreffende Kurve 10 im Nachgang des Unfalls mit einem Supermarkt-Parkplatz verglichen und eine Rückkehr zum alten Layout gefordert.

Dass bei dem Sturz neben Lorenzo drei weitere Fahrer aus dem Rennen schieden, die um den Sieg hätten kämpfen können, bewertet Biaggi als "Pech". Zwar halte er es trotzdem für richtig, denjenigen zu beschuldigen, der die Verantwortung dafür trägt, sagt aber auch, "man kann keinen Piloten zerstören, der solche Fehler normalerweise nicht macht."

Biaggi lobt Lorenzo als "fair und aufrichtig"

"Jorge hatte die Chance, endlich ein gutes Ergebnis zu erzielen, nachdem er in diesem Jahr viele bittere Pillen schlucken musste. Also bin ich sicher, dass er diesen Ausgang so nicht gewollt hat. Er sagte im Live-TV, er hätte es vorgezogen, allein zu stürzen, ohne jemanden mitzureißen und dabei zu riskieren, das sich andere verletzten", unterstreicht Biaggi.

Er könne die Aufregung, die der Sturz ausgelöst hat, durchaus nachvollziehen. Von den Anfeindungen und Vorwürfen, die seither auf Lorenzo einprasseln, hält er aber nichts: "Ich wiederhole, dass man einen Piloten, der sich in seiner Karriere als fair und aufrichtig erwiesen hat, nicht zerstören kann."

Passend dazu schrieb Lorenzo jüngst auf Twitter: "Belastbarkeit ist die Fähigkeit, mit den Widrigkeiten des Lebens umzugehen, den Schmerz in eine treibende Kraft zu verwandeln, um ihn zu überwinden und gestärkt daraus hervorzugehen. Ein widerstandsfähiger Mensch versteht, dass er der Architekt seiner eigenen Freude und seines eigenen Schicksals ist."

 

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige