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"Wenn Sie wüssten, was wir alles schon sicher haben..."

Nach Hoeneß-Ankündigung: Bayern lassen keine Taten folgen

20.06.2019 13:02
Uli Hoeneß (r.) kündigte bereits vor Wochen große Veränderungen an
© Alexandra Beier, getty
Uli Hoeneß (r.) kündigte bereits vor Wochen große Veränderungen an

Mit dem Abgang von Mats Hummels ist die Position von Trainer Niko Kovac bei Bayern München weiter gestärkt. Liefern muss jetzt Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

Uli Hoeneß war ganz in seinem Element. "Wenn Sie wüssten, was wir alles schon sicher haben für die neue Saison", sagte der Präsident von Bayern München gewohnt selbstbewusst im Sport1-"Doppelpass".

Ein Raunen ging durchs Publikum. Doch seit der vollmundigen Ankündigung des Patriarchen sind vier Monate vergangen. Zugänge beim deutschen Fußball-Rekordmeister seither: einer. Immerhin ein Weltmeister, der 80 Millionen Euro schwere Franzose Lucas Hernández. Und sonst?

Der von Hoeneß viel und hoch gelobte Sportdirektor Hasan Salihamidzic tut sich schwer. "Wir wollen einiges machen, aber wir haben noch einige Monate Arbeit vor uns. Du musst Geduld haben", sagte er zuletzt. Das Transferfenster ist schließlich noch bis zum 2. September geöffnet. Doch spätestens seit dem Verkauf von Rio-Weltmeister Mats Hummels an Titelrivale Borussia Dortmund rumort es an der Basis. Salihamidzic muss liefern!

Hernández als Hummels-Nachfolger eingeplant

Transferziel Nummer eins der Bayern bleibt Leroy Sané. In England endet die Wechselperiode bereits am 8. August, Bewegung ist in die - überaus teure - Personalie aber noch nicht gekommen. Alternativ wird offenbar eine Leihe von Gareth Bale diskutiert, der Real Madrid verlassen soll. Auch Callum Hudson-Odoi (FC Chelsea) bleibt ein Thema. Die Bayern, analysierte 1990er-Weltmeister Jürgen Kohler im "kicker", brauchen "auf jeden Fall noch einen überragenden Flügelspieler".


Mehr dazu: Kohler sieht Chancen für den BVB im nächsten Meisterkampf


Als Hummels-Ersatz im Abwehrzentrum ist Hernández vorgesehen, der nach seiner Knie-OP bis zum Saisonstart voll einsatzfähig sein soll. In Neuzugang Benjamin Pavard und Javi Martínez gibt es Alternativen. Eine weitere könnte Ozan Kabak werden, der Absteiger VfB Stuttgart gegen die festgeschriebene Ablöse in Höhe von 15 Millionen Euro verlassen wird.

Dennoch stößt der Hummels-Verkauf auf Unverständnis - nicht nur bei den Fans. Lothar Matthäus kann den Transfer aus Bayern-Sicht "nicht verstehen". Thomas Helmer spricht von einer "riskanten" Lage, weil die Münchner auch Jerome Boateng abgeben wollen. Einen ernsthaften Interessenten gibt es für ihn bisher nicht. Boateng betont, er werde nicht weglaufen.

Transferziel Rodrigo auf dem Sprung zu ManCity

Anders Hummels. Sein Wechselwunsch ist nach einem internen Gespräch gereift, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass Trainer Niko Kovac im Abwehrzentrum mit Hernandez und Niklas Süle plane. Während Hummels ging, ist die Position des Coaches stärker denn je. Mit Sandro Wagner im Winter sowie Franck Ribéry, Arjen Robben, Rafinha, James und jetzt Hummels im Sommer haben die Bayern gleich sechs Spieler abgegeben, die als Kritiker des Kroaten galten.

Aber wer kommt noch? Salihamidzics Hoffnungen, den spanischen Nationalspieler Rodrigo für 70 Millionen Euro von Atletico Madrid abzuwerben, dürften sich zerstreuen. Den 22-Jährigen zieht es übereinstimmenden Berichten zufolge zu Manchester City - Pep Guardiola statt Niko Kovac. Dennoch soll ein neuer, spielstarker Sechser her.

Die angedachte Verpflichtung von Nationalspieler Timo Werner haben die Bayern dagegen erst einmal auf 2020 vertagt, wenn der Leipziger ablösefrei zu haben ist. Wenigstens hier kann Salihamidzic mal durchschnaufen.

 

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