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Vettel-Team reist mit neuer Zuversicht nach Frankreich

Ferrari bringt Update mit nach Le Castellet

19.06.2019 16:15
Ferrari und Mercedes machen wohl auch in Frankreich den Sieg untereinander aus
© MST
Ferrari und Mercedes machen wohl auch in Frankreich den Sieg untereinander aus

Das Ferrari-Team geht nach dem ersten (aberkannten) Saisonsieg in Kanada optimistisch in den bevorstehenden Grand Prix von Frankreich in Le Castellet. Grund dafür ist neben der starken Performance in Montreal ein Update-Paket, das in den vergangenen Wochen entwickelt wurde und in Le Castellet erstmals eingesetzt wird.

Teamchef Mattia Binotto relativiert das Update als "ein paar kleine Evolutionsschritte", die vor allem dazu dienen, die Entwicklungsrichtung für den Rest der Saison festzulegen. Funktionieren die neuen Teile, wird Ferrari dieser Richtung weiter folgen. Funktionieren sie nicht, geht's wieder zurück an den Ausgangspunkt.

"Was wir bringen, ist nicht die Lösung unserer Probleme", vermutet Binotto. "Aber die technische Rückmeldung aus diesen Evolutionsschritten wird wichtig sein für die nächsten Schritte, die wir planen."

Was genau am SF90 neu sein wird, verrät Ferrari nicht. In Fachkreisen wird darüber spekuliert, dass das am Saisonbeginn heiß diskutierte Front-Konzept mit dem sogenannten "Outwash-Flügel" adaptiert werden könnte. Das aktuelle Ferrari-Konzept ist zwar auf Hochgeschwindigkeitsstrecken wie Montreal ein Vorteil, in den meisten Kurven aber ein Nachteil.

Mercedes: Zweites Rennen für den neuen Motor

Ob auch Mercedes nennenswerte Updates nach Le Castellet bringt, ist nicht bekannt. Die Silberpfeile haben bereits in Montreal den neuen Phase-2-Motor gezogen, der angeblich eine Zehntelsekunde mehr Performance bringt. Dazu kommt, zumindest solange der Motor frisch ist, eine weitere Zehntelsekunde, die dann nach und nach verblasst.

Aber das große Thema der Mercedes-Analyse nach Montreal war weder die umstrittene Strafe gegen Sebastian Vettel noch die Technik des F1 W10 EQ Power+, sondern vielmehr der Grund für die Niederlage auf der Strecke. "Kanada", sagt Teamchef Toto Wolff, "war für uns eine Art Weckruf."

"Nach einer Serie mit sehr guter Zuverlässigkeit in den ersten sechs Saisonrennen erlebten wir im Laufe des Wochenendes eine Reihe an Problemen, die beinahe alle hausgemacht waren - von dem Problem mit dem Benzinsystem bei Valtteri im ersten Training bis zum Hydraulikleck bei Lewis, das wir am Vormittag des Renntags reparieren mussten", erklärt Wolff.

"Wir hatten Glück, dass wir diese Zuverlässigkeits-Schwierigkeiten entdeckt haben, als wir noch eine Chance hatten, um sie zu beheben. Aber uns ist bewusst, dass sie uns leicht das Wochenende hätten ruinieren können und wir es nur den erstklassigen Fähigkeiten unserer Mechaniker zu verdanken haben, dass es nicht so gekommen ist."

Warum der Mercedes-Vorsprung nicht geschrumpft ist

In Le Castellet erwartet der Österreicher einen "harten Kampf" um den Sieg, mutmaßlich besonders gegen Ferrari. Warum der "Ferrari-Sieg" in Montreal aber trügerisch war und Mercedes den technischen Vorsprung aufgrund des Motoren-Updates wahrscheinlich sogar eher vergrößert hat, wird im Formel-1-Podcast 'Starting Grid' detailliert erklärt.

Wolff sagt: "Die Strecke weist einige Ähnlichkeiten mit Montreal auf und die lange Gerade wird eine Herausforderung für uns sein. Anders als in Kanada gibt es jedoch viele verschiedene Kurvencharakteristiken mit einer Vielzahl an Geschwindigkeiten, was uns mehr in die Karten spielen sollte. Wir freuen uns also auf die Gelegenheit, dort einige Dinge richtigzustellen."

2018 war Le Castellet Mercedes-Land. Erstens wegen der Reifen mit der dünneren Lauffläche, die im Vorjahr nur bei drei Rennen eingesetzt wurden. Der Grand Prix von Frankreich war eines davon, und Mercedes kamen die Reifen schon damals entgegen. Zweitens aber auch, weil Vettel seine Siegchancen gleich am Start durch eine Kollision mit Valtteri Bottas verspielt hat.

Ferrari, auch das ist Thema im Podcast 'Starting Grid', geht sicher nicht als Favorit ins Wochenende. "Paul Ricard war vergangenes Jahr eine schwierige Strecke für uns, und wir wissen, dass solche Strecken unserem Paket nicht besonders liegen", glaubt Binotto. Aber: "Nichts ist unmöglich. Wir sind bereit, unser Bestes zu geben."

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