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Was spricht für einen Wechsel, was dagegen?

Warum der Hummels-Transfer (keinen) Sinn ergibt

17.06.2019 10:35
Mats Hummels steht angeblich vor einem Wechsel vom FC Bayern zum BVB
© Martin Rose, getty
Mats Hummels steht angeblich vor einem Wechsel vom FC Bayern zum BVB

Kehrt Mats Hummels vom FC Bayern München zu Borussia Dortmund zurück? Derzeit wird viel spekuliert um eine mögliche Rückholaktion des 30-jährigen Innenverteidigers, der 2016 vom BVB nach München wechselte.

Übereinstimmend berichteten mehre Medien über ein Dortmunder Interesse an einem Transfer. Angeblich geht es in den Verhandlungen nur noch um die Ablösesumme für den Weltmeister von 2014.

Sowohl für den FC Bayern, als auch für den BVB und genauso für Mats Hummels gibt es gute Gründe für, aber auch gegen einen Wechsel.

Warum sollte der BVB Interesse haben?

PRO

FAKTOR ERFAHRUNG: Neben dem Mönchengladbacher Thorgan Hazard verpflichtete der Vizemeister die Nationalspieler Julian Brandt und Nico Schulz. Mit Hummels, der mit dem FC Bayern in den vergangenen drei Jahren sieben Titel gewann, käme ein erfahrener Spieler hinzu, der das junge Team qualitativ verstärken und mit seiner Persönlichkeit und seinem Ehrgeiz führen könnte. Womöglich fehlte dem BVB in der abgelaufenen Spielzeit ein solcher Spieler mit Gewinner-Mentalität im Meisterkampf.

KONTRA

FAKTOR TEAMCHEMIE: Kommt Hummels zurück, hätte er wohl vorerst eine Stammplatzgarantie - und würde einem der jungen Dortmunder Innenverteidiger, Manuel Akanji (23), Abdou Diallo (23),  Dan-Axel Zagadou (20) und Leonardo Balerdi (20), die Aussichten auf Einsatzzeiten nehmen. Welchen Einfluss eine solche Gemengelage auf das in der Vergangenheit so fragile Gebilde im Kader der Borussia hätte, ist schwer abzuschätzen. Womöglich muss einer der Youngsters den BVB im Sommer dann sogar noch verlassen.

Warum sollte Mats Hummels Interesse haben?

PRO

FAKTOR STAMMPLATZ: Für Hummels entstand eine neue Konkurrenzsituation. In München war er zuletzt hinter Niklas Süle nur noch die Nummer zwei in der Innenverteidigung, musste öfter auch auf der Bank Platz nehmen. Infolge der Verpflichtungen von Lucas Hernández und Benjamin Pavard würde dem Routinier diese Rolle in Zukunft noch häufiger drohen. In Dortmund wäre Hummels vermutlich Stammspieler. Und ein mit Talenten gespicktes Team womöglich zu einer deutschen Meisterschaft zu führen, wäre eine willkommene Herausforderung für den 30-Jährigen. Das würde wohl auch jene Fans versöhnen, die Hummels den Abschied vor drei Jahren übel nahmen.

KONTRA

FAKTOR GEHALT UND FANS: Medienberichten zufolge müsste Hummels bei einem Wechsel wohl Abstriche beim Gehalt machen. Sein Abschied vom BVB verlief etwas unschön, als der damalige Trainer Thomas Tuchel den Kapitän mit den Worten "Er kann es besser" zum Sündenbock für die Niederlage im Pokalfinale gegen die Bayern stempelte. Ob die Fans ihm den Wechsel zum Konkurrenten nach München bei einem Neustart in Dortmund verzeihen würden, ist offen.

Warum sollte der FC Bayern Interesse haben?

PRO

FAKTOR RUHE: Mats Hummels ist ein ehrgeiziger und selbstbewusster Spieler, der sich kaum mit einer Reservistenrolle zufrieden geben würde. Niklas Süle, Lucas Hernández und auch Benjamin Pavard könnten ihm beim Meister allerdings den Rang ablaufen. Um möglichem Unfrieden aus dem Weg zu gehen, könnte der FC Bayern einem Transfer zustimmen. Allerdings steht Hummels in München noch bis 2021 unter Vertrag.

KONTRA

FAKTOR IDENTIFIKATION: Ein kritischer Geist kann durchaus auch ein positiver Faktor innerhalb einer Mannschaft sein. Mit Hummels würde ein mündiger Spieler den Verein verlassen, der Konfrontationen auch intern nicht scheute. Der Rekordmeister würde überdies einen Spieler verlieren, der sich mit der Stadt und dem Verein identifizieren kann. Hummels wuchs in München auf, durchlief die Jugendabteilung des FC Bayern und wechselte vor drei Jahren - auch der Familie wegen - zurück in seine Wahlheimat.

 

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