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Vorstellungen über Ablöse für Hummels noch weit auseinander

FCB betont: Noch keine Einigung bezüglich Hummels und BVB

17.06.2019 09:09
Mats Hummels vor Wechsel vom FC Bayern zum BVB?
© Alexander Hassenstein, getty
Mats Hummels vor Wechsel vom FC Bayern zum BVB?

Der Fußball-Bundesliga steht womöglich ein echter Transfer-Kracher bevor: Ein Wechsel von Mats Hummels vom FC Bayern München zurück zu Borussia Dortmund rückt nach übereinstimmenden Medienberichten immer näher.

Während sich der BVB vielsagend äußerte, ruderten die Bayern zuletzt deutlich zurück. Zu einer möglichen Einigung zwischen den Klubs kursieren widersprüchliche Meldungen.

Der "kicker" berief sich jüngst auf Informationen aus dem direkten Umfeld des deutschen Rekordmeisters. Demnach sei bei der Frage über die Höhe einer möglichen Ablösezahlung von Dortmund nach München "noch lange keine Einigung erzielt". Mehr noch: Laut der zitierten Bayern-Quelle im "kicker" deckten sich die Vorstellungen der Münchner "nicht annähernd mit dem, was in der Öffentlichkeit genannt wird". 

Die 15 bis 20 Millionen Euro feste Ablösesumme plus erfolgsabhängige Zahlungen, die bislang im Raum standen, reichen den Bayern demnach bei Weitem nicht. Es müsse noch "eingehend" verhandelt werden.

Auch "Spiegel Online" und die "Süddeutsche Zeitung" meldeten, eine Einigung sei noch nicht erzielt, der Kontakt zwischen den Klubs bislang lediglich "informell". Es habe bis zum Wochenende erst einen unverbindlichen Austausch gegeben. Besonders der Deutsche Meister sieht für sich keinen Zeitdruck und spielt den Ball zurück nach Dortmund, die über kurz oder lang verbesserte Konditionen in Sachen Hummels-Transfer anbieten müssen.


Mehr dazu: Hummels vom FC Bayern zum BVB? So reagiert das Netz


Vertrag über drei Jahre beim BVB?

Grundsätzlich ist der FC Bayern dem "kicker" zufolge allerdings bereit, den Innenverteidiger im Sommer zurück zum ärgsten Konkurrenten um die Meisterschaft ziehen zu lassen.

Hummels, dessen Vertrag noch bis 2021 läuft, stehe einem Wechsel dem Vernehmen nach ebenfalls positiv gegenüber, betrachte den BVB als "Herzensangelegenheit". Dem 30-Jährigen fehle die gewünschte Wertschätzung bei seinem Ausbildungsverein FC Bayern.

Laut "Ruhr Nachrichten" ging die Initiative zu den derzeit laufenden Gesprächen hinter den Kulissen sogar von Hummels selbst aus.

Dem "kicker" zufolge sind die Verhandlungen zwischen Hummels' Berater, Vater Hermann Hummels, und dem BVB weit fortgeschritten. Im Raum steht ein Arbeitspapier mit einer Laufzeit von drei Jahren. In Dortmund, so berichtet "Bild", soll Mats Hummels rund zehn Millionen Euro jährlich verdienen.

BVB-Bosse halten sich noch bedeckt

Der BVB hält sich noch bedeckt. Sportdirektor Michael Zorc teilte der "dpa" zuletzt mit: "Ich möchte die Gerüchte aktuell nicht kommentieren." Auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte den "Ruhr Nachrichten": "Dazu gebe ich keinen Kommentar ab."

Hummels selbst sowie der FC Bayern äußerten sich bislang nicht zu den Berichten. Hermann Hummels wollte eine "dpa"-Anfrage am Samstag ebenfalls nicht kommentieren.

In München war Mats Hummels zuletzt hinter Niklas Süle nur noch die Nummer zwei in der Innenverteidigung, musste öfter auch auf der Bank Platz nehmen. In der neuen Saison würde dem Routinier diese Rolle noch häufiger drohen.

Mats Hummels beim FC Bayern nicht mehr gebraucht?

Für Hummels könnte die Rückkehr zum früheren Arbeitgeber, für den er bereits von 2008 bis 2016 spielte, eine willkommene Herausforderung sein.

Lucas Hernández, für 80 Millionen Euro von Atlético Madrid verpflichtet, und der bisherige Stuttgarter Benjamin Pavard sind neben Süle die Zukunft in der Bayern-Abwehr.

Hummels steht eher für die Vergangenheit. Bundestrainer Joachim Löw musterte den Weltmeister von 2014 nach 70 Länderspiel-Einsätzen per Handstreich gemeinsam mit Müller und Jérôme Boateng, den die Bayern ebenfalls gehen lassen würden, im März aus der Nationalelf aus. Vor allem wegen gewisser Defizite bei der Schnelligkeit geriet Hummels zuletzt häufiger in die Kritik.

BVB hat bereits kräftig auf dem Transfermarkt investiert

Wie die Bayern haben auch die Dortmunder schon kräftig für das nächste Titel-Duell investiert. Neben dem Gladbacher Thorgan Hazard verpflichtete der Vizemeister die Nationalspieler Julian Brandt aus Leverkusen und Nico Schulz aus Hoffenheim für insgesamt rund 80 Millionen Euro.

Titelsammler Hummels könnte dem jungen Dortmunder Ensemble den nötigen Schuss Erfahrung bringen, der dem Team in der Vorsaison möglicherweise zur Meisterschaft fehlte.

Gemeinsam mit Kapitän Marco Reus im Sturm, dem Belgier Axel Witsel im Mittelfeld und Torwart Roman Bürki könnte der Verteidiger eine Führungs-Achse bilden.

Mats Hummels auf den Spuren von Mario Götze

Es wäre nicht die erste Rückhol-Aktion der Dortmunder. 2016 war Mario Götze nach drei eher durchwachsenen Jahren vom FC Bayern zu den Westfalen zurückgekehrt.

Die Frage ist nun, ob Hummels den gleichen Weg gehen will. Sein Abschied vom BVB vor drei Jahren verlief etwas unschön, als der damalige Trainer Thomas Tuchel den Kapitän mit den Worten "Er kann es besser" zum Sündenbock für die Niederlage im Pokalfinale gegen die Bayern stempelte.

Als Tuchel im Frühjahr 2018 kurz vor einem Engagement bei den Münchnern stand, soll laut "SZ" bereits eine Rückkehr von Hummels zum BVB im Raum gestanden haben. Doch Tuchel zog es zu Paris Saint-Germain - und die Planspiele wurden bis heute auf Eis gelegt.

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