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"Wie ein Nadelstich": Starker Vetter verletzt sich erneut

14.06.2019 21:38
Vetter gab nach dem Wettkampf leichte Entwarnung
© Michael Steele, getty
Vetter gab nach dem Wettkampf leichte Entwarnung

Für Johannes Vetter läuft es in diesem Jahr noch nicht rund. Zwar hat der Speerwurf-Weltmeister bei seinem Saisoneinstand gleich gewonnen - sich aber auch erneut verletzt.

Johannes Vetter lag nachts auf seinem Hotelbett, den rechten Oberschenkel dick verbunden. Mit einem Beutel voller Eiswürfel kühlte der Speerwurf-Weltmeister seinen lädierten Muskel.

"Ich habe etwas im rechten Adduktor gespürt, ein Gefühl wie ein Nadelstich", sagte Vetter, der bei seinem verspäteten Saisoneinstieg am Donnerstag gleich das Diamond-League-Meeting in Oslo gewonnen hat - sich aber bei kühlen Temperaturen um die 16 Grad auch erneut verletzte. "Als Vorsichtsmaßnahme habe ich aufgehört", sagte der 26-Jährige, der sofort im ersten Versuch seine Siegerweite von 85,27 m hinlegte und nach dem ungültigen zweiten Durchgang seine Sachen packte.

Am frühen Freitagmorgen stieg Vetter dann in den Flieger nach Frankfurt, fuhr mit dem Auto nach Offenburg - um sich dann von seinem Arzt durchchecken zu lassen. Immerhin: "Es ist etwas anderes als die Verletzung, die mich bisher an den Starts hinderte. Das ist jetzt geheilt." Am Abend gab Vetter via Instagram leichte Entwarnung. "Gute Nachrichten vom Arzt", schrieb er: "Es scheint, als sei es keine schlimmere Verletzung."

Rund einen Monat lang hatte Vetter wegen einer entzündeten Sehne im linken Fuß zuletzt eine Wettkampf-Zwangspause einlegen müssen - und setzte sich in Oslo doch gleich wieder auch gegen die starke Konkurrenz aus den eigenen Reihen durch. Der deutsche Meister und Weltjahresbeste Andreas Hofmann (Mannheim) wurde mit 82,92 Vierter, Olympiasieger und Europameister Thomas Röhler (Jena) belegte mit 82,63 Platz sechs vor Saison-Aufsteiger Bernhard Seifert (Potsdam/82,33).

Dreispringerin Kristin Gierisch muss abbrechen

Doch die Freude über den Sieg in Oslo und die 10.000 US-Dollar Preisgeld (knapp 9000 Euro) war bei Vetter natürlich wegen der Sorgen um die Gesundheit dennoch getrübt. Zwar muss sich der Sportsoldat als Titelverteidiger keine Sorgen um die Qualifikation für die Weltmeisterschaften in Katar (27. September bis 6. Oktober) machen, doch jede erzwungene Trainingspause stört natürlich auf dem Weg zum nächsten Gold. "Hoffen wir auf das Beste für meine Gesundheit", sagte Vetter.

Ebenfalls den Wettkampf abbrechen musste Dreispringerin Kristin Gierisch, die zuletzt mit ihrem deutschen Rekord (14,61 m) für Aufsehen gesorgt hatte. "Ich habe ein bisschen mit meiner Achillessehne zu tun und werde die nächsten drei Wochen versuchen, es in den Griff zu bekommen", sagte die Vize-Europameisterin aus Chemnitz nach Platz acht (13,71 m).

Uneingeschränkt zufrieden sein konnte hingegen Gesa Felicitas Krause. Die Hindernis-Europameisterin aus Trier legte in 9:20,31 Minuten den zweitbesten Saisoneinstand ihrer Karriere über ihre Spezialstrecke hin - nur 2017 war die 26-Jährige schneller gestartet. Natürlich hakte Krause damit auch locker die WM-Norm (9:40,00) ab und wurde als Achte zudem beste Europäerin.

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