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Ex-Weltmeister appelliert an die FIA

Häkkinen bezieht Stellung zur Vettel-Strafe

14.06.2019 09:39
Mika Häkkinen ist nicht gerade glücklich über die Strafe gegen Sebastian Vettel
© Boris Streubel, getty
Mika Häkkinen ist nicht gerade glücklich über die Strafe gegen Sebastian Vettel

Mika Häkkinen hofft, dass sich nach den Kontroversen von Kanada einiges in der Formel 1 ändert. Die Königsklasse sollte es hinbekommen, dass die Fahrer wieder freier Fahren dürfen, ohne eine Strafe wie im Fall von Sebastian Vettel erwarten zu dürfen. Denn nach Meinung des zweimaligen Weltmeisters habe Vettel in Montreal nichts falsch gemacht.

"Ich hätte genau das Gleiche gemacht", gibt Häkkinen in seiner Kolumne auf "unibet.co.uk" zu - "so wie jeder Rennfahrer." Es sei der Instinkt aller Piloten, nach einem Fehler schnellstmöglich zurück auf die Strecke zu kommen und den Konkurrenten hinter sich zu behalten. "Das ist vollkommen normal, und das erwarten die Gegner auch."

Vettels Priorität sei also instinktiv gewesen, vom Gras runterzukommen und von der schmutzigen Seite der Strecke wegzukommen, um nicht noch mehr Schmutz auf den Reifen zu haben. Die Ideallinie bietet einem Rennfahrer dabei den besten Grip und die höchste Chance, den Gegner hinter sich zu halten - das wusste auch Hamilton.

"Man muss auch bedenken, dass Lewis sehen konnte, was passiert, und er konnte sich darauf einstellen", so Häkkinen weiter. "Wenn man ein Auto vor sich abfliegen sieht, dann findet man schnell heraus, wo es wohl wieder auf die Strecke kommen wird, und dann positioniert man sein Auto, um zu überholen."

Doch überholen können hätte Hamilton dank der Streckencharakteristik an der Stelle nicht, meint der Finne. Stattdessen musste er bremsen, um die Kollision zu vermeiden. Das ist für Häkkinen aber nicht gleich bestrafungswürdig: "Sebastian und Lewis haben gemacht, was sie tun mussten. Sie haben sich genügend Platz gegeben und dann weitergemacht."

Mehr Freiheiten gegen Schumacher

Dass die Regeln laut Wortlaut eine Strafe hergeben, sieht Häkkinen ein, doch schon Vettel hatte zuletzt angemerkt, dass es in der Formel 1 nur noch um "Wortklaubereien" geht. Auch Häkkinen sieht in dem heutigen Regelwerk das Problem und erinnert an seine früheren Kämpfe mit Michael Schumacher. "Wir hatten mehr Freiheiten", sagt er.

Er ist sich sicher: "Wenn wir unter den heutigen Regeln gefahren wären, hätte es viele Fünf-Sekunden-Strafen gegeben - oder schlimmer."

Für die aktuelle Zeit würde sich der Ex-Weltmeister ein Panel aus drei konstanten Rennkommissaren und einem Fahrerkommissar wünschen, doch auch an den Regeln gelte es zu schrauben: "Fahrer, Teams, die FIA und die Formel 1 selbst müssen herausfinden, wie man die Piloten wieder fahren lässt. Sie müssen einsehen, dass man manchmal realistisch sein muss und an die Reputation des Sportes denken muss."

Denn mit der Aktion von Kanada habe sich die Formel 1 keinen Gefallen getan. "Keiner war am Sonntag glücklich. Die Strafe hat einen Kampf um die Spitze beendet und alle bestraft, die die Formel 1 schauen."

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